Andere Namen : Bittersüss, Wasserranke, Mäuseholz, Hirschkraut

Den bittersüssen Nachtschatten kannte man schon bei den Germanen. Er wurde dort „Nachtschaden“ genannt. Nach alter Legende soll es auf einem Dämonen zurückgehen, der einem bei Albträumen in Erscheinung trat. Auch im Mittelalter gewann man aus dem bittersüssen Nachtschatten ein schlafförderndes Mittel. Die Wurzelrinde wurde in Wein getan und als Schlafmittel eingenommen. Dem Vieh hängte man die Pflanze in die Ställe, um es vor Krankheit zu schützen und Kindern legte man es in die Betten, damit sie vor Zauberei geschützt waren. Diese Pflanze ist hochgiftig.

Volksheilkunde :

Gelbsucht, Rheuma, Hautkrankheiten, Geschwüren, Zellulitis, Fieber, Lungenentzündung, Geschlechtskrankheiten, Juckreiz, Bronchitis, Gicht

Eigenschaften :

harntreibend, abführend, fiebersenkend, schleimlösend, beruhigend, blutreinigend, antirheumatisch, zusammenziehend, schweisstreibend, narkotisierend

Inhaltsstoffe :

Saponine, Solanin, Gerbstoffe, Bitterstoffe

Verwendung :

Kraut, Wurzeln

Darreichungsform :

Aufgüsse, Salben, Umschläge, Tee, Waschungen

Vorkommen :

Ufer, Wälder, Gebüsche

Blütezeit :

Juni – August

Sammelzeit :

Oktober (junge Zweige)

Verwechslung mit anderen Pflanzen :

schwarzer Nachtschatten

Naturschutz:

nicht geschützt

(Beeren des bittersüssen und des schwarzen Nachtschattens)

(Beeren des bittersüssen und des schwarzen Nachtschattens)

 

Anbau :

Der bittersüsse Nachtschatten ist ein winterhartes Wildkraut, der einen trockenen und sonnigen Standort mag. Die Vermehrung erfolgt im Frühjahr durch Aussaat oder durch Stecklinge im Sommer.

Ernte :  

Geerntet wird der bittersüsse Nachtschatten nach Abwurf der Blätter.

Geschmack & Geruch :

erst bitter, dann süss & geruchlos

Räucheranwendung & Mystik

Eine Nachtschatten-Räucherung hilft uns bei Trennung und dem Prozess des Loslassens.

Nachtschattenzweige im Haus aufgehängt bringt Schutz.

Nebenwirkungen:

Der bittersüsse Nachtschatten ist hochgiftig. Bei Einnahme lähmt er das zentrale Nervensystem. Er senkt die Herztätigkeit, Atmung und Körpertemperatur ab. Dann verursacht er Delirium, Schwindelgefühle, Krämpfe und dann schaltet sich der Tod ein.

 

 

4 Gedanken zu „Bittersüsser Nachtschatten – Solanum dulcamara (†)

  1. Ach so, dachte nur wenn das Laien lesen und vielleicht denken, dass man einige Pflanzenteile trotzdem verwenden kann, könnte es vielleicht gefährlich werden… (aber ich finde Eure Seite trotzdem noch immer sehr interessant! 🙂 )

  2. Ich hätte jetzt doch einmal eine Frage: Warum beschreibt ihr Eigenschaften und Verwendung von Pflanzen, die wie vorher im Text erwähnt wurde, hochgiftig sind?

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