Die botanischen Namen monogyna und oxycantha ist nur für botanische Zwecke interessant, weil damit nur gemeint ist, ob der Weissdorn eingriffelig oder zweigriffelig ist. Beide sind in ihrer Heilwirkung identisch. Um den Weissdorn ranken sich viele Mythen und Traditionen. Aus heidnischer Zeit stammt eine Tradition, wo eine Maikönigin gewählt wurde und nach der Wachstumsperiode getötet wurde. Daher sieht man in dem Weissdorn das Symbol der Hoffnung und auch das Omen des Todes. Der Weissdorn kann ein Alter von 500 Jahren erreichen. Um Albträumen vorzubeugen, trank man in früherer Zeit ein Glas Weissdornlikör vor dem Schlafengehen. Nach altem Volksglauben war der Weißdorn eine magische Pflanze gegen bösen Zauber. Im Mittelalter wurden ganze Hecken aus Weissdorn gepflanzt, um wilde Tiere vom Haus fernzuhalten, aber auch vor Dämonen und Wiedergängern. Man sagte, das man einen Vampir nur mit einem Pfahl des Weissdorns durchbohren soll. Bei den Germanen glaubte man an den Schlafzauber. Man stach denjenigen mit einem Stachel des Weissdorns so stark, das er in einen Schlaf verfiel und nicht mehr aufwachte. Dornröschen lässt grüssen. In Irland glaubt man bis heute daran, das im Weissdorn die Feen wohnen. Darum darf dort auch kein von Feen bewohnter Weissdorn gefällt werden, weil es den Tod über das Vieh bringt oder im ganz ungünstigen Fall sogar über die Kinder von dem, der den Weissdorn gefällt hat.

Andere Namen :

Hagedorn, Mehlbeerbaum, Mehldorn, Weissheckendorn, Zaundorn

Volksheilkunde :

Herzerkrankungen, Kreislaufbeschwerden, Blutdruckbeschwerden, Arteriosklerose, Migräne, Wechseljahrebeschwerden, Schlaflosigkeit, Herzmuskelschwäche, Herzrhythmusstörungen, Durchblutungsstörungen, Herz-Kreislauf-Störungen, Husten, Epilepsie, Blasen – und Nierenentzündungen, Durchfall, Infektionskrankheiten

Eigenschaften :

wärmend, durchblutungsfördernd, kreislaufanregend, blutdrucksenkend, hustenreizlindernd, stärkend, harntreibend, fiebersenkend, beruhigend

Inhaltsstoffe :

ätherische Öle, Vitamin C, Vitamin B, Pektine, Gerbstoffe, Flavonoide

Verwendung :

Früchte, Blüten, Blätter

Darreichungsform :

Öl, Aufgüsse (Tee), Gurgelwasser, Tinktur

Vorkommen :

Waldränder, Feldränder, licht Laubwälder, Gebüsche, Gärten

Blütezeit :

Mai – Juni

Sammelzeit : 

Mai – Juni (Blüten, Blätter)

September – November (Früchte)

Verwechslung mit anderen Pflanzen :

Es können Verwechslungen mit der Schlehe, während der Blütezeit vorkommen.

Naturschutz:

Nicht geschützt

weissdorn

(Weissdornfrüchte)

 

Anbau :

Der Weissdorn ist eine winterharte Pflanze. Er liebt fast alle Böden und gedeiht gut in der Sonne, aber auch im Halbschatten. Die Vermehrung erfolgt durch Sammeln der reifen Samen. Sie müssen ca. 18 Monate gelagert werden und dann im Frühjahr ausgesät werden.

Ernte & Trocknung :

Man erntet die reifen Früchte, um sie roh oder gekocht zu verwenden. Für Absude oder Tinkturen werden die Früchte vorher getrocknet. Bei der Trocknung bitte darauf achten, das die Früchte gut durch getrocknet sind, weil sie dazu neigen leicht zu verschimmeln. Braun gewordene Blüten sollten entfernt werden. Blüten werden ebenfalls für Tinkturen getrocknet.

Geschmack & Geruch :

bitter, säuerlich  & aasartig (Blüten)

Verwendung in der Küche/Haushalt/Kosmetik/Tierhaltung:

Die Früchte des Weissdorns eignen sich, um Marmelade einzukochen. Die jungen Blätter können in Salaten oder Gemüsen beigegeben werden. Das Holz kann sehr gut zum Drechseln genommen werden. Ein Bad soll hautstraffend wirken. Die getrockneten Früchte wurden früher als Mehlzusatz verwendet.

Tee – Zubereitung:

  • 1 Teelöffel getrocknete Weissdornbeeren oder Blüten
  • 1 Tasse Wasser (250 ml)

Um im Alter seinem Herzen was Gutes zutun kann einen Tee, aus den Früchten oder den Blüten, zubereiten. Die Weissdornbeeren oder Blüten werden mit dem kochenden Wasser übergossen und für 10 Minuten zugedeckt stehen gelassen. Täglich 2-3 Tassen trinken. Kann mit etwas Honig gesüsst werden.

Räucheranwendung & Volksglauben:

Eine Räucherung mit Weissdorn verstärkt das WIR-Bewusstsein. Es nimmt einem die Einsamkeit. Geräuchert wird auch gegen Dämonen. Im Mittelalter wurden damit die Kranken verräuchert, um das die Krankheiten schneller heilten.

Weissdornzweige wurden im Mittelalter über Stall- und Haustür genagelt, um Hexen und Zauberern den Eingang zu verwehren.  Amulette aus Weißdorn wurden als abwehrendes Mittel gegen Krankheiten verwendet.

Nebenwirkungen:

Herzkranke Menschen sollten den Weissdorn nur unter ärztlicher Aufsicht einnehmen! Bei nicht herzkranken Menschen sind Nebenwirkungen, auch bei langer Anwendung, nicht bekannt. Bitte beachtet, dass diese Vorstellung den Gang zu einem Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzt. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!

 

(Weissdornblüten)

(Weissdornblüten)

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4 Gedanken zu „Weissdorn – Crataegus monogyna/oxycantha

  1. Ich habe neulich beim Spazieren Weissdorn entdeckt und mir überlegt, ob ich nochmal dorthin gehen und welchen sammeln soll. Du hast mich überzeugt. 🙂 Ich werde morgen welchen holen! Danke für den richtig guten Artikel! LG Sabine

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