In den 12 Rau(c)hnächten wurde in früherer Zeit sehr viel orakelt. Diese Nächte verkörperten für die Menschen was Mystisches. In diesen Nächten ist alles möglich und man sollte Fenster und Türen bei Dunkelheit fest verschliessen. Denn die Göttin Holle schwirrt durch die Lüfte mit ihren 9 Kinderseelen, genauso Odin mit seinem Totenheer. Odin gibt seinem Pferd Sleipnir so die Sporen, das das Pferd schon Blutstropfen auf die Erde fallen lässt und daraus entstehen dann 9 Monate später unsere Fliegenpilze. Daher kommt auch unser Brauch zum Jahresende Fliegenpilze und Hufeisen aus Marzipan oder Schokolade zu verschenken. Die kleinen rosa Schweinchen kommen von der Göttin Holle, die auf einem Wildschwein durch die Lüfte braust. Je mehr der wilde Jäger durch die Lüfte jagt, umso fruchtbarer wird das Jahr.

Diese 12 Nächte sollen den Ausgleich der fehlenden Tage im Mondjahr ausgleichen. Das Mondjahr hat 354 Tage und ein Sonnenjahr 365 -366 Tage. Unsere Vorfahren lebten nach dem Mondjahr. In ganz Europa ist es die Spukzeit. Überall erscheinen Geister und Seelen in anderen Gestalten. Den umherirrenden Seelen werden Speiseopfer dargereicht. Die Fussböden der Häuser wurden mit Stroh bestreut, das auch während der ganzen 12 Nächte liegen blieb. Es werden Äpfel und Nüsse im Ofen verbrannt um die Geister zu füttern. Fremden Tiere darf man in dieser Zeit überhaupt nicht trauen, weil die Hexen oft Gestalt von ihnen annehmen. Sie dürfen in dieser Zeit nicht angelockt werden. Auch Hasen dürfen in dieser Zeit nicht geschossen werden, weil der Teufel in ihrer Gestalt in dieser Zeit erscheint. Wer ihn sehen will, muss sich auf eine Kuhhaut setzen.

opfergaben_rauhnächte

In den Rauhnächten sollte es still zugehen. Wenn man husten musste, so wurde in einem Eimer gehustet oder wenn die kleinen Kinder einfach nicht still sein wollten, wurden sie in einen Balg gesteckt. Die Häuser wurden die ganzen 12 Nächte ausgeräuchert und mit Hufeisen und Kreuzen versehen. Türen durften nicht offen stehen und wer eine Tür zuschlägt, der hat im Sommer viele Blitze zu befürchten. Es durften keine Backgeräte oder Holz vorm Ofen liegen bleiben und es durfte auch keine Wäsche hinausgehängt werden, denn sonst stirbt jemand im Haus. Daher kommt auch unser Spruch „unter Dach und Fach“! Der Kehricht darf nicht vor die Tür gefegt werden und es dürfen keine Ställe ausgemistet werden. Dadurch würde das Glück aus dem Haus gehen und man gibt den unheimlichen Mächten Macht über Haus und Hof. Aus demselben Grund verleihte man in dieser Zeit auch nichts und man gab Geliehendes auch zu dieser Zeit zurück. Wer das nicht tat, war eine Hexe. Die schmutzige Wäsche wurde nicht liegengelassen, weil man sonst krank wurde und Haare und Nägel durften nicht geschnitten werden, den das bewirkte Kopfschmerzen im neuen Jahr. Wer frühmorgens in den 12 Nächten pfeifte, dem traf ein schlimmes Unglück. Wer Äpfel und Nüsse vom Boden aufhebte, der bekam einen  Ausschlag.

rauhnacht nach kubin

Rauhnacht nach Alfred Kubin

Die Menschen in früherer Zeit banden in den Rauhnächte neue Besen, weil sie besonders gut sein sollten. Sie schützen vor allerlei Hexerei und schenken dem Vieh gutes Gedeihen. Weissagungen und Orakel waren in den Rauhnächten sehr beliebt. Bleigiessen und Schuhwerfen wurde ausgeübt. Genauso was man in den ersten 3 Tagen der Rau(c)hnächte träumt, geht auch in Erfüllung. Träume der zwölf Nächte erfüllen sich in den entsprechenden Monaten des Jahres. Träumt man vor Mitternacht, so geht der Traum Anfang des Monats in Erfüllung, wenn man nach Mitternacht träumt, so geht er Ende des Monats in Erfüllung. Wenn einem Knöpfe an einem Kleidungsstück fehlen, so sagt man, das einem soviele Geldstücke in der Folgezeit gestohlen werden.

 

tarotkarten

Tarotkarten

 

Die Rauhnächte eigneten sich auch dafür um den „Kalender zu machen“. Das heisst, wie das Wetter dieser Zeit massgebend für das ganze Jahr ist. Jeder der zwölf Tage bedeutet einen Monat. Wie an ihm das Wetter ist, so wird es im entsprechenden Monat sein. Am 6. Januar entscheidet es sich dann, ob dieser Kalender von Gültigkeit ist. Ist es am 6. Januar trocken so ist dieser Kalender gültig, gibt es Schnee oder Regen, so erweist sich der Kalender ungültig.

buch 1512

Kalendarium 1512

 

Wer in der Zeit der Rauhnächte geboren ist, der sei ein Glückskind. Andererseits soll derjenige Geister sehen können. Im Mittelalter war die kirchliche Eheschliessung in den Rauhnächten verboten. Man glaubte wer zu dieser Zeit in eine Ehe geht, der hat kein Glück. Das Gleiche sagte man auch über die Schaltjahre.

Räucherungen waren zu dieser Jahreszeit sehr beliebt. Geräuchert wurde mit der Kohle von dem verbranntem Holz vom Ostersamstag. Wenn nun das ganze Haus und der Stall ausgeräuchert wurden, so durfte niemand was fallen lassen. Es wurde mit Beifuss,Wermut, Holunderholz, Weihrauch, Eibe, Schlehenholz, Mistel und Wacholder geräuchert. Dazu wurden Gebete gesprochen, um Hexen und böse Geister zu vertreiben.

rauhnacht_räucherung

Ich finde eine schöne Zeit um zu innerer Einkehr zukommen und sich bei einer Tasse Kräutertee drauf zu besinnen, wie man in das neue Jahr starten möchte,

Eure Katuschka ☽✪☾


Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, würde ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen!
Celticgarden unterstützen:


 

11 Gedanken zu „Der Aberglauben rund um die Rau(c)hnächte

  1. Aberglauben ist : wenn Andere – aber- was Anderes glauben ! !!! Aus wessen Sicht ? Islam <> Christentum ? Dafür töten ? Oder aus katholischen Gebieten vertreiben ( Salzburg; Berchtegaden usw. usw. ) ?

Kommentar verfassen