Die Wintersonnenwende fällt in diesem Jahr auf den 21. Dezember um 17:28 Uhr. Es ist der kürzeste Tag und die längste Nacht im Jahr und unsere Vorfahren hatten Angst das nach diesem Tag die Sonne nicht mehr aufgeht. Im englischen wird es auch solstice – der Stillstand der Sonne genannt. Nun werden die Tage wieder länger und die Menschen von früher feierten den Tag als Geburt des Lichts oder des kommenden Frühlings. Es war wohl eins der grossen Hochfeste der germanischen Völker. In dieser Zeit beginnt auch das Julfest; auf das ich hier nicht näher eingehe, sondern einen neuen Artikel darüber schreiben werde. Es wurde im Kreis der Familie, mit viel Essen, Spiele und einem Riesenfeuer gefeiert. An dem Tag wurde auch viel immergrünes Gehölze in die Häuser geholt, wie zum Beispiel Eibe, Efeu, Tanne, Stechpalme und Wacholder. Es galt als glücksbringend und brachte Segen ins Haus. Für die Fruchtbarkeit der Felder und Gärten, was in der Zeit lebensnotwendig war, hing man Getreideähren ins Haus. Es wurde auch mit Äpfeln, Nüsse, Gebackenes und Symbole aus Stroh geschmückt. Unsere heutigen Weihnachtskugeln sollen die Äpfel zu heidnischer Zeit sein und unser Tannenbaum die grünen Zweige der germanischen Häuser. Den Eichen~Feuerklotz, auch Julklotz genannt, holte man in damaliger Zeit aus dem Wald und er durfte nicht ausgehen, bis die anschliessenden Rauhnächte vorüber waren. Angezündet wurde er am ersten Jultag. In der Nacht der Wintersonnenwende durfte nur der Julleuchter leuchten. So ein Julleuchter wurde in Halland/Schweden gefunden und wird im nordischen Museum/Stockholm ausgestellt. Wobei ich mich frage, ob die Völker von damals schon Kerzen kannten? Womit haben sie sonst den Julleuchter beleuchtet? Laut eines Kirchenblattes aus dem Jahre 2007 sind Kerzen aus Bienenwachs ab dem 6. Jahrhundert nach der Zeitrechnung bei den germanischen Völkern bekannt und sehr beliebt gewesen. Aber es konnten sich dort auch nur die Menschen leisten, die was darstellten, zum Beispiel Krieger. Kerzen wurden diesen Kriegern auch als Grabbeigabe beigelegt. Was eine Ausgrabung aus dem 6. Jahrhundert beweist.

julklotz
Der Julklotz sollte aus Eiche sein

So ein Feuer wurde auch draussen im Freien angezündet und kann dadurch viel grösser ausgerichtet werden. Es symbolisiert die Wiedergeburt des Lichts und dieses Licht verdrängt die Dunkelheit. Auch dieses Feuer musste das ganze Julfest wie auch die 12 Rauhnächte hindurch brennen. Die Asche des Julfeuers war den Menschen von damals heilig, weil sie im Frühling, wenn die Felder beackert und die Gärten bepflanzt wurden, diese Asche bei der Aussaat verstreuten.

Diese Zeit in der alles stillsteht; sie ist die dunkelste Jahreszeit, die mit Kälte, Nässe und Schnee einhergeht. Unsere Vorfahren hatten Angst dass danach die Sonne nicht mehr aufgeht, daher wurden Rituale unterschiedlicher Art vollzogen. Dieses Ritual finde ich besonders schön und sehr stimmig für diese bedeutende Nacht. Dafür zünde man einen Leuchter an und löscht andere Lichtquellen. Nun wird mit Wacholderzweigen die Räume ausgeräuchert. Dafür nimmt man eine Räucherpfanne und geht von Raum zu Raum, schwenkt die Räucherpfanne und sagt wiederholt mit fester Stimme: Glück ins Haus~Unglück hinaus! Man blieb die ganze Nacht wach, um über den Aufgang der wiederkehrenden Sonne Wache zuhalten. Wenn die Sonne wieder aufgegangen ist, wird der Julblock angezündet, der die Sonne symbolisiert und die ganze Zeit der Rauhnächte nicht ausgehen darf. Für diese Nacht könnt ihr euch einen Teepunsch selber machen. Dazu benötigt ihr:

