Die Brennessel entwickelt sich langsam zu einer meiner Lieblingspflanze ;). Bis eben habe ich die Samen gepflückt. Sie besitzen einen leicht nussigen Geschmack. Ernten kann man bis zum Oktober hinein. Manchmal auch bis in den November. Ihr solltet die Samen an einem sonnigen Tag pflücken, weil sie ansonsten leicht schimmeln können. Wenn ihr eine empfindliche Haut habt, so tragt bitte Handschuhe beim Ernten. Ansonsten reicht eine Schere und eine Schüssel, um die Samen aufzufangen. Es wird immer wieder geschrieben, das sie ein wenig vom Geschmack her an Leinsamen erinnern, was ich selber nicht bestätigen kann.

Es werden die Samen der weiblichen Brennessel verwendet. Weiter unten seht ihr zwei Fotos, wo ihr den Unterschied der weiblichen und männlichen „Brennesselsamen“ seht.

Man kann die Brennesselsamen frisch, getrocknet oder geröstet verwenden. Manche ernten die etwas überreifen bräunlichen Samen und andere widerum die grünen. Es hängt teilweise davon ab, wie ihr die Brennesselsamen verwenden wollt. Wenn ihr sie im Backofen bei sehr niedriger Temperatur röstet, müsst ihr am besten in der Küche bleiben und immer wieder nachschauen, ob sie fertig sind, weil sie schnell verbrennen. Gelagert werden sie dunkel und trocken. So halten sie ca. 1 Jahr, also quasi bis zur nächsten Ernte.

Sie besitzen eine anregende Wirkung und sind gut gegen Leistungsschwäche, Stress und Müdigkeit. Diese Samen enthalten sehr viele Vitamine, wie A,B, C und E. Dazu enthalten sie noch einen hohen Eiweissgehalt. Die Brennesselsamen finden Verwendung in Salaten, Joghurt, in Tees, Sossen, Müsli, zum Speisen würzen oder einfach aufs Butter – oder Quarkbrot. Was auch sehr lecker ist, sie zusammen in einer Tomatensauce kochen. Ich pulverisiere die getrockneten Brennesselsamen gerne. 1 Teelöffel am Tag eingenommen, wirkt sehr kräftigend auf Körper und Geist. Es stärkt unser Immunsystem.

Den Samen der weiblichen Brennessel werden sogar eine potenzsteigernde Wirkung bei Männern nachgesagt. Dazu soll die liebe Männerwelt einen Teelöffel Brennesselsamen roh verzehren. Ich denke dieser Brauch kommt von den Germanen, weil die Männer von damals eine Mischung aus Brennesselsamen und Pfeffer angeblich eingenommen haben. Bei Frauen steigern die Brennesselsamen, den Östrogenspiegel. Daher wurde angeblich den Nonnen und Mönchen, im Mittelalter, das Essen und Zubereiten der Samen untersagt.

Desweiteren sollen sie vorbeugend gegen Nieren – und Blasensteine wirken. Auch in eurem Wintertee sollten die Brennesselsamen nicht fehlen.

Rezepte mit Brennesselsamen:

Sommerquark:

Aus den Samen könnt ihr einen Frühlingsquark herstellen. Nennen wir ihn lieber Sommerquark ;). Dazu werden die frischen Samen mit Speiseöl übergossen. Sie sollten vom Öl bedeckt sein. Am besten über Nacht durchziehen lassen oder ein paar Stunden. Nach dem Durchziehen presst ihr die Samen ein wenig aus und fügt Speisequark (mit bisschen Naturjoghurt vermengt), zerkleinerte Frühlingszwiebeln und Knoblauch hinzu. Abgeschmeckt wird es mit Pfeffer und Salz.

Brennesselsamen-Salz:

Dazu brauche ich nicht soviel zu schreiben. Ihr nehmt dafür getrocknete Samen und mischt sie 1:1 mit eurem bevorzugten Salz. Ihr könnt dafür auch geröstete Brennesselsamen verwenden.

Brennesselsamen-Pulver:

Dazu sollten die Samen getrocknet und danach in einem Mörser pulverisiert werden.

Brennesselsamen-Honig:

Für dieses Rezept röstet ihr die Samen vorher an. Nach der Röstung verrührt ihr die Samen mit flüssigen Honig. Lecker auf Brot oder so zum Naschen.

Fladenbrot mit Brennesselsamen:

Für dieses Brot benötigt ihr:

  • Brennesselsamen frisch, getrocknet oder geröstet nach Belieben
  • 200 g Weizenschrot
  • 200 g Weizenmehl
  • 200g Roggenmehl oder Dinkelmehl
  • 2 Teelöffel Öl eurer Wahl
  • 2 Teelöffel Zucker
  • 2 Teelöffel Salz
  • 60 g Hefe
  • 500 ml Wasser

Die Hefe wird zerkleinert und in 100 ml Wasser aufgelöst. 400 ml Wasser, Öl, Zucker, Salz und die Brennesselsamen vermischen und dann das Weizenschrot und die Mehle hinzugeben und nochmals alles gut durchmischen. Es muss ein geschmeidiger Teig entstehen. Ca. 30 Minuten gehen lassen. Dann wird ein oder mehrere kleine Fladen geformt und bei 120 -150 Grad, 30 – 40 Minuten gebacken.

