Andere Namen : Haselnussbaum, Haselnussstrauch, Haselstrauch, Hazel

Der Haselnussstrauch kann an die 100 Jahre alt werden. Wenn der Winter vorüber ist und die Natur langsam wieder ans Erwachen denkt, ist der Haselnussstrauch die erste Nahrungsquelle für Insekten. Dem Haselnussstrauch werden seit jeher magische Kräfte zugesprochen. Er steht für Liebesfruchtbarkeit, Unsterblichkeit,  Neubeginn, Wunscherfüllung und Glück. Wünschelrutengänger arbeiten bis heute mit dem Haselruten. Die Wünschelrute darf nur von einem dreijährigen Haselnussstrauch geschnitten werden und sie darf auch nicht mit dem Messer, sondern mit einem Feuerstein abgeschnitten werden. Die Kelten, wie auch die Germanen waren davon überzeugt, das der Haselnussstrauch vor Blitzeinschlag, wilden Tieren, Krankheiten und dämonische Kräfte schützt. Bei den Germanen durfte ein Haselnussstrauch nicht gefällt werden. Im Mittelalter sagte man, wenn man unter einem Haselnussbaum schläft, man zukunftsdeutende Träume bekommt. Auch das man unter einem Haselnussbaum mit Naturgeistern in Kontakt treten kann. Misteln wachsen gerne auf Haselnussbäume und deshalb besagte der Aberglaube, das gerade diese Misteln vor Behexung schützen.

Volksheilkunde :

Krampfadern, Kreislaufstörungen, Hämorrhoiden, Wunden, Venenentzündungen, Geschwüren, Impotenz, Husten, Fieber, Fettleibigkeit, Menstruationsschmerzen

Eigenschaften :

harntreibend, wundheilend, entzündungshemmend, beruhigend, schweisstreibend, gefässverengend, gewebsstraffend, zusammenziehend, blutreinigend, blutstillend, fiebersenkend, schlankheitsfördernd

Inhaltsstoffe :

ätherische Öle, Glykoside, Zucker, Gerbstoffe, organische Säuren, Vitamine, Eiweisse

Verwendung :

Blätter, Rinde, Nüsse, Blütenkätzchen

Darreichungsform :

Tee, Umschläge, Öle, Tinktur, Salbe, Urtinktur, Bäder, Waschung

Vorkommen :

Gebüsche, Wegränder, Feldränder, Gärten, Laubwälder, Waldränder

Blütezeit :

Februar – März

Sammelzeit : 

März (Rinde & Blütenkätzchen)

Mai – August (Blätter)

September – Oktober (Nüsse)

Verwechslung mit anderen Pflanzen :

keine Verwechslung

Naturschutz:

nicht geschützt

(Haselnuss)

(Haselnuss)

Anbau :

Der Haselnussstrauch ist eine winterharte Pflanze, die einen sonnigen bis halbschattigen Platz liebt.

Ernte & Trocknung :

Die Rinde wird im Frühjahr von den Ästen geschält und in Zugluft getrocknet. Nüsse kann man weit bis in den Dezember sammeln. Sie sind sehr lange haltbar. Beim Sammeln bitte auch an die Eichhörnchen denken, denn für sie ist die Haselnuss eine Nahrungsquelle. Die Blütenkätzchen werden in Lagen geschichtet und schnell getrocknet.

Geschmack & Geruch :

nussig  & geruchlos

Verwendung in der Küche/Haushalt/Kosmetik/Tierhaltung:

Haselnusskerne verwendet man oft in Kuchen und Keksen. Es kann mit Haselnussblättern ein guter Kräutertabak hergestellt werden. Haselnussöl ist gut bei trockener und rauher Haut. Die Haltbarkeit ist aber leider sehr gering.

Tee – Zubereitung:

  • 2 TL getrocknete Haselnussblätter
  • 1 Tasse Wasser

Das kochende Wasser über das Kraut giessen und ca. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abfiltern. Vielleicht ein wenig mit Honig süssen. Es kann bei Fieber bis zu 2 Tassen täglich getrunken werden. Ein Tee aus den Blütenkätzchen hilft uns bei einer starken Erkältung mit Fieber. Dieser Tee hat eine schweisstreibende Eigenschaft.

Tinktur:

Für eine Tinktur werden werden ca. 10g frische oder getrocknete Haselnussblätter mit 50 ml hochprozentigem Alkohol (40 – 70 %) übergossen. Die Blätter müssen überdeckt sein. Diese Mischung wird für 2-3 Wochen stehen gelassen und ab und zu gut durchschütteln. Danach wird abgefiltert und in kleine braune Tropferfläschen umgefüllt. Diese Tinktur kann auch in Salben mit verwendet werden. Äusserlich wird sie bei Verstauchungen, kleinen Wunden und Prellungen verwendet. Haselnussblätter werden gerne als Ersatz für die Zaubernuss (Hamamelis) genommen

Räucheranwendung:

Eine Räucherung mit Haselnussblättern wurde meistens in Liebesangelegenheiten verwendet. Sie soll aber auch einen klaren Kopf bewahren. Die Germanen räucherten die Haselnussblätter, um Schutz gegen Blitzeinschlag zu erhalten. Sowie auch, um die Fruchtbarkeit zu erlangen oder das eigene Wünsche erfüllt werden.

Aberglauben:

Haselnusszweige über die Tür gehängt, lässt negative Energien draussen und schützt Haus und Hof davor. Deshalb pflanzte man zu früheren Zeiten Haselnusssträucher an Höfen. Gleichzusetzen wie der Holunder.

Nebenwirkungen:

Für Allergiker ist die Haselnuss ein Albtraum und auch auf Haselnusskerne reagieren viele Menschen allergisch. Beachtet, dass dieser Artikel den Gang zu einem Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzt. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!

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13 Gedanken zu „Haselnuss – Corylus avellana

  1. Danke ihr Lieben…..ich hatte das schon selber bemerkt, weil die Fotos der Hainbuche und der Haselnuss nebeneinander im Ordner waren. Leider lässt sich das hier nicht mehr abändern 😀

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