Der Legende nach waren in Frankreich, wo zu der Zeit die Pest herrschte, 4 Räuber unterwegs. Sie raubten die Pesttoten aus, ohne sich dabei anzustecken. Eines Tages wurden sie geschnappt und man versprach ihnen eine Freilassung, wenn sie dem Gericht das Geheimnis verraten, warum sie nicht krank wurden. Da gaben sie den Richtern die Rezeptur des Räuberessigs.

Die Wirkung des Essigs besteht aus den ätherischen Ölen die diese Kräuter besitzen. Denn sie wirken antibakteriell, desinfizierend, entzündungshemmend und immunstimulierend. Bekanntlich wirkt Thymian gegen Pilze, Viren und Bakterien. Im Mittelalter nahmen die Ärzte einen Lappen vor dem Mund, getränkt mit dem Pestessig, um Pestkranke zu behandeln. In der Neuzeit wurden damit Krankenzimmer gereinigt oder es wurde auch in den Krankenzimmern mit diesen Kräutern geräuchert.

Der Pestessig war im Mittelalter als desinfizierendes und keimtötendes Mittel sehr gefragt. Es gibt sehr viele Rezepte über diesen Pestessig. Ich werde euch hier drei Rezepte aufschreiben.

Das erst Rezept:

Ihr stellt eine Tinktur her bestehend aus je 4 g frischen Lavendel, Salbei , Thymian, Rosmarin und der Weinraute. Dazu nehmt ihr 100 ml 70 % Alkohol und lasst es für gut 4 Wochen an einem warmen Ort durchziehen. Es muss gut verschlossen sein, weil sich sonst die ätherischen Öle verflüchtigen. Öfters ein bisschen schütteln.

pestessig

(Schnabelmasken die bei der Pest getragen wurden)

Das zweite Rezept sieht so aus:

Man nehme jeweils 2 Eßlöffel Lavendel, Rosmarin, Salbei und Thymian. Dann gebe man sie in ein durchsichtiges Glas und füllt es mit gut 500 ml Weißweinessig auf. Das Gemisch wird für 3 Wochem am Fenster stehengelassen, damit es gut durchzieht. Danach filtert man es ab und bewahrt es dunkel auf.

Man kann es auch gut als Raumbestäuber verwenden oder dem Putzwasser hinzutun.

 

(Die Augsburger Pesttafel)

(Die Augsburger Pesttafel)

Das dritte Rezept ist ein wenig aufwendiger:

Ihr benötigt dazu je 4 g vom Wermut, Salbei, Minze, Thymian, Rosmarin und Lavendel. Hinzu kommen noch jeweils 0,5 g Knoblauch, Zimt und Muskatnuss und noch 4 Gewürznelken. Das alles gut durchmischen und mit 250 ml Weissweinessig übergiessen. Gut verschliessen und an einem warmen Ort gut 3 Wochen ziehen lassen. Öfters schütteln. Abfiltern und in eine saubere Flasche umfüllen.

Kleiner Tip von mir: Ich gebe diesen Pestessig immer mit ins Putzwasser hinein. Es duftet sehr stark und ich liebe diesen extremen Geruch.


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12 Gedanken zu „Mittelalterlicher Pestessig

  1. Das zweite Rezept gibt’s bei mir jedes Jahr,frisch angesetzt aus dem Garten.Nun habe ich wieder was dazu gelernt,was ich tolles angesetzt habe. 😉

  2. Den haben gestern im Kurs gemacht.Habe ihn heute schon ausprobiert.

  3. Ich putze auch mit Essig, denn es ist umweltverträglich und billig. Man spart außerdem anderen Verpackungsmüll. Ich bin da kein Fanatiker, aber man sollte mal damit anfangen. Diese Müllproduktion im Alltag wird mir immer mehr suspekt!

  4. Das war mein allerestes Rezept welches ich ansetzte, nachdem ich von der Engelwurz träumte, die ich bis dahin noch nicht kannte. Ein erster Anfang der mich zu vielen neuen H-Experimenten inspirierte

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