Die Lochsteine verbreiteten einen grossen Aberglauben und Zauber. Sie werden in der Volkssprache auch Hühnergötter, Drudensteine, Schratensteine, Truttelsteine, Krottensteine, Trudenstein und auch Mördersteine (man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen 😉 genannt.Ich gehe einmal im Monat mit meinem Lebensgefährten diese Steine in Kiesgruben sammeln und pflanze in die Löcher der Steine den Hauswurz. Es ergibt eine schöne Dekoration in Beeten oder im Garten. Man kann auch ein Band durch das Loch fädeln und die Steine aufhängen, das bringt Glück und hält böse Geister und Hexen fern ;). Aus den kleinen Lochsteinen stelle ich Halsketten her, indem ich den kleinen Lochstein an ein schönes Lederband hänge. So entsteht ein kleiner Glücksbringer und ich verschenke sie an Menschen die mir wichtig sind. In dem Buch „Aradia – Die Lehre der Hexen“ sagt man über die Steine: „Einen Stein mit einem Loch darin zu finden, bedeutet ein besonderes Zeichen der Gunst Dianas. Derjenige, dem dies geschieht, soll den Stein in seine Hand nehmen und nachdem er die vorgeschrieben Zeremonie eingehalten hat, das Folgende wiederholen:

Ich habe einen Stein mit einem Loch auf den Boden gefunden.
Oh Schicksal! Ich danke dir für diesen glücklichen Fund,
Auch dem Geist, der ihn mir auf dieser Strasse
Geschenkt hat, gehört mein Dank;
Und möge er mir Gutes tun
Und mir Glück bringen!

In der Fachsprache heissen diese Steine Paramoudra. Wobei mehr damit die richtig grossen Lochsteine gemeint sind.

Nun ein bisschen zur Erstehung der Steine und natürlich über den Aberglauben der Menschheit.

Die Hühnergötter sind natürlichen Ursprungs. Es sind meistens Flintsteine, die vor Millionen von Jahren entstanden sind. Das Loch in dem Stein stammt meistens von einem Stängel der Seelilien, die sich nach der Zeit herausgelöst haben. Man findet sie an Ost – und Nordsee, sowie in Kiesgruben. Mit Glück aber auch auf Wegen.

Der Hühnergott wird schon seit Jahrhunderten als Talisman genommen. Er sollen Glück bringen und beschützen. Im Volksglauben sagt man: Wer ihn um den Hals trägt kann nicht ertrinken!

Der Aberglaube reicht schon in die slawische Kultur zurück, wo der Hühnergott das Federvieh vor der bösen Hexe Kikimora beschützt hat. Die Slawen dachten damals, wenn man die Kikimora sieht, das es Unglück bringt. Steine mit einem Loch waren in ganz Europa weitverbreitete Talismane und spielten eine grosse Rolle. Der Aberglaube an diese Steine wurde in folgenden Kulturen belegt: Franken, Germanen, Alemannen, Angelsachsen und die Slawen. In jeder der aufgezählten Kulturen, diente der Lochstein als Schutz vor bösen Geistern und Hexen und um den bösen Blick abzuwehren. Die Slawen beschwörten mit diesen Steinen ihren Viehgott Weles. Die Germanen beschwörten damit ihren Gott Donar (Thor). Im slawischen, sowie im germanischen Volksglauben waren diese Lochsteine dämonische Werkzeuge, gegen Hexen und böse Wesen. Man verwendete diese Steine auch als Amulett gegen Albträume und man hängte sie unter einem Dachstuhl um den Blitzeinschlag abzuwehren. In alten Häusern hat man manchmal noch Glück und findet eine ganze Reihe von Lochsteinen auf den Dachböden. Sogar Kindern legte man die Hühnergötter mit ins Bett, damit sie gut lernten.

In der Schweiz, Frankreich und in England hängte man den Hühnergott in die Ställe des Viehs, das damit vor Unheil beschützt ist. In Deutschland war der Hühnergott ein Talisman für Menschen und in Österreich nennt man diese Steine auch Linsensteine. Es bedeutet, wenn man durch das Loch schaut, sieht man alles grösser!

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Lochsteine als kleine Pflanzsteine für den Hauswurz

  1. Wer einen permanent tropfenden Wasserhahn oder ähnliches hat,unendlich viel Geduld sowie einen schönen Dolomitbrocken,kann sich einen solchen Lochstein sogar selbst machen!

Kommentar verfassen