Aberglauben um Edelsteine war in früheren Zeiten weit verbreitet. Der Smaragd erkannte die Unkeuschheit, der Diamant machte unbesiegbar, Bernstein fürs Zahnen der Kinder u.s.w. Die Liste kann unzählig weitergeführt werden. Aus dem Altertum übernahm das Mittelalter den Aberglauben, dass die Edelsteine besondere magische Kräfte haben. Der Glaube an die Wunderkraft der Edelsteine wurde Gemeingut der mittelalterlichen gelehrten Kreise und drang dann besonders in die Volksanschauungen hinein. Man glaubte, das die Edelsteine durch blosses Tragen mehr Kräfte besassen, als die Kräuter. Die Edelsteine wurden als Amulett und als Talisman zum Schutz gegen Zauberei, den bösen Blick und Krankheiten getragen.

Der Diamant galt für unbezwingbar. Im Mittelalter war er das Symbol für heroischen Tugenden und siegbringenden Taten. Er musste in Eisen oder in Gold gefasst sein, so machte er stark und unbezwingbar. Er machte den Träger unverwundbar. Durch seinen Glanz nahm man an, das der Diamant gegen böse Dämonen und angehexten Krankheiten schützte. Er musste an dem linken Arm getragen werden, denn nur so war derjenige gegen den bösen Blick, Besessenheit, Gift und Mondsucht geschützt. Schwangeren Frauen sollte er eine schmerzfreie und sichere Geburt bringen. Paracelsus soll angeblich durch die Einnahme von einem Diamanten vergiftet wurden sein. Der Diamant verleiht  im April Geborenen Treue, Tapferkeit und Beständigkeit.

diamant

Der Onyx schützt vor dem bösen Blick. Wenn er weisse Adern besass, fasste man ihn in Ringe, Arm – und Halsbändern. Den Onyx nahmen die Menschen im Mittelalter gegen Augenleiden, Krätze und Räude. Er wurde in der Zeit aber auch viel zu Siegelsteinen verarbeitet. Der Onyx verleiht den im August Geborenen einen lebendigen Geist, ein starkes Herz um grosse Taten zu vollbringen.

onyx

(Onyx/Simon Eugster)

 

Der Opal galt als Glücksbringer in mittelalterlichen Zeiten. Er vertreibt die Melancholie und schütze vor Giften. Komischerweise wurde der Onyx in späteren Zeiten zum Unglücksbringer. Er sollte Liebenden Unglück und Feindschaft bringen. Er bewahrt die in Oktober Geborenen  vor selbstmörderischen Gedanken.

opal

Der Smaragd schützte im Mittelalter vor der Fallsucht (Epilepsie). Er bekämpfte auch die Unkeuschheit und wird zerspringen, wenn man ihn bei unkeuschen Handlungen trägt. Der Smaragd wurde auch für Krankheits-Orakel verwendet. Man legte dafür den Smaragd auf das Herz des Kranken, wenn der Smaragd zersprang, so wird der Kranke bald sterben. Am Hals getragen soll er zur Stärke des Gedächtnisses beitragen und die Augen zu guter Sehschärfe verhelfen. Wenn der Smaragd immer bei sich getragen wurde, so hatte man keine Angst vor Geistern und bösen Dämonen. Die in September Geborenen verlieh er die Hellsichtigkeit, das sie frühzeitig falsche Freunde erkennen konnten.

smaragd

Der Topas schütze im Mittelalter vor Dieben und Räubern und bewahrte den Träger vor Unkeuschheit. Es war auch der Glauben verbreitet, das der Topas das Wasser zum Sieden bringen würde, wenn man ihn hineinwarf. Er befreite die Menschen von der Traurigkeit und vor widerwärtigen Gemütsbewegungen. Der Topas konnte sogar Gift entlarven, indem man den Topas auf einen Tisch legte, wo auch Gift stand. Verlor er seinen Glanz so war es Gift, entfernte man das Gift erhielt der Topas seinen Glanz wieder. Er wurde den Frauen gegeben, um ihre Geburt zu erleichtern. Er sichert den im November Geborenen  Freundschaft und Liebe und zügelt ihren Zorn und die beflügelte Phantasie.

