Wir kennen die Eibe vor allem als Friedhofsbaum. Sie gilt als ein Baum des Todes. Daher findet man diesen Baum sehr viel auf Friedhöfen. Zugleich ist die Eibe auch angesehen, des ewigen Lebens. Vermutet wird wegen ihrer schönen immergrünen Nadeln. Nach keltischem Glauben sollen die Wurzeln der Eibe bis in die Münder der Toten wachsen. Im keltischen Jahresrad steht die Eibe für den Tod der Sonne. Sie gehört zu den heiligen Bäumen der Druiden und aus ihrem Holz wurden die Zauberstäbe der Druiden geschnitzt. Die Germanen kannten sogar eine Eiben-Rune (Rune Eihwaz), die eine sehr starke Schutzrune war. Auf alten Burgen findet man heutzutage noch alte Eiben und man vermutet, dass sie wohl damals gepflanzt wurden, um Bögen, Pfeile, Messergriffe und auch Löffel daraus zu machen.

eiben samen

(Samen der Eibe)

Man trug zu dieser Zeit Eibenholz als Schutzamulett vor Verhexung. Das Eibenholz der Amulette wurden nur bei Mondfinsternis geschnitten. Die Kelten badeten ihre Pfeilspitzen in Eibennadelsud, um so ein wirkungsvolles Gift für ihre Pfeile zubekommen. Schon immer nahmen die Menschen von damals die Eibe um Menschen und Gegner zu vergiften. Auch für Abtreibungen wurde aus den Eibennadeln ein Sud gekocht. Worauf wohl viele Frauen und Mädchen starben. Im Mittelalter sagte man, dass wenn man unter einem Eibenbaum einschläft, man des Todes geweiht war. Die Eibe war immer der Mittelpunkt des Hexengartens. Eibenzweige im Haus bringen Unheil. Wie beim Holunder besagt der Volksglauben, wenn man eine Eibe fällt, dass mit demjenigen nichts Gutes passiert.

Alle Teile der Eibe sind giftig, ausser der rote Samenmantel. Ihre Giftigkeit hängt vom Standort und von der Jahreszeit ab. Trotzdem ist sie immer giftig!!! Eiben sollen in warmen Sommertagen sehr ausdünsten, was bei uns Menschen, die sich dann in der Nähe der Eibe befinden zu Wahrnehmungsstörungen führt. Eine Geschichte besagt, das römische Legionäre durch einen Eibenwald liefen, um ein keltisches Dorf niederzumetzeln. Sie kamen aber nicht weit, weil die Eiben so ihren Duft verströmten, das sie sich niederliessen und ihren Wachträumen hingaben. Manche sollen sogar daran gestorben sein. Ca. 40 Eibennadel können einem in die Anderswelt bringen, aber mit der Aussicht nie wieder zurückzukehren. Die älteste Eibe Deutschlands ist weit über 2000 Jahre alt.

Andere Namen :

Totenbaum, Eibenbaum, Kantelbaum, Rotzkirsche

Volksheilkunde :

Krebserkrankungen der Lunge, Brustkrebs und der Eierstöcke, Schlangenbiss, Tollwut, Husten, Schnupfen, Skorbut (roter Samenmantel), Hautparasiten, Lungenkrankheiten, Magen – und Darmbeschwerden, Krätze, Wurmbefall, Herzbeschwerden, Epilepsie, Rheuma, Abtreibung

Eigenschaften :

krebshemmend, herzstärkend, darmanregend, tötend, entzündungshemmend, hustenlindert, abtreibend

Inhaltsstoffe :

Taxin A + B, Bitterstoffe, Harze, Vitamin C, Glykoside, Biflavonoide, Phenole, Betulosid, Diterpene, Baccatin, Paclitaxel

Verwendung :

Nadeln, Rinde, rote Beeren

Darreichungsform :

Extrakte, Tinktur, Räucherung

Vorkommen :

kultiviert auf Friedhöfen, Burgen und Gärten, Wälder

Blütezeit :

März -April

Sammelzeit : 

Roter Samenmantel OHNE KERN (Herbstanfang)

Verwechslung mit anderen Pflanzen :

Mit der Tanne oder in jungen Jahren mit der Douglasie.

Naturschutz :

Geschützt. Sie ist vom Aussterben bedroht. Menschen nutzen ihr Holz im Übermass und dadurch verschwand dieser Baum immer mehr. Genauso wird der Buche nachgesagt, dass sie daran beteiligt ist. Buchen verdrängen auch Eichen.

