Andere Namen : Kraftwurz, Rote Pestwurz, Wasserklette, Giftwurz, Bachwurz

Das Allheilmittel gegen die Pest? So dachte man im Mittelalter über diese Pflanze. In England rollte man Butterstücke in die Pestwurzblätter zum Schutz gegen die heissen Temperaturen. Die Blätter wurden im Mittelalter gerne von Hirten und Pilgern als Sonnenhut genommen, weil die Blätter bis zu 60 cm heranwachsen können. Lange Zeit war sie nicht mehr aktuell, bis man eine positive Eigenschaft bei Heuschnupfen und Migräne fand. Genau wie der Huflattich, Borretsch und der Beinwell soll die Pestwurz Pyrrolizidinalkaloide beinhalten, die unsere Leber schädigen können und sogar Krebs auslösen. Dabei kommt natürlich bei vielen die Frage auf, wie es sein kann, dass diese Pflanze bei jahrelangen Gebrauch in der Volksheilkunde keinen Hinweis darauf gab, das die Menschen bei der Einnahme Schädigungen vorzuweisen hatten. Borretsch wird seit altersher als Gurkenkraut genommen. Dazu habe ich was sehr interessantes gefunden, dass ich hier keine zitieren möchte.


Der Anteil der Pyrrolizidinalkaloide in der Pestwurz liegt bei 20 bis 30 ppm, also 0,02 bis 0,03%. Dr. med. Gedeon schrieb 1988 in der Medical Tribune Nr. 42:

… dabei geht man nach folgendem scheinbar bewährten Strickmuster vor: Man isoliert Einzelstoffe aus phytotherapeutischen Verbindungen, gibt sie in hohen Dosen verschiedenen Tieren im Tierversuch und stellt dann eine hepatotoxische und/oder kanzerogene Wirkung fest. Dies kann man, und das kann ich Ihnen jetzt schon voraussagen, nicht nur, wie geschehen, beim Huflattich und bei Beinwell erreichen, sondern bei allen, ich wiederhole: allen phytotherapeutischen Substanzen. Dies kann man aber auch bei praktisch allen Nahrungs- und Genußmitteln erreichen, z.B. beim Kochsalz, beim Bier, bei der Schokolade, beim Kaffee, bei Mandeln, bei Zigaretten: Sie können Blausäure aus den Mandeln extrahieren und erreichen schon mit viel geringeren Dosen als beim Huflattich einen tödlichen Effekt. Sie können Alkohol aus dem Bier extrahieren, womit bekanntlich schwerste lebertoxische Veränderungen erreicht werden können, Sie können Koffein aus dem Kaffee extrahieren und ihn im Tierversuch applizieren: Sie werden jede Menge tödlicher Zwischenfälle erleben…

Quelle: http://www.heilpflanzenkatalog.net/heilpflanzen/heilpflanzen-europa/201-pestwurz.html


 

Volksheilkunde :

Würmer, Leber – und Gallenbeschwerden, Gicht, Husten, Gelenkschmerzen, Magenbeschwerden, Erkältungen, Wunden, Menstruationsbeschwerden, Kopfschmerzen, Harnleiterentzündung, Bauchspeicheldrüsenbeschwerden, Heiserkeit, Asthma, Schwellungen, Ausschläge, Drüsenschwellungen, Migräne, Heuschnupfen

Eigenschaften :

schleimlösend, schweisstreibend, schmerzstillend, krampflösend, harntreibend, entzündungshemmend

Inhaltsstoffe :

ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, Schleimstoffe, Inulin, Pyrrolizidinalkaloide

Verwendung :

Blätter, Blüten, Wurzeln

Darreichungsform :

Tee, Umschläge, Tinktur

Vorkommen :

Böschungen, Feuchtwiesen, Bach – und Flussufer

Blütezeit :

März – Mai

Sammelzeit :

März – August

Verwechslung mit anderen Pflanzen :

 Rhabarber, Huflattich

Naturschutz:

nicht geschützt

 

Anbau :

Die Pestwurz ist eine winterharte Pflanze, die es feucht und halbschattig mag.

Ernte :  

Alle Teile der Pestwurz sollten zügig, in Lagen, getrocknet werden.

Geschmack & Geruch :

würzig & aromatisch

Verwendung in der Küche/Haushalt:

Die Blätter soll man als Gemüse kochen können, aber ich weiss nichts genaueres darüber, also bitte vorher erkundigen!

Tee – Zubereitung:

  • 1 TL getrocknete und pulverisierte Pestwurzwurzeln
  • 1 Tasse Wasser (250 ml)

Laut der Volksheilkunde verwendete man die pulverisierten Wurzel der Pestwurz als Tee. Es wird diesem Tee eine entkrampfende und schweisstreibende Eigenschaften zugewiesen. Man nahm auch die getrockneten Pestwurzblätter um Atemswegserkrankungen zu lindern.

Im frühen Mittelalter wurden die zerdrückten Blätter der Pestwurz auf Geschwüre und schlecht heilenden Wunden aufgelegt, um die Wundheilung zu unterstützen.

Räucheranwendung & Aberglaube

Eine Pestwurz-Räucherung gibt uns Schutz. Ihr Pflanzengeist ist sehr mächtig und gross. Wenn wir einmal ein sehr grosses Schutzbedürfnis bekommen sollten, ist eine Pestwurz-Räucherung genau richtig für uns.

Die getrocknete Pestwurz-Wurzel trug man bei sich, um vor ansteckenden Krankheiten geschützt zu sein!

Nebenwirkungen:

Die Pestwurz soll leberschädigend sein, deshalb wird empfohlen, nicht selber die Pestwurz zu sammeln, sondern auf gezüchtete Pflanzen auszuweichen. Aus ihnen wurde das „gefährliche“ Pyrrolizidinalkaloide heraus gezüchtet, sodass man die Zubereitungen aus solchen Pflanzen bedenkenlos dauerhaft anwenden kann. Bitte beachtet, dass diese Heilpflanzen-Vorstellung den Gang zu einem Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzt. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!

(Pestwurzblätter)

(Pestwurzblätter)


Wenn euch meine Texte und Arbeit ein paar Talerchen wert sind, würde ich mich über eine Zuwendung freuen!


 

 

 

4 Gedanken zu „Pestwurz – Petasites officinalis

  1. In der volksheikumde wird von pestwurz gesprochen, gemeint ist dabei die rote pestwurz „Petasites officinales“. Die weise pestwurz hier im bild ist du „petasites albus“

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