topas

Der Türkis schützt als Amulett getragen, vor Blutergüssen am Hals. Als Ring getragen schützt er vor dem Schwindelig werden und zerstrittenen Liebenden verlieh er die Versöhnung und alle Feindschaft zu verjagen. Im Mittelalter glaubte man, das der Türkis, so eng mit seinem Träger verbunden sei, das der Türkis gelb wurde, wenn der Träger erkrankte und bei dessen Genesung wieder zu seiner Farbe türkis zurückkehrte. Bei seinem bevorstehenden Tod aber erhielt der Türkis einen Riss. Er wurde im Mittelalter bei Verstopfung und der Gelbsucht verwendet. Der Türkis war auch ein sehr beliebtes Amulett gegen den bösen Blick und galt als Heilstein bei Masern und Pocken. Denen im Dezember geborenen gibt er Reichtum und Segen.

türkis

In den Adern des Achats sah man im Mittelalter mythologische und heilige Gestalten. So wurde geglaubt, das der Träger vor Blitz und Zauber geschützt sei und auch gegen feindliche Geister. Man legte ihn auch unter die Zunge, um seinen Durst zu löschen. Als Heilstein vertrieb er die Epilepsie, Mondsucht und den Wahnsinn, in dem man dem Kranken 10 Monate hindurch von dem Wasser Speisen zubereitete, in dem man vorher einen Achat bei zunehmendem Mond drei Tage lang hinein legte. Er wurde im Mittelalter auch als Amulett bei Zahnschmerzen getragen. Denen im Juni geborenen verleiht der Achat ein langes Leben, Reichtum, Gesundheit und Glück.

achat

Der Amethyst bewahrte den Träger vor Trunkenheit. Im Mittelalter als Amulett getragen schütze er vor Gift. Er vertreibt böse Gedanken und bringt einen zur Vernunft. Er vertreibt auch Regen – und Gewitterwolken. Denen die im Februar geboren sind, dem verleiht er grosses Glück.

amethyst

Der Aquamarin wurde bei Augenleiden eingesetzt. Er sollte auch die Eigenart besitzen, bei falschen Zeugen in der Hand, schwarz zu werden. Wenn in ihn hineingeschaut wurde, so wurde er zum Zauberspiegel, der einem die Zukunft enthüllen konnte. Im Mittelalter legte man den Aquamarin in Wasser und trank davon bei Halsentzündungen. Er bewahrt die in März Geborenen vor selbstmörderischen Gedanken.

aquamarin

(Aquamarin)

Dem Granat wurde im Mittelalter allerlei heilsame Wirkungen zugeschrieben. Er stärkte das Herz, er widersteht Giften und vertreibt die Schwermut. Als Amulett getragen vertreibt der Granat die Traurigkeit und macht fröhlich. Man glaubte auch, das er den Träger vor Unglück warnte, in dem er seinen schönen Glanz verliert. Denen die im Januar geboren sind verleiht der Granat Treue und Dauer in der Liebe.

granat

Der Karneol war wegen seiner roten Farbe stets ein Mittel gegen Blutungen aller Art. In mittelalterlichen Zeiten wurden Amulette mit dem Karneol um den Hals oder als Siegelring getragen. So würde sich der Träger nicht zum Zorn hinreissen lassen. Der Karneol vertreibe dann auch die Furcht und Schrecken, widerstehe der Zauberei und helfe auch bei Schwangeren um den Bauch gebunden, das sie keine Fehlgeburt erlitten. Er wurde auch in mittelalterlichen Apotheken zu Pulver verarbeitet und gegen Eiterungen und Geschwüren eingenommen.

karneol

Der Kristall gehörte im Mittelalter zu den Schrecksteinen. Er diente in der damaligen Zeit auch als Brennspiegel um ein Feuer zu entfachen. Der Kristall schützte als Amulett getragen vor Beschreien und Hexerei. Er schützte den Träger auch vor Schwindelanfällen, dazu musste man ihn auf blossen Leibe tragen. Ein in silber eingefassten Kristall wurde kleinen Kindern um den Hals gehängt, damit sie keine Zahnschmerzen bekamen.

kristall

Der Malachit wurde gerade Kindern im Mittelalter um den Hals gehängt. Er sollte sie vor Unglücksfällen und vor Krankheiten schützen. Er erleichterte ihnen auch das Zahnen. Als Amulett getragen schützt er den Träger vor Giften jeglicher Art. Er wurde auch Schwangeren um den Bauch gebunden, damit das Kind Kraft bekam. Als Heilstein diente der Malachit bei Wunden, Koliken und Schmerzen in den Gliedern. Er wurde aber als Amulett gegen den bösen Blick getragen.

