Die Blüten des Gänsefingerkrauts öffnen sich nur bei Sonnenschein. Ihr Name kommt daher, weil Gänse das Kraut zum Fressen gerne haben. Die Germanen schätzten diese kleine Pflanze sehr. Im Mittelalter war sie eine viel verwendete Heilpflanze. Zu dieser Zeit nannte man den Durchfall Stuhlzwang, daher auch ihr Name. Die Frauen im Mittelalter verwendeten dieses Heilkraut sehr viel. In der Antike wird sie nicht erwähnt. Bekannt ist die Gänsefingerkraut~Milch, die sehr gut bei Menstruationsbeschwerden helfen soll. Die Wurzel kann bei Zahnfleischentzündung gekaut und eine Waschung oder Umschlag bei Furunkeln, gerade im Schambereich verwendet werden. Es wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend. Gegen Durchfall helfen uns die Gerbstoffe im Gänsefingerkraut. Pfarrer Kneipp soll mit diesem Kraut einen fortgeschrittenen Fall von Tetanus geheilt haben.

Lateinischer Name:

Potentilla anserina

Volksnamen:

Krampfkraut, Gänsekraut, Silberkraut, Gänserich, Zwangkraut

Hauptanwendung:

Krämpfe jeglicher Art; insbesonders gegen Magen ~ und Menstruationskrämpfen und krampfartigen Husten

Volksheilkunde:

Menstruationsschmerzen, Wunden, Schleimhautentzündungen, Darmkrämpfe, Magenkrämpfe, Zahnfleischentzündungen, Durchfall, Blutungen, Übersäuerung, Harnwegentzündungen, Schwellungen, Hautausschläge, Ekzeme, Muskelkrämpfe

Eigenschaften:

zusammenziehend, desinfizierend, krampflösend, wundheilend, beruhigend, entspannend, entzündungshemmend, schmerzstillend

Inhaltsstoffe:

Vitamin C, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide

Verwendung:

Blätter, Wurzeln, Blüten

Darreichungsform:

Umschläge, Gurgelwasser, Tee, Tinktur, Pulver, Kräutermilch, Waschungen

Vorkommen:

Wege, Wegränder, Rasen, Wiesen

Blütezeit:

Mai ~ Oktober

Sammelzeit:

Juni ~ August ( Blätter, Blüten)

Oktober ( Wurzeln)

Verwechslung mit anderen Pflanzen:

Mit Hahnenfussgewächsen

Naturschutz:

Nicht geschützt

Anbau:

Das Gänsefingerkraut ist eine winterharte Wildpflanze. Die Vermehrung erfolgt im Frühjahr oder im Herbst durch Aussaat. Sie liebt die volle Sonne und einen leicht feuchten Boden, aber sie kommt auch im Halbschatten und trockenen Boden zurecht, wobei sie dann doch nicht ganz so schöne Blätter entwickelt, sondern leicht „sparrig“ wächst. Ihre Grösse ist gerade mal ca. 10~15 cm hoch. Als Bodendecker ist sie sehr gut geeignet und ist mit ihren schönen gelben Blüten niedlich anzusehen. Bei einer Anpflanzung im eigenen Garten solltet ihr es ein wenig beobachten, weil es sich rasant ausbreitet. Wobei der Anbau im eigenen Garten sinnvoll ist, weil dieses Kraut sich sehr gerne an Feldrändern ansiedelt und wir von dort nie sammeln sollten, weil sich die Pestizide vom Acker auf die Pflanzen legen.

Ernte & Trocknung:

Das Gänsefingerkraut sammelt ihr im Ganzen. Blüten, Blätter, Triebe und Wurzeln. Es wird im Schatten, am besten mit Luftzug, getrocknet. Es muss öfters gewendet werden, weil sonst braune Stellen entstehen können. Der Kontakt mit Metallgefässen sollte bei diesem Kraut gemieden werden.

Geschmack & Geruch:

herb & geruchlos

Verwendung in der Küche/Haushalt/Kosmetik/Tierhaltung:

Natürlich sollte dieses Kraut in der Gänsehaltung nicht fehlen, das sagt ja auch sein Name aus. Junge Blätter und die Wurzel können als Gemüse gekocht werden. Auch in Kräuterquarks und in Salatsaucen schmeckt das Gänsefingerkraut sehr gut. Aufläufen gibt das Gänsefingerkraut einen guten Geschmack. Die Wurzel wurde früher als Mehlersatz verwendet, können aber auch roh gegessen werden. Auch im Smoothie sind sie lecker. Da die Pflanze viel Vitamin C besitzt, sollte sie öfters auf dem Speiseplan stehen. Auch die gelben Blüten sind essbar.