  • 80 g Kandiszucker
  • 1 Liter schwarzer Tee
  • 300 ml Portwein
  • 6 cl Weinbrand
  • Saft und Schale von einer Orange (unbehandelt)

Der Zucker wird zuerst im sehr heissen Tee aufgelöst und dann mit allen anderen Zutaten vermischt. Dann wird es erhitzt, aber nicht mehr gekocht. Anschliessend in schöne Gläser abfüllen.

wintersonnenwende
Es wird sehnlichst der Sonnenaufgang erwartet

2017 fällt die Wintersonnenwende auf einen Donnerstag. In Schweden und Dänemark gibt es die gelbe Erbsensuppe die man nur Donnerstags verspeist. Gerade in der Zeit vor dem Julfest jeden Donnerstag. Woher diese Tradition kommt, ist leider nicht ganz geklärt. Man vermutet das die Erbsen dem germanischen Gott Thor dargereicht wurden, weil er Erbsen liebte und sein Tag der Donnerstag ist. Dadurch erhielt man Glück. Wenn ihr diese Tradition aufleben lassen möchtet, verrate ich euch hier das Rezept:

  • 500 g gelbe Erbsen
  • 400 g Kassler oder Mettenden
  • 1 x Zwiebel
  • 1 x Stange Porree
  • Salz, Pfeffer, 1 Teelöffel Majoran
  • 2 Liter Wasser

Die Erbsen müssen vorher für 10-12 Stunden eingeweicht werden. Dann werden sie in 2 Liter Wasser aufgekocht und das Fleisch und das Gemüse (klein geschnitten) hinzugetan. Mit Majoran, Salz und Pfeffer würzen und für 2 Stunden kochen.

Geeignete Pflanzen zur Wintersonnenwende sind Beifuss, Eibenholz, Stechpalme, Esche, Fliegenpilze, Moos, Mistel, Kiefernrinde, Holunderblüten, Schlehenholz, Wacholder und Johanniskraut. Räucherungen begannen immer im Viehstall, weil das Vieh das Wertvollste war, was sie zu damaliger Zeit hatten. Danach wurde das Haus ausgeräuchert, wobei man die Ecken nicht vergessen sollte. Es wurde viel Beifuss verräuchert, weil er alles Negative von Haus und Hof fernhält. Ihr könnt euch auch speziell eine Räuchermischung für die Wintersonnenwende zusammenstellen.

räucherpfanne
Räucherpfanne / @katuschka

Nach unserer Tradition kommt ein Tag nach der Wintersonnenwende das Julfest, dass drei Tage dauert und anschliessend die Rauhnächte. Die Nacht der Wintersonnenwende wird bei guten Essen und Teepunsch aufgeblieben und der Sonnenaufgang sehnlichst erwartet. Am 22.Dezember fängt dann das Julfest an, dass drei Tage lang geht und mit vielerlei Spielen und Festlichkeiten gefeiert wird. In der Nacht auf den 25.Dezember beginnen dann die Rauhnächte. Eine Zeit der Stille, in der nicht viel gemacht wird. Alles ruht; alles bleibt liegen. Wo dann am 31.Dezember das alte Jahr mit lauten Getöse vertrieben wird. Die letzten Rauhnächte im neuen Jahr wird damit verbracht den Garten neu zu planen und was wir im neuen Jahr anpflanzen wollen. Genauso werden Verschönerungen und aufwendige Reparaturen am Haus geplant. Aber es gibt unzählige Bräuche und Traditionen rund um das Julfest und die Rauhnächte, auch wann sie beginnen und wann sie enden. Ich denke so genau weiss es keiner mehr und wir können es immer nur erahnen wie es damals war und wie unsere Vorfahren in dieser Zeit gelebt haben. Daher sollte jeder für sich diese schöne Zeit nutzen und so gestalten das es für einen stimmig ist.

Ich wünsche euch eine schöne Wintersonnenwende und magische Räucherungen,

Eure Katuschka

wicca_jahreskreiskl


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32 thoughts on “Wintersonnenwende ~ Mittwinter

  1. Wird bei uns jedes Jahr mit der Familie, Feuer und guter Gemüsesuppe zelebriert. Wünsche oder Dinge die man loslassen möchte werden in Gedanken davongetragen oder auf ein Blatt geschrieben und verbrannt. Immer sehr schön! ♡

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