In früheren Zeiten waren es die Mönche, die das Bier herstellten. Man vermutet, dass sie damit ihren Geschlechtstrieb herunterkurbeln wollten. Der wilde Hopfen gilt als Dämpfer des Geschlechtstriebs. Seit der Antike kennt man den Hopfen als Beruhigungsmittel. Hopfenblüten sind für ihre beruhigende Wirkung bekannt. Hopfen hat eine östrogenartige Wirkung, was uns Frauen in den Wechseljahren gut tut. Es wird in diesem Fall von Pytho-Östrogenen gesprochen. Vergleichbar mit Rotklee oder Soja.

Andere Namen:

Hoppen, Bierhopfen, Hopfenkätzchen, Hupfen

Volksheilkunde:

Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Nervosität, Dauererektion, vorzeitiger Samenerguss, Ekzemen, Herpes, Geschwüre, Hautentzündungen, Angstzustände, Migräne, Appetitlosigkeit, Wunden, Wechseljahrebeschwerden, Blähungen, Krämpfen, Schwellungen, Menstruationsschmerzen, Reizblase, Einschlafstörungen, sexuelle Überregbarkeit, Haarausfall

Eigenschaften:

sexualtriebmindernd, kräftigend, harntreibend, krampflösend, schmerzstillend, beruhigend, antibakteriell, hormonell (Östrogen), desinfizierend, schlaffördernd, verdauungsfördernd, appetitanregend, antibiotisch

Inhaltsstoffe:

ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide

Verwendung:

Blätter, Triebe, Zapfen(weibliche Blüten)

Darreichungsform:

Tinkturen, Tee, Öl, Hopfenkissen, Bäder, Umschläge, Salben

Vorkommen:

Waldränder, Flussufer, kultiviert in Gärten

Blütezeit:

Juli ~ August

Sammelzeit :

März ~ Mai ( junge Triebe)

September (Zapfen)

Verwechslung mit anderen Pflanzen:

Hopfen kann leicht mit der Weinrebe verwechselt werden.

Naturschutz:

Nicht geschützt

Anbau:

Der Hopfen ist eine winterharte Pflanze. Er mag einen gut entwässerten Boden und die Sonne. Die Vermehrung erfolgt im Frühjahr durch Stecklinge der weiblichen Pflanzen.

Ernte & Trocknung:

Die Hopfenzapfen werden im Herbst gesammelt und getrocknet oder frisch verwendet. Bei ca. 50° trocknen und danach sieben, damit man die Hopfendrüsen gewinnt, die das bekannte Lupulin enthalten. Der Hopfen wird in dunklen Gefässen aufbewahrt und hält ca. 1 Jahr.

Geschmack & Geruch:

würzig, bitter & baldrianähnlich

Verwendung in der Küche/Haushalt/Kosmetik/Tierhaltung:

Am bekanntesten ist der Hopfen als Hauptgeschmackszutat in Bier. Ansonsten kann man die jungen Triebe roh essen oder gekocht wie Spargel. Die Fasern des Hopfens können für die Herstellung von Seilen verwende werden. Hopfen kann auch in Kräutertabak genommen werden. Gefüllte kleine Kissen mit Hopfenzapfen beruhigen und helfen beim Einschlafen. Über Kräuterkissen habe ich einen eigenen Artikel geschrieben.

Tee ~ Zubereitung:
  • 2 Teelöffel getrocknete oder frische Hopfenzapfen
  • 1 Tasse Wasser (ca. 250 ml)

Das kochende Wasser über das Kraut giessen und ca. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abfiltern. Vielleicht ein wenig mit Honig süssen.  20 Minuten vorm Schlafengehen kann 1 Tasse davon getrunken werden. Bei Einschlaf – und Durchschlafproblemen.

Hopfensalbe:

Diese Gesichtscreme soll das Gewebe festigen und Falten mindern. Dazu nehmt ihr 1 Handvoll Hopfenzapfen und übergiesst sie mit soviel Jojobaöl (oder vergleichbares Öl) bis alles bedeckt ist. Aufkochen lassen und auf sehr kleiner Flamme 10 Minuten durchziehen lassen. Die Hopfenzapfen werden danach entfernt und nochmal mit neuen aufgefüllt. Dabei den Topf vom Herd nehmen und alles über Nacht ziehen lassen. Nächsten Tag abfiltern und mit soviel Bienenwachs verrühren bis eine geschmeidige Gesichtscreme entstanden ist.

Hopfen-Bad:

Ein Hopfenbad wirkt beruhigend nach einem stressigen Tag. Um so ein Bad zu geniessen, benötigt ihr 150 g Hopfenzapfen. Diese Hopfenzapfen werden mit 2 Liter Wasser aufgekocht und ca. 20 Minuten durchziehen lassen und dann abfiltern. Anschliessend wird es in das Badewasser hineingegeben.

Hopfen-Tinktur:

Für eine Tinktur aus Hopfen benötigt ihr ca. 30 – 50 g grüne Pflanzenteile (Blätter, Zapfen, Stengel). Diese Pflanzenteile werden zerkleinert und in ein Glas gefüllt. Aufgegossen wird mit 40% Alkohol bs alles bedeckt ist. Verschliessen und gut durchschütteln. Das Gemisch wird für 10 – 14 Tage an einen hellen aber nicht sonnigen Ort zum Durchziehen gestellt. Wie immer, täglich schütteln und auf mögliche Schimmelbildung kontrollieren. Nach der Ziehzeit abfiltern und in kleine braune Tropferfläschen füllen. Es können bis zu 30 Tropfen bis zu 3 x täglich eingenommen werden.

Räucheranwendung & Volksglauben:

Eine Hopfenzapfen~Räucherung verräuchert man, um zur geistigen Ruhe zu kommen. Die Räucherung befreit von Vorurteilen.

Die Menschen von früher glaubten, wenn die Hopfenernte reichlich war, dass es einen strengen Winter gab. Bei den Slawen war der wilde Hopfen ein Fruchtbarkeitssymbol, so das sie einer Braut mit Hopfen überschütteten. Es wurde auch geglaubt, dass man den Hopfen nicht im Sternbild des Krebses schneiden sollte, weil er dann nicht mehr wächst. Wenn man sich lange Haare wünscht, muss man seine eigene Haarsträhne mit einem Hopfentrieb in die Erde stecken.

Nebenwirkungen:

In hohen Dosis ist der Hopfen giftig und kann allergische Reaktionen (Übelkeit, Hautausschläge) auslösen, wenn man die frischen Zapfen berührt. Man nennt es auch Hopfenpflückerkrankheit. Männer sollten vom Hopfen Abstand nehmen, weil er den männlichen Geschlechtstrieb herunterfährt. Bitte beachtet, dass diese Vorstellung den Gang zu einem Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzt. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!

hopfenblätter

(Hopfenblätter)


Wenn euch meine Texte und Arbeit ein paar Talerchen wert sind, würde ich mich über einen „Energieausgleich“ sehr freuen.
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Ein Gedanke zu „Wilder Hopfen – Gegen Schlafprobleme und innerer Unruhe

  1. hallo,
    vielen dank für den wirklich sehr interessanten artikel!
    im übrigen:
    die wirksamste medizin ist die natürliche heilkraft, die im Inneren eines jeden von uns liegt. ( hippokrates )
    liebe grüsse
    kurt kölbach

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