In Norddeutschland ist der Wacholder oftmals der Begleiter der Waldkiefer. Bei den Germanen war er eine sehr verehrte Pflanze. Es wird im Vorbeigehen der Hut gezogen. In dem Wacholder sollen unsere Ahnen weiterleben. Die Germanen nahmen das Wacholderholz, um ihre Toten zu verbrennen.  Dem Wacholder wird nachgesagt, das Hexen und Dämonen ihn für ihre Zauberei verwenden. Dafür hängte man Wacholderzweige über die Eingänge in Haus und Ställen. Er soll sogar die Gabe haben, mit ihm in die Zukunft zu sehen. Ihm wird auch nachgesagt, das er im Mittelalter als Abtreibungsmittel Verwendung fand, wenn ein starker Aufguss davon getrunken wurde. Unter einem Wacholderbaum soll man sich bei Erschöpfung niedersetzen und kann in kürzester Zeit wieder guten Mutes seinen Weg gehen. Im heidnischen Glauben, glaubte man, das der Wacholder den Eingang in die Unterwelt kennzeichnet. In Norddeutschland war es lange Zeit Tradition einen Wacholderstrauch beim Hausbau unter dem Grundstein mit einzugraben. Dadurch wurde das Haus vor bösen Geistern bewahrt. Bei Fieber nahm man eine Mischung aus zerstossenen, grünen Wacholderbeeren und mischte sie ein wenig mit Salz und legte diese Mischung auf den Kopf, Rücken und Fusssohlen des Kranken.

Andere Namen:

Gemeiner Wacholder, Heide-Wacholder, Kranewitt, Weckholder, Stechbaum, Feuerbaum, Weihrauchbaum

 Volksheilkunde:

Blasen – und Harnröhrenentzündung, Rheuma, Gicht, Arthritis, Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Koliken, Husten, Asthma, Schwellungen, Hautgeschwüre, Nervenschmerzen, Blutreinigung, Bronchitis, Darmerkrankungen, Gelenkentzündungen, Grippe, Harnsteine, Wassersucht, Durchblutungsstörungen, Muskelverspannungen, Diabetes, Hämorrhoiden, Menstruationsstörungen, Antriebslosigkeit

Eigenschaften:

antiseptisch, harntreibend, verdauungsfördernd, entzündungshemmend, desinfizierend, stoffwechselfördernd, erfrischend, appetitanregend, durchblutungsfördernd, entwässernd, blutreinigend, hautreizend, vernarbungsfördernd, schweisstreibend, krampflösend, menstruationsfördernd, schmerzstillend, magenstärkend, entgiftend

Inhaltsstoffe:

Harze, ätherische Öle, Flavonglykoside, Bitterstoffe, Kohlenhydrate, Gerbstoffe

Verwendung:

Beeren, Holz, Zweigspitzen

Darreichungsform:

Öl, Tee, Tinktur, Inhalationen, Badezusatz, Sirup, Räucherung

Vorkommen:

Waldränder, Wälder, Gärten

Blütezeit:

April – Mai

Sammelzeit: 

Ganzjährig (Holz / Zweigspitzen)

April – Juli (Beeren)

Verwechslung mit anderen Pflanzen:

Mit anderen Wacholdersorten, wie zum Beispiel der Sadebaum.

Naturschutz:

In manchen Ländern ist der Wacholder geschützt, auch hier in Deutschland. Das Sammeln von Wacholderbeeren ist untersagt!!!

wacholder

(Wacholder)

Anbau:

Wacholder ist sehr winterhart. Er kann in der Sonne oder im Halbschatten stehen. Die Vermehrung erfolgt im Herbst durch Aussaat. Es können im Herbst aber auch Stecklinge genommen werden.

Ernte & Trocknung:

Die Wacholderbeeren werden getrocknet für Tinkturen und Aufgüsse verwendet. Frisch nimmt man sie zur Herstellung eines ätherischen Öls. Bei Menschen mit empfindlicher Haut rate ich Handschuhe anzuziehen, bei der Ernte der Wacholderbeeren. Getrocknet werden die Beeren im Schatten.

