Die Besenheide ist sehr genügsam und wächst dort, wo viele andere Pflanzen schon aufgegeben hätten. Da wo die Besenheide wächst, gibt es einen Heidehonig, dem man medizinische Eigenschaften nachsagt. Es ist eine schöne Zier ~ und Honigpflanze. Im 1.Weltkrieg wurde die Besenheide in Deutschland als Tee~Ersatz getrunken. Im Spätmittelalter war die Besenheide eine weitverbreitete Heilpflanze, die sehr oft bei Magen ~ und Darmbeschwerden eingenommen wurde. In der Zeit davor, wird es sich wohl um die Baumheide (Erica arborea) gehandelt haben, weil die Besenheide in der Antike nicht vorkam. Also ist die Besenheide noch ein ziemlich „junges“ Heilkraut. Ihr Name Calluna stammt vom griechischen Wort „kallyno“ für: ich reinige. Es kommt vielleicht daher, dass die Besenheide früher für die Herstellung von Besen genommen wurde. Für eine Verwendung sollte immer auf das wildwachsende Heidekraut zurückgegriffen werden und nicht auf die Pflanzen die man jetzt in jedem Supermarkt kaufen kann.

besenheiden steckbrief

Lateinischer Name:

Calluna vulgaris

Volksnamen:

Heidekraut, Kuhheide, Brandheide, Besenkraut, Bienenheide

Hauptanwendung:

Infektionen der Harnwege

Volksheilkunde:

Erkältung, Niereninfektion, Durchfall, Hautflechten, Husten, Arthritis, Erschöpfung, Rheuma, Harnwegsinfektion, Gicht, Ekzemen, Einschlafprobleme, Nieren – und Blasensteine, Stoffwechselprobleme, Hautprobleme, Augenentzündungen, Prostatavergrösserung, Einschlafprobleme, Wundbehandlung, Schuppenflechte

Eigenschaften:

zusammenziehend, harntreibend, beruhigend, schweisstreibend, antiseptisch, entzündungshemmend, blutreinigend, schlaffördernd, schleimlösend

Inhaltsstoffe:

Gerbstoffe, Glykoside, Arbutin, ätherische Öle, Harze, Saponine, Kalk, Mineralstoffe, Kieselsäure

Verwendung:

Blühende Krautspitzen und Blüten

Darreichungsform:

Tee, Kompressen, Bäder, Waschungen, Sirup, Bachblüte, Umschläge,Öl

Vorkommen:

Kiefernwälder, Torfmooren, Heidegebiete, lichte Wälder

Blütezeit:

August ~ Oktober

Sammelzeit: 

August ~ Oktober (Blüten + Krautspitzen)

Verwechslung mit anderen Pflanzen:

Es besteht keine Verwechslung.

Naturschutz:

Nicht geschützt

Anbau:

Die Besenheide ist eine winterharte Wildpflanze. Sie liebt eine sonnige Lage. Die Vermehrung erfolgt im Sommer durch Ableger der Seitentriebe. Diese Pflanze kann ein Alter von 40 Jahren erzielen und bis zu 50 cm hoch werden. Die Besenheide ist immergrün. Zu blühen, fängt sie erst mit ca. 4 Jahren, an.

Ernte & Trocknung:

Die blühenden Triebe werden im Spätsommer/Herbst geerntet. Man streift die Blüten samt Blätter mit der Hand von dem jeweiligen Trieb ab. Verholzte Pflanzenteile werden nicht gesammelt. Das Sammelgut wird in dünnen Lagen zum Trocknen ausgebreitet. Es sollte schnell und dunkel geschehen, damit die violette Farbe bestehen bleibt. Das getrocknete Kraut muss dunkel und trocken gelagert werden.

Geschmack & Geruch:

bitterlich, süss & aromatisch

Verwendung in der Küche/Haushalt/Kosmetik/Tierhaltung:

Aus der Besenheide kann man einen gut schmeckenden Tee zubereiten. Eine Räucherung in der Speisekammer/Vorratskeller, lässt die Lebensmittel länger frisch bleiben. Eine Räucherung im Viehstall beruhigt die Tiere. In der Imkerei hat die Besenheide einen hohen Stellenwert. Dieser Heidehonig kann vielseitig in der Küche verwendet werden. Als Färberpflanze ergibt die Besenheide ein sattes Gelb.