malachit

(Malachit/Rob Lavinsky)

 

Der Rubin verleiht dem Träger Mut und Besonnenheit und schütze ihn in allen Lebenslagen. Hexerei und Teufelswerk schrecken vor den Rubin zurück und so ist sein Träger geschützt davor. Der Rubin warnt den Träger auch vor üblen Geschehnissen, in dem er dann dunkel wird. Als Amulett stärkt er das Herz, schützt vor Giften, vertreibe die Schwermut und holte verloren gegangene Kräfte wieder zurück. Der Rubin bewahrte den Träger sogar vor bösen Kräutern. Denen die im Juli geboren sind verleiht der Rubin Fruchtbarkeit, Fröhlichkeit und Glücklichsein.

rubin

(Rubin)

Der Saphir verjagte alle Krankheiten die der Seele zugeschrieben wurden. Als Amulett getragen schützte er vor Hass, Untreue, Beschreiung und Neid. Er machte auch das Herz fröhlich und verjagte jede Art von Traurigkeit. Bei Besessenheit wurde er als Heilstein erfolgreich angewendet. Wenn der Amulett-Träger bei seinen sexuellen Gelüsten den Saphir bei sich trug, so zersprang der Saphir oder bekam Flecken. Im Mittelalter wurde der Saphir gegen Augenkrankheiten, innere Hitze, Geschwüre, Nierenschmerzen und bei Gesichtskrebs genommen. Denen die im Mai geboren sind verleiht der Saphir Treue und Beständigkeit.

saphir


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18 Gedanken zu „Der Aberglauben um die edlen Steine

  1. Anna M. Janas ,
    Es ist ein Neugeborenes, und das möchte ich vor möglichst vielen negativen Dingen schützen!
    Mir ist sowohl Tigerauge als auh schon der Achat gesagt worden.

  2. Kamikatze Ontour wenn der Enkel alt genug ist ab ins geschäft und er soll sich einen aussuchen . OHNE beeinflussung aussuchen lassen . Wetten es ist genau der richtige

  3. So sehr Aberglaube war das nun wieder auch nicht , denn man kann mit all diesen Steinen sehr gut heilen 😉 Ich trage momentan den indischen Sonnenstein 😉 ein sehr guter Heiler kann ich dir sagen

  4. Es stand für mich von vornherein ausser frage den Stein zurück zu geben. Mein Interesse galt lediglich dem Thema ob bestimmte Steine Unglück bringen können oder nicht. Ob ich persönlich daran glaube spielt doch keine Rolle. Mein Bekannter scheint daran zu glauben und mich interessiert einfach nur woher solch ein Glauben kommt. Vielen Dank auf jeden Fall für deine hilfreichen Kommentare. Werde mich trotzdem noch anderweitig umhorchen.

    Gruß Liliana

  5. Liliana…..ich werde hier niemanden einen Ratschlag geben was er tun soll bei solchen Dingen. Du solltest aus dem Bauchgefühl heraus handeln. Wenn du an sowas nicht glaubst, dann behalte den Türkis. Denn Sachen können nur wirken, wenn man an sie glaubt. Ohne Glauben gibt es auch keine Magie und kein Zauber.

    Viele Grüsse
    Katuschka )O(

  6. Hallo Katuschka,

    das ist alles? Stimmt es denn das Steine einem Unglück bringen können? Ich meine ist es irgendwie erwiesen? Auch wenn ich nicht an so etwas glaube würde es mich schon interessieren. Ich habe viel zu dem Thema gegoogelt, konnte aber keine Hinweise auf mögliche Gefahren finden. Ich dachte du wärst vielleicht jemand der sich auf dem Gebiet etwas auskennt und könntest mir mehr mitteilen als einfach nur gib ihn am besten zurück.

    Gruß Liliana

  7. Hallo. Eigentlich glaube ich ja nicht an wundersame Heilkräfte oder sonstige Eigenschaften die Steinen zugeschrieben werden. Ein sehr guter Freund schenkte mir vor einem Jahr seinen Türkisring und nun verlangt er ihn zurück mit der Begründung das der Ring manchen Trägern großes Unglück bringt. Es wäre nicht gut ihn weiterhin zu tragen. Ja spinnt der jetzt oder was hat das zu bedeuten? Er ist so sehr überzeugt von dem was er mir da erzählt und meinte sogar er kenne Leute denen der Stein Unglück brachte. Wie kann man nur so verbissen an so etwas glauben?

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