 

Anbau :

Die Eibe ist winterhart. Sie bevorzugt nicht allzuviel Sonne. Dieser Baum ist sehr schattentolerant. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat im Herbst. Die Samen müssen einer Kältebehandlung unterzogen werden, wie bei der Alraune. Ihre Samen keimen ca. erst 18 Monate später. Die Stecklingsvermehrung ist meistens erfolgreicher und die ersten Wurzeln wachsen ca. 6 Monate nach dem sie in der Erde sind. Eiben wachsen bis zu 3 cm im Jahr. Die Eibe sollte nicht zu dicht an Sitzplätzen im Garten gepflanzt werden. Soweit ich weiss können diese Bäume eine Höhe von bis 15 Meter erlangen oder auch als Strauch wachsen. Sie gehört zu den Nadelbäumen, aber ihre Nadeln sind weich und nicht hart und stechend wie von der Fichte und Kiefer. Ihre Rinde ist rotbraun, wie ihr oben auf dem Foto sehen könnt und sie lässt sich genau so abziehen wie von Kiefern. Ihre „Blütezeit“ ist im Mai-April. Ihre zuerst grünen Samenmantel, der später rot ist, wird im Juli-August gebildet. Dieser Samenmantel beinhaltet den Samenkern. Sie ist zweihäusig, das heisst, dass es männliche und weibliche Eiben gibt. Es soll auch Bäume geben, wo beides vereint drauf ist.

Ernte & Trocknung :

Die Nadeln, Rinde und Holz können das ganze Jahr über gesammelt werden. Die roten Beeren reifen erst im Frühherbst heran und werden meistens frisch gegessen.

Geschmack & Geruch :

Samenmantel (ohne Kerne) schmecken süsslich – schleimig

Verwendung in der Küche/Haushalt/Kosmetik/Tierhaltung:

Aus dem Eibenholz kann man schöne und haltbare Langbögen bauen und es ist auch sehr beliebt in der Holzbauer – und Schnitzerkunst. Ungiftig ist der rote Samenmantel, ohne Kern. Er hat einen leicht süsslichen und schleimigen Geschmack. Der Kern muss vorher herausgenommen werden, weil er absolut giftig ist. Dieser Samenmantel kann zu Marmelade verarbeitet werden. Ich betone hier wieder: OHNE KERN!

Gerade bei Pferden werden des Öfteren Vergiftungen mit Eibennadeln gesehen. Auch hier sind bis zu 200 g Eibennadeln tödlich für ein Pferd. Dagegen sollen Rehe und Hasen dagegen unempfindlich sein. Bei Kaninchen führen 2 g Eibennadeln zum Tod.

Räucheranwendung & Volksglauben:

Mit der Eibe zu Räuchern, empfehle ich nur erfahrenen Räucherkundigen. Die Zweige für eine Räucherung schneidet man im Sommer und hängt sie zum Trocknen auf. Das Eibenholz sollte 1-2 Jahre lagern. Die Eibenrinde wird normal getrocknet. Die Eibe ist für eine Räucherung zu Samhain sehr gut geeignet. Sie ist ausgezeichnet für Räucherungen, die draussen in der Natur vollzogen werden. Die Räucherung wirkt lösend von alten Geschichten und Sichtweisen und bereitet dadurch den Weg zu Neuem.

Im Mittelalter nahm man die Eibe zum Räuchern um Krankheiten zu lindern. So sollte der eingeatmete Rauch bei Erkältungserscheinungen, wie Husten und Schnupfen, Linderung verschaffen. Auch bei Lungenkrankheiten gingen sie so vor. Nicht zum Nachahmen geeignet!

Im Mittelalter trugen Menschen Eibenholz am Körper, um vor Krankheiten geschützt zu sein. Auch wurden kleine Kreuze aus Eibenholz gebastelt und an die Kleidung gesteckt oder als Kette getragen. Die Eibe war und ist ein mächtiger Schutz – und Zauberbaum, der alles Schädliche abhält.

Nebenwirkungen:

Absolut tödlich!!!!!  Bis zu 100g Eibennadeln sind für einen Erwachsenen absolut tödlich. Der Tod tritt meistens 1- 2 Stunden ein. Sollten unbeabsichtigt Eibenteile verschluckt werden, bitte SOFORT zum Arzt oder auch die Vergiftungszentrale anrufen. KEINE SELBSTMEDIKATION! Wenn ihr euch für die Eibe in der Krebsbehandlung interessiert, so wendet euch an einen Arzt. Er wird euch dann beraten.

(Eibenfrüchte)

(Eibenfrüchte)


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5 Gedanken zu „Artikelserie Giftpflanzen ~ Die Eibe †

  1. Hallo Sarah,

    ich denke du wirst verstehen, dass ich auf solche Fragen hier nicht präzise drauf antworte, weil eventuell auch Kinder hier mitlesen.

    Danke fürs Verständnis und viele Grüsse,
    Katuschka

  2. Was kann bei einer Räucherung mit Eibe passieren??

  3. die eibe hat keine beeren, weil sie ein nacktsamer is! das, das ihr „Beere“ nennt, heißt arillus 😉

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