Tee ~ Zubereitung:

  • 2 TL getrocknetes Gänsefingerkraut
  • 1 Tasse Wasser

Das kochende Wasser über das Kraut giessen und ca. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abfiltern. Vielleicht ein wenig mit Honig süssen. Bei Magen – oder Menstruationskrämpfen können 3 Tassen täglich davon getrunken werden. Diesem Tee können auch Zitronenmelisse, Baldrianwurzeln und Kamillenblüten zugefügt werden. Umschläge mit dem Absud des Gänsefingerkrauts können auf Krampfstellen gelegt werden. Einen stärkeren Magentee erreicht ihr, wenn ihr zu gleichen Teilen Fenchel und Kümmel hinzugebt. Dieser Tee kann auch als Gurgelwasser gegen Mundschleimhautentzündungen genommen werden.

Gänsefingerkraut ~ Pulver:

Das Gänsefingerkraut, samt Blüte wird getrocknet und zu Pulver zermahlen. Es hat die gleichen krampflösenden Eigenschaften wie der Tee. Es werden auf den Tag verteilt 2 Messerspitzen eingenommen oder übers Essen gestreut.

Gänsefingerkraut ~ Milch:

Einen Teelöffel Gänsefingerkraut mit 250ml heisser Milch übergiessen. 10 min. ziehen zugedeckt lassen und warm trinken. Diese Milch wirkt stark entkrampfend. Sie kann bei jeglicher Art von Krämpfen getrunken werden, wie bei Menstruation – oder Bauchschmerzen. Auch bei Migräne soll sie gut sein. In früheren Zeiten trank man diese Gänsefingerkraut-Milch bei Wundstarrkrampf.

Gänsefingerkraut ~ Tinktur:

Ihr nehmt ein Schraubglas eurer Wahl und bis zur Hälfte mit zerkleinerten Blättern des Gänsefingerkrauts befüllen. Diese übergiesst ihr mit soviel 40% Alkohol (Wodka oder Korn) bis alles bedeckt ist. Verschliessen, gut durchschütteln und an einen nicht zu warmen Ort ziehen lassen. Täglich schütteln und nach Schimmelbildung kontrollieren. Nach 3 Wochen abfiltern und in braune (dunkle) Fläschen umfüllen. Ein paar Tropfen in Wasser oder Tee können bei Magen – und Bauchkrämpfen eingenommen werden, aber auch bei anderen Krampfschmerzen. Bei Migräne muss es direkt beim Anfang dieser eingenommen werden. Dazu 3 mal täglich 15 ~ 25 Tropfen einnehmen.

Kräuterkissen:

Dieses kleine Kissen wird im Volksmund auch Krampfkissen genannt. Dafür nehmt ihr soviel Gänsefingerkraut, wie in euer Kissen hineinpasst. Es muss alles getrocknet und zerkleinert werden. Der Stoff des Kräuterkissen sollte Baumwolle oder aus Seide sein. Bei Bedarf erwärmt ihr dieses Kissen ganz leicht. Dafür legt ihr es auf eine Heizung oder zwischen zwei warmen Bettflaschen. Bei Regelschmerzen legt ihr es euch auf die schmerzende Stelle und deckt es mit einem Handtuch ab, damit die Wärme nicht so schnell vergeht.

Räucheranwendung & Volksglauben:

Das Gänsefingerkraut löst bei einer Räucherung seelische Verspannungen. Es hilft uns einmal kräftig durchzuatmen. Viele Dinge lösen sich dann von selber und wir werden ruhiger und gelassener.

Getrocknete Gänsefingerwurzeln bei sich getragen, soll die Liebe anziehen! Weil die Blätter des Gänsefingerkrauts silbern scheinen, sagte man, dass im Mondschein Elfen auf dieser Pflanze tanzen. Das Gänsefingerkraut gehört in Mythologien immer den Elfen. Die berühmten Würzwische oder auch Kräuterbündel beinhalten immer das Gänsefingerkraut.

Nebenwirkungen:

Kinder, Schwangere und stillende Frauen sollten von einer Einnahme absehen. Bitte beachtet, dass diese Pflanzen – Vorstellung den Gang zu einem Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzt. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!

(Gänsefingerkraut)


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7 Gedanken zu „Heilpflanzenlexikon ~ Gänsefingerkraut ~ Das natürliche Mittel gegen Krämpfe

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