Um das Johanniskraut drehen sich viel Mythen und Legenden. Am 24.Juni, der Johannistag, werden seine Blüten über Bildern von religiösen Darstellungen angebracht. Schon die Germanen verehrten das Johanniskraut als Lichtbringer und Symbol für die Sonne. Geerntet wurde es zur Sommersonnenwende am 21.Juni und zu Sonnenwendfeiern trugen Frauen und Mädchen Kränze aus Johanniskraut.
Es ist eine Pflanze mit grosser Heilwirkung. Seit gut 2000 Jahren nehmen die Menschen das Johanniskraut um ihre Leiden zu lindern. Johanniskraut hat ein rotes Pigment, das beim zerquetschen der Blüten heraustritt. Diese Farbstoffabsonderung hat dem Johanniskraut, im Mittelalter, eine Rolle des Aberglaubens eingebracht. Seine Wirkungen sind durch Untersuchungen bestätigt worden.

Andere Namen :

Sonnenwendkraut, Tüpfelhartheu, Blutkraut, Hexenkraut, Johannisblut, Teufelsflucht

Volksheilkunde :

nervösen Spannungen, Rheuma, Gicht, Wechseljahre, Angstzuständen, Bettnässen, Gürtelrose, Bindegewebsentzündung, Verletzungen, Krämpfen, Verstauchungen, Quetschungen, Verbrennungen, Wundheilung, Erschöpfungszustände, Depressionen, Schlaflosigkeit, Lungenerkrankungen, Harnwegsbeschwerden, Prellungen, Blutergüsse, Rheuma, Sonnenbrand, Insektenstichen, Wechseljahrebeschwerden, Hauterkrankungen, Krämpfe, Fieber, Bronchitis, Appetitlosigkeit, Durchfall, Menstruationsbeschwerden, Kopfschmerzen, Migräne

Eigenschaften :

kühlend, zusammenziehend, nervenberuhigend, entzündungshemmend, heilungsfördernd, harntreibend, gallentreibend, nervenstärkend, antibakteriell, blutstillend, blutreinigend, krampflösend, schleimlösend, schmerzstillend

Inhaltsstoffe :

Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, ätherische Öle

Verwendung:

Blühendes Kraut, Blüten

Darreichungsform :

Tee, Öl, Tinktur, Wein, Salbe

Vorkommen :

Waldlichtungen, Wegränder, Trockenrasen, Wiesen, Gärten

Blütezeit :

Juni-August

Sammelzeit : 

Juni-August (Blüten und oberirdisches Kraut)

Verwechslung mit anderen Pflanzen :

Gilbweiderich oder mit anderen Johanniskraut Arten

Naturschutz :

nicht geschützt

 

johanniskrautblüten

(Johanniskrautblüten)

 

Anbau :

Das Johanniskraut ist eine winterharte Kulturpflanze. Sie liebt einen trockenen Boden, die Sonne aber auch den Halbschatten. Die Aussaat erfolgt im Frühjahr und im Herbst. Sie kann auch durch Teilung vermehrt werden.

Ernte & Trocknung :

Geerntet werden die oberirdischen Triebe der Pflanze. Als Mass nimmt man ungefähr die oberen 30 cm, ohne dicke Stängel. Diese 30 cm werden auch „Blüh-Horizont“ genannt. Sie werden gebündelt und kopfüber zum Trocknen aufgehängt. Die beste Zeit zum Sammeln ist Mitte/Ende Juni. Frische Blüten werden sofort in Öl,, das berühmte Rotöl, verarbeitet.

Geschmack & Geruch :

herb, bitter & geruchlos

Verwendung in der Küche/Haushalt/Kosmetik/Tierhaltung:

In der Küche spielt diese Pflanze kaum eine Rolle. Johanniskraut kann als Färberpflanze für die Farbe Gelb genommen werden. Die getrockneten und zermahlten Blüten können auch als Haarfärbemittel für rote Haare verwendet werden.