Tee ~ Zubereitung:

  • 2 Teelöffel getrocknete Besenheide
  • 1 Tasse Wasser (250 ml)

Das kochende Wasser über das Kraut giessen und ca. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abfiltern. Vielleicht ein wenig mit Honig süssen.  Bei einer Blaseninfektion können bis zu 3 Tassen täglich davon getrunken werden. Es wird in kleinen Schlucken getrunken. Dieser Tee hat eine schleimlösende Eigenschaft und kann auch bei Husten getrunken werden. Bei Ekzemen, findet dieser Aufguss auch als Umschlag, Verwendung. Ein Bad, mit einem Besenheiden-Aufguss, kann Rheumaschmerzen lindern. Für die Wundbehandlung ist dieser Aufguss ein mildes Mittel.

Besenheide ~ Tinktur:

Die Besenheide soll sich tatsächlich mit radioaktiver Strahlung und Schwermetallen im Körper verbinden; die dadurch besser ausgeschieden werden. Um so eine Tinktur selber zu machen benötigt ihr eine Handvoll zerkleinerte und blühende Triebspitzen. Das Ganze übergiesst ihr mit 40 % Alkohol bis alles gut bedeckt ist. Durchschütteln und für 6 Wochen durchziehen lassen. Täglich schütteln und auf mögliche Schimmelbildung hin kontrollieren. Abfiltern und in kleine braune Fläschen umfüllen. Über den Tag verteilt sollen 12 Tropfen täglich eingenommen werden.

Besenheide ~ Sirup:

Dieser Sirup lindert Beschwerden bei hartnäckigen Husten und erleichtert das Abhusten. Für die Herstellung benötigt ihr 80 – 100 g Besenheidekraut. 500 ml Wasser werden aufgekocht und über die das zerkleinerte Kraut gegossen. Zugedeckt gut einen Tag ziehen lassen. Danach wird alles abgefiltert und der Rest der Besenheide nochmal gut ausdrücken. Das Besenheiden-Wasser aufkochen und mit 200 g Zucker und einem Teelöffel Zitrone vermischen. Bitte nicht mehr zum Kochen bringen, sondern auf kleinster Flamme dick werden lassen. Danach in sterilisierte Flaschen umfüllen und kühl und dunkel lagern.

Besenheiden ~ Öl:

Dieses Besenheiden ~ Öl kann gegen rotgefleckter Haut und auch gegen Schuppenflechte verwendet werden. Um es herzustellen benötigt ihr 30 g blühende Triebspitzen und übergiesst sie mit 125 ml Öl eurer Wahl. Für ca. 10 ~ 15 Tage durchziehen lassen und täglich schütteln und auch auf mögliche Schimmelbildung achten. Danach abfiltern und in eine sterilisierte Flasche umfüllen. Kühl und dunkel lagern. Die betroffenen Stellen können täglich damit eingerieben werden.

Besenheiden ~ Bad:

Dieses Heilbad soll gut gegen Gicht und Rheuma sein. Dafür nehmt ihr ca. 500 g Heidekraut und lasst es in 3 Liter Wasser aufkochen und gibt es eurem Badewasser hinzu. Die Badezeit sollte höchstens 20 Minuten betragen.

Räucheranwendung & Volksglauben:

Eine Besenheiden-Räucherung lässt zu, das wir Veränderungen akzeptieren und uns aus negativen Bindungen lösen können. Es kann auch verräuchert werden, um zwei Menschen an sich zu binden. Eine Räucherung mit der Besenheide löst alte verrannte Strukturen auf und gibt uns dadurch eine freie Sicht der Dinge, die für uns wichtig sind.

Der Aberglaube sagt, das ein Besenheidezweig an der Decke aufgehängt, Hexen vertreibe. Oder man legt einen Zweig der Besenheide unter das Kopfkissen, um schöne Träume zu bekommen oder um Träume wahr werden zu lassen. Genauso steckte man einen Zweig hinter einen Spiegel, damit kein Blitz das Haus trifft. Findet ein Mann, eine weissblühende Besenheide, so wird er bald heiraten. Sie diente auch als Orakelpflanze, indem man glaubte, wenn die Besenheide bis in die Spitzen blühte, dass es einen harten Winter gibt.

Nebenwirkungen:

Bei einer Überdosierung können bei empfindlichen Menschen, Magenschmerzen oder Verstopfung auftreten. Bitte beachtet, dass diese Vorstellung den Gang zu einem Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzt. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!

(Besenheide/Heidekraut)


Wenn euch dieser Artikel gefallen hat, würde ich mich um einen „Energieausgleich“ sehr freuen.
Celticgarden unterstützen:


 

Ein Gedanke zu „Heilpflanzenlexikon ~ Besenheide ~ Die unbekannte Heilpflanze

Kommentar verfassen