Andere Namen: Holunderschwamm, Mu-Err, Chinesische Morchel, Ohrenpilz, Holunderpilz

Der Legende nach hat sich Judas, der Verräter von Jesus, an einem Holunderbaum erhängt. Seitdem wachsen seine Ohren aus den Stämmen des Holunders. Seine Ähnlichkeit mit einem menschlichen Ohr ist verblüffend. Oder vielleicht kann der Holunder auch einfach nur hören???

Schon im Mittelalter kannte man seine grosse Heilwirkung und verwendete ihn sehr viel. Man kochte ihn in Milch oder Essig ein und verwendete ihn dann bei Augen -, Ohren und Halsentzündungen. Dort wurde das Judasohr auch zur Behandlung von eitrigen Geschwülsten, Herzschmerzen, Hämorrhoiden, Bauchschmerzen, Zahnschmerzen und psychischen Problemen eingesetzt. Man nahm ihn als Wundpflaster.

Das Judasohr ist voll von Mineralstoffen und Spurenelementen, z.B. wie Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium, Phosphor, Silizium und Zink, aber nicht alle Inhaltsstoffe sind bisher genügend erforscht. Die Judasohren sollen sich vor allem bei Durchblutungsstörungen, Arteriosklerose, Kreislaufproblemen und erhöhten Cholesterinwerten bewährt haben. Er soll sehr stark entzündungshemmend wirken.

Wenn ihr Judasohren selber heranzüchten möchtet, müsst ihr euch totes Holunderholz suchen. Dieses Holz sollte nicht ganz so leicht sein, sondern ein wenig schwer. Weil es dann noch nicht ganz zersetzt wurde. Dieses Holz legt ihr an einer dunklen und feuchten Stelle im Garten. Aber darauf achten das keine Schnecken euch die Judasohren wegfressen, weil auch sie diesen Pilz mögen. Schon nach einiger Zeit könnt ihr kleine „Öhrchen“ am Holz entdecken, die sich rasch zu grossen Exemplaren entwickeln. Wir haben bei uns einen Bereich im Garten, der im kompletten Schatten liegt und dadurch sehr sumpfig ist. Dort gedeihen sie am besten.

judasohren

Vorkommen:

Er wächst hauptsächlich an abgestorbenen Holunderstämmen und wo die Umgebung schön feucht ist. Gelegentlich wächst er auch an anderen toten Laubhölzern.

Hut:

dunkelbraun – schwarz

Fleisch:

Das Fleisch gallertartig und zäh

Sporenfarbe:

weiss

Verwechslung:

Gezonter Ohrlappenpilz, Pappel-Becherrindenschwamm, Blattartigen Zitterling

Naturschutz: 

Nicht gefährdet

 

Sammelzeit:

Von August – April. Teilweise ganzjährig

Ernte & Trocknung:

Judasohren löst man vorsichtig von dem Stamm und kann sie im Backofen bei 50° trocknen. Die Backofentür muss immer einen kleinen Spalt offen bleiben, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Die Pilze können aber auch aufgefädelt werden und an einem zugigen Fenster oder an der Heizung getrocknet werden. So ist der Pilz jahrelang haltbar. Er muss aber für etliche Zeit vor der Zubereitung in Wasser eingeweicht werden. Dadurch erhält er seine natürliche Grösse wieder. Judasohr eignen sich nicht zum Braten oder Grillen, weil sie sonst zäh werden. Der Pilz selber hat keinen Geschmack, aber er nimmt schnell die Geschmäcker anderer Speisen an.

Geschmack & Geruch:

neutral & muffig

Verwendung in der Küche/Haushalt/Kosmetik/Tierhaltung:

Judasohren hat bestimmt jeder von uns schon einmal gegessen, wenn er beim Chinesen Essen war. Der Chinese bezeichnet diese Pilze als Mu-Err.

Nebenwirkungen:

Keine bekannt

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7 Gedanken zu „Das Judasohr ~ Ein Heil – und Vitalpilz

  1. mu-err kenn ich als tee. das ist doch der pilz der unter einer plane gezüchtet wird, oder? zumindest hab ich es so vor langer zeit bei spinnrad gelernt 🙂

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