Brennesselsamen-Wein:

Dieser Wein lindert Müdigkeit und beugt Leistungsschwäche vor. Dazu habe ich einen eigenen Artikel geschrieben. Bitte hier klicken.

Brennesselsamen-Bonbons:

Eine Leckerei auch für Kinder. Auch dazu hatte ich bereits einen Artikel mit Rezept geschrieben. Hier bitte klicken.

Brennesselsamen-Pesto:

So ein Pesto ist schnell gemacht und ist superlecker. Morgens gegessen gibt es Kraft für den restlichen Tag.

  • Sonnenblumenkerne
  • Kürbiskerne
  • Brennesselsamen
  • frischer Basilikum
  • 1 zerkleinerte Knoblauchzehe
  • Speiseöl eurer Wahl
  • Salz, Pfeffer

Alle Kerne und Samen werden zusammen in einer Pfanne geröstet. Danach komplett alle Zutaten in einen Mixer und alles gut durchmixen, bis eine richtige „Pesto-Konsistenz“ erreicht ist. Dann in sterilisierte Gläser abfüllen und gut verschliessen. Haltbar ca. 3 Monate im Kühlschrank.

Brennesselsamen – Likör:

Getrocknete Brennesselsamen und Zucker nach Belieben mit 1 Liter Wodka auffüllen und verschliessen. Es muss täglich geschüttelt werden, bis der Zucker sich komplett aufgelöst hat. Nach 7 – 10 Tagen abfiltern und in eine neue Flasche umfüllen und für weitere 6 Monate kühl und dunkel lagern. Dieser Likör weckt wahre Lebensgeister.

Und zum Schluss ein kleiner Tipp von mir. Einfach jeden Morgen Brennesselsamen in einen Naturjoghurt mischen und essen. So habt ihr Kraft und Leistung den ganzen Tag über.


Wenn euch meine Texte und Arbeit ein paar Talerchen wert sind, würde ich mich über einen „Energieausgleich“ sehr freuen 😉


 

34 Gedanken zu „Brennesselsamen ernten und verwenden

  1. Hallo dann frage ich auch mal in dieser Runde.
    Aber zuerst, eine tolle Seite hast du. ich stehe erst am Anfang mir das wissen von Heilpflanzen zu nutze zu machen. Und da bin ich froh mich mit so viel Input eindecken zu können.

    Nun zu meiner Frage, ich besitze selber ein Vaporizer. Ich besitze auch ein kleines Buch über Phyto-Inhalation aber Brennessel ist dort nicht aufgeführt! Hast du damit Erfahrung, macht es sinn die Samen zu Inhalieren? Welchen Nutzen kann ich daraus ziehen? Vorher Rösten? Trocknen? Was wäre besser.

    gruß heike

  2. Hallo an unbekannt,

    ich denke das es jeder weiss und nicht betont werden muss. Wir sind hier schliesslich nicht in einem Biologieunterricht oder auf einer wissenschaftlichen Seite. Trotzdem ist es so für den Leser besser verständlich.

    Viele Grüsse,
    Katuschka

  3. männchen die kinder bekommen? wo gibt’s denn sowas? also ich behaupte mal dass es „männliche samen“ nicht gibt! männliche pflanzen oder blüten produzieren blütenstaub, aber bestimmt keine samen!

  4. Hallo Silvia,

    natürlich kannst du auch die männlichen Samen sammeln, aber diese guten Eigenschaften besitzen nur die weiblichen Samen.

    Viele Grüsse,
    Katuschka

  5. Hallo Susanne,

    ich kann dir dazu nur das hier aufschreiben und weiss nicht, ob das Vitamin C beim Rösten zerstört wird:
    Vitamin C zersetzt sich erst bei 190 bis 192 Grad. Das bedeutet, dass man das Vitamin C mit Kochen nicht zersetzen kann, denn kochendes Wasser hat eine Temperatur von ca. 100 Grad. Das heißt natürlich nicht, dass das Vitamin C nicht verlorgen geht! Mit der Zeit geht es ins Kochwasser über, da es ja wasserlöslich ist, ergo das Kochwasser immer mitverarbeiten, dann hält sich der Verlust in Grenzen!

  6. Echt? Roh ? Zum Glück kann ich diesbezüglich(…) verzichten(…) Aber ein feiner Tee mit einem großen Löffel neuem Wiesenhonig von einem befreundeten Imker.Genau das Richtige für einen schönen Abend zu zweit….. 🙂

  7. Lecker! Ich mache mir immer einen Tee aus frischen Brennnesseln und Spitzwegerich. Manchmal auch mit Schafgarbe (was ich gerade finde).

Kommentar verfassen