Tee – Zubereitung:

  • 2 TL getrocknetes Johanniskraut
  • 1 Tasse Wasser

Das kochende Wasser über das Kraut  giessen und ca. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abfiltern. Vielleicht ein wenig mit Honig süssen. 2-3 Tassen täglich trinken und über einen Zeitraum von 6 Wochen, weil sich die Wirkkraft des Johanniskrauts erst nach gut 1-2 Wochen einstellt. Nach den 6 Wochen sollte eine Pause eingelegt werden.

Johanniskraut – Tinktur:

Für eine Johanniskraut – Tinktur werden nur die Blüten verwendet. Es werden soviele Blüten gesammelt, wie in euer Glas hineinpassen. Dann wird alles mit 40% Alkohol (Wodka oder Korn) übergossen, bis die Blüten bedeckt sind. Verschliessen und gut durchschütteln. An einen warmen und dunklen Ort stellen und täglich schütteln und kontrollieren, ob vielleicht eine Schimmelbildung vorliegt. Die Ziehzeit beträgt 4 – 6 Wochen. Danach abfiltern und in kleine Tropferfläschen umfüllen. Es können bis zu 50 Tropfen täglich in etwas Tee oder Wasser eingenommen werden. Bis zu 3x täglich. Gelagert werden Tinkturen an dunklen Orten und haben eine Haltbarkeit von ca. 1 Jahr. Diese Tinktur wird bei nervöser Anspannung verwendet.

Räucheranwendung & Volksglauben

Ein Johanniskraut-Räucherwerk hilft uns Spannungen, die bei einem Streit sich aufs höchste Potenzial aufladen, abzubauen. Man sollte nach einem Streit in einem Raum auch diesen mit Johanniskraut ausräuchern.

Johanniskraut in einem kleinen Beutel bei sich getragen, schützt vor Verhexung und Verschreiung. Im Haus aufgehängt, hält es böse Menschen und üble Nachrede fern.

Nebenwirkungen:

Man darf das Johanniskraut nicht essen und bei übermässigen Gebrauch verursacht es eine Sonnenempfindlichkeit, wobei diese Sonnenempfindlichkeit nur rothaarige und hellhäutige Menschen betrifft und bei einer Überdosierung. Auf normale Dosierungen und auch lichtunempfindlichen Menschen hat die Sonnenempfindlickeit keine Auswirkungen. In der Zeit der Anwendung darf kein Solarium besucht werden. Es steht in Verdacht, das es die Wirkung von anderen Medikamenten hemmt. Wenn ihr Medikamente, auch die Antibaby-Pille, einnimmt, so wendet euch bitte vor einer Johanniskraut-Einnahme an einen Arzt oder fragt in der Apotheke nach.

Bitte beachtet, dass diese Vorstellung den Gang zu einem Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzt. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!

johanniskraut

(Johanniskraut)


Wenn euch meine Texte und Arbeit ein paar Talerchen wert sind, würde ich mich über einen „Energieausgleich“ sehr freuen <3


4 Gedanken zu „Johanniskraut – Hypericum perforatum

  1. Habe mir, wie schon letztes Jahr, im Juli einen Wintervorrat Johanniskraut gesammelt um gut durch die dunkle Jahreszeit zu kommen. Abgesehen von der Wirkung schmeckt der Tee auch hervorragend. Interessante Seite, werde noch weiter stöbern.

  2. Wie gesagt, darüber kann ich nichts sagen. Wie bei allen Mitteln aus der Natur, die bei Krankheiten eingesetzt werden, bitte immer vorher einen Arzt, Heilpraktiker oder die Apotheke fragen. Denn auch wenn es teilweise schöne niedliche Blumen sind, können sie sehr gefährlich für uns werden. Gerade wenn wir auf Dauer noch andere Medikamente einnehmen müssen. Denkt an eure Gesundheit 🙂

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