Andere Namen : Waldlinde, Steinlinde

Im Mittelalter wurde die Rinde, der Saft und auch Lindenholzkohle verwendet. Linden sieht man heutzutage noch viel auf Dorfplätzen, weil unter ihr das “ Recht “ gesprochen wurde. Es wurde geglaubt, das nur unter ihr die Wahrheit ans Licht komme. Das Lindenblatt war ein Symbol des freien Mannes. Unter der Linde wurde auch geheiratet,getanzt und gefeiert. Im Mittelalter war Lindenholz heilig, weil viele Heilige aus ihr geschnitzt wurden.  Die Kelten und auch die Germanen fertigten ihre Schilde aus dem Holz der Linde an und bemalten sie mit bunten Farben. Daher kommt auch der Begriff „etwas schildern“. Nach einem alten Glauben verwandelt sich jede Frau nach ihrem Tod in eine Linde und der Mann in eine Eiche. Man könnte es mit dem Yin und Yang aus China vergleichen.

Bei den Germanen, Slawen und den Kelten war die Linde ein Sippenbaum. Göttin Frey war mit der Linde verbunden. Die Linde gilt als Schutzbaum gegen Blitzeinschläge und Dämonen und wurde oft auf Höfen gepflanzt, um als Schicksalsbaum der Familie zu funktionieren. Man glaubte, wenn die Hoflinde einging, das auch dann die ganze Sippe ins Verderben gerät.

Volksheilkunde :

Erkältungskrankheiten, Blasen – und Nierenleiden, Atemwegskatarrh, Rheuma, Durchfall, Vergiftungen, Fieber, Schnupfen, Entzündungen, Hautausschlag, Schwäche, Krampfhusten, Unruhe, Schlaflosigkeit, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Herz – und Kreislaufprobleme, Verdauungsbeschwerden, Harnwegsinfektionen, Migräne, Kopfschmerzen

Eigenschaften :

schweisstreibend, antibiotisch, reinigend, desinfizierend, entzündungshemmend, blutreinigend, krampfstillend, beruhigend, hustendämpfend, fiebersenkend, appetitanregend, schmerzstillend, blutdrucksenkend, verdauungsfördernd

Inhaltsstoffe :

ätherische Öle, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, Saponine, Zucker, Glykoside

Verwendung :

Blätter, Blüten, Rinde

Darreichungsform :

Tee, Badezusatz, Gurgelwasser, Umschläge, Tinkturen

Vorkommen :

Laubmischwälder, Strassenränder, Dorfplätze

Blütezeit :

Juni – August

Sammelzeit : 

Juni – August (Blüten)

Mai (Rinde)

Verwechslung mit anderen Pflanzen :

mit anderen Lindenarten

Naturschutz :

keine Angaben

lindenblüten

(Lindenblüten)

Anbau :

Die Linde ist ein winterharter Baum. Sie gedeiht am besten inn der Sonne, kommt aber auch gut mit Halbschatten zurecht.

Ernte & Trocknung :

Man pflückt die Blüten nur an sonnigen Tagen und am besten zur Mittagszeit. Das Sammelgut wird im Schatten getrocknet. Die Blüten sind kurz nachdem Aufblühen am wirkungsvollsten. Die getrockneten Lindenblüten sind ca. für ein Jahr haltbar.

Geschmack & Geruch :

schleimig & aromatisch

Verwendung in der Küche/Haushalt/Kosmetik/Tierhaltung:

Ihr Holz ist sehr gut für Schnitzarbeiten geeignet. Man nimmt die Lindenblüten auch zum aromatisieren von Fruchtsalaten, Getränken und Süssspeisen. Junge Lindenblätter passen in jeden Salat, da sie einen milden Geschmack haben. Oder auch kleingeschnitten auf einem Quarkbrot entfalten sie ihr ganzes Aroma. Früher wurden die Blätter zum Eindicken von Suppen verwendet. Genauso kann man sie auch trocknen und klein mahlen und mit Mehl mischen. Davon ergeben sich schmackhafte Brote und Kuchen.

Ein Lindenblüten-Bad eignet sich gut als Schlafmittel.

Lindenblätter sind auch gutes Futter für Schafe. Die Linde ist eine Honigpflanze und kann bis zu 10 kg Honig produzieren.

Tee – Zubereitung:

  • 2 TL getrocknete Lindenblüten
  • 1 Tasse Wasser (ca. 250 ml)

Für eine Tee-Zubereitung nimmt man 2 Teelöffel getrocknete Lindenblüten und übergiesst sie mit einer Tasse kochendem Wasser. Ca. für 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abfiltern. Es werden von dem Tee bis zu 3 Tassen täglich getrunken. Lindenblütentee soll man nicht am Morgen trinken, weil seine schweisstreibende Wirkung erst am späten Nachmittag und am Abend eintritt. Er kann mit ein wenig Honig gesüsst werden. Um Erkältungskrankheiten vorzubeugen, wird empfohlen eine Tasse Lindenblüten-Tee ab Herbst täglich zu trinken.

Räucheranwendung & Aberglauben

Eine Lindenblüten-Räucherung bietet Schutz. Die Seele wird wieder für Schönes im Leben geöffnet und schenkt gleichzeitig Vertrauen ins Leben.

Ältere Lindenblüten nicht wegschmeissen. Sie können in kleine Stoffbeutelchen genäht werden und im Haus versteckt werden. Sie sollen vor unüberdachten Taten schützen.

Nebenwirkungen:

Keine bekannt. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!

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(Lindenblatt)

(Lindenblatt)

 

3 Gedanken zu „Winter/Sommerlinde – Tilia cordata/platyphyllos

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