Geschmack & Geruch:

süsslich & würzig

Verwendung in der Küche/Haushalt/Kosmetik/Tierhaltung:

Die Wacholderbeeren nimmt man oftmals für in Essig eingelegte Gemüsesorten oder bei Pilzen, auch zu Sauerkraut werden Wacholderbeeren gerne genommen. Der Wacholder gibt dem Gin den typischen Geschmack. Die grünen Zweige finden Verwendung bei der Fleischräucherei. Frische, zerdrückte Wacholderbeeren mit weicher Butter vermischt ergibt einen delikaten Brotaufstrich.

Tee – Zubereitung:

  • 2 TL zerstossene Wacholderbeeren
  • 1 Tasse Wasser

Das kochende Wasser über das Kraut giessen und ca. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abfiltern. Vielleicht ein wenig mit Honig süssen. Bei Verdauungsbeschwerden können bis zu drei Tassen täglich davon getrunken werden.

Nebenwirkungen:

Schwangere Frauen und Menschen mit Nierenleiden sollten von der Anwendung des Wacholders absehen. Wacholder kann Hautreizungen und allergische Reaktionen hervorrufen. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!

Volksmagie

Magische Eigenschaften:

schützend, heilend, zurückbringend, verbannend, abwehrend, entfluchend, reinigend

Magische Sammelzeit:

Bei Sonnenaufgang Ende Juli

Element:

Feuer

Magische Anwendungen:

Schutzräucherung, Abwehrzauber, Amulett, Entfluchung, Wacholderwasser, Schwellenzauber


Empfehlung von mir: 

„Um euch oder euer Heim zu schützen, könnt ihr ein Wacholderwasser zubereiten. Indem ihr Zweiglein und Beeren in Wasser aufkocht und über Nacht ziehen lasst. Mit diesem Wacholderwasser besprenkelt ihr euch oder euer Heim, bevor ihr eine Räucherzeremonie mit dem Wacholder tätigt. So sei alles vor negativen Energien geschützt.“


Räucheranwendung & Volksglauben

Eine Wacholder-Räucherung hilft uns Böses abzuwehren. Der Rauch zeigt herumirrenden Seelen ihren Weg wieder zurückzufinden. Vorallem zu den Rauchnächten wird Wacholder in Räucherwerken genommen, um alles Schlechte abzuwenden. Er verströmt bei einer Räucherung einen stark warmen, aromatischen und harzigen Geruch. Da der Wacholderrauch eine sehr stark reinigende Wirkung hat, werden Räucherungen mit ihm bevorzugt verräuchert, um die Räume oder Häuser zu reinigen. Sei es von Krankheiten oder negativen Energien. Verräuchert werden die Beeren, Zweigspitzen und das Holz, dass vorher getrocknet werden muss.

Als Amulett werden die Wacholderbeeren getrocknet, als Kette aufgezogen und um den Hals getragen. Es bewahrt vor Epilepsie und ansteckenden Krankheiten. Ein Wacholderbaum rechts an der Haustür gepflanzt, schützt vor Einbruch, übler Nachrede und Verhexung. Wer keinen Vorgarten hat, kann auch Wacholderzweige über die Haustür hängen. Getrocknete Wacholderbeeren könnt ihr unter eure Türschwelle legen, so erhalten keine böse Menschen Zutritt.

 

 

wacholder01_pixabay


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11 Gedanken zu „Der Wacholder in der Volksheilkunde und Volksmagie

  1. Wo bekommt ihr denn die ganze Pflanze (Nadeln, Holz, Beere ) zum räuchern her? in der Apotheke hier bekomme ich es nicht als Ganzes….Lg

  2. Meine Oma hat die immer ans Sauerkraut getan und dann mit gegessen. Ist für Magen und Darm gut.
    Ich mache daraus ein Räucherwerk….Riecht super!

  3. Wacholder fehlt mir noch bei meiner selbst gesammelten Räuchermischung. Beifuss habe ich schon. Mit Süssgras oder Mariengras wird schwierig, da muss ich wohl zum Räucherhändler meines Vertrauens (Labdanum – Die RäucherManufaktur) Ich möchte meine Zutaten für die Räucherungen lieber selber sammeln. Da weiß ich was ich habe und habe auch eine bessere Beziehung zu den Kräutern. Es macht einfach Spass, durch die Natur zu streifen, geeignete Plätze finden, Kräuter sammeln und einfach die Natur auf einen wirken lassen. Ich hab,s ja schon mal geschrieben, dass ich auf meinen langen oder kurzen Wandertouren sehr gut abschalten kann, den Kopf frei bekomme und wunderschöne Naturerlebnisse habe.

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