Diese Flaschenkürbisse sind schon seit dem Frühmittelalter bekannt, wenn nicht noch früher, wobei der Gartenkürbis erst mit Columbus übern grossen Teich kam. Sie waren dort sehr weit verbreitet, um Wasser zu transportieren und auf Pilgerfahrten. Walahfried Strabo der Mönch, über den ich mal berichtet habe, hat schon in seiner Garten-Poesie über den Flaschenkürbis geschrieben. Indianer stellen sogar ihre Suppenschüsseln daraus her. Es könne auch Musikinstrumente aus ihnen hergestellt werden. Kleine getrocknete Flaschenkürbisse können super als Rasseln funktionieren. Dafür wird der Kürbis nach der Trocknung nicht geöffnet. Die darin enthaltenen Kerne , funktionieren super als Rassel. Auch eine Lampe kann aus ihnen gebaut werden. Für die Lampe müsst ihr unten am Kürbis was wegschneiden, wieviel liegt bei euch, ob ihr lieber eine kleine Öffnung oder eine grosse Öffnung haben wollt. Jedenfalls muss die Öffnung so gross sein, das eine Glühbirne leicht gewechselt werden, aber auch das Kabel, samt Fassung durchlässt. Die Lampe kann dann noch bemalt werden, eventuell auch mit Brandmalerei. Wobei ich dazu schreiben muss, das ich es mit Brandmalerei noch nicht ausprobiert habe und deshalb nicht weiss, ob es funktioniert. Diese Flaschenkürbisse, auch Kalebassen genannt, halten ewig. Meine älteste Kalebasse ist 30 Jahre alt.

Trocknung von Kalebassen:

Wenn ihr die Kalebassen aus dem Garten/Balkon selber erntet, dann müsst ihr sie direkt am Stiel abschneiden. Flaschenkürbisse werden hell, aber nicht in der prallen Sonne, zum Trocknen aufgehangen. Es muss warm und trocken sein, sie dürfen keiner Feuchtigkeit ausgesetzt sein. Diese „Kürbis-Trocknung“ dauert ungefähr 3 Monate. Ihr erkennt es, wenn ihr sie schüttelt und darin die Kürbiskerne klappern, wie bei einer Rassel. Wenn er nun vollständig getrocknet ist schneidet ihr ein Stück von dem „Hals“ ab. Ungefähr so gross muss der Durchmesser sein, dass ihr die Kerne herausfallen lassen könnt. Er kann aber auch direkt übern „Kürbisbauch“ abgeschnitten werden, bloss dann habt ihr keinen Flaschenhals mehr, aber dafür eine bauchige Schüssel. Um den Rest aus dem Kürbis herauszuholen füllt ihr eine handvoll Kieselsteine hinein, schüttelt es gut durch und schüttet die Kieselsteine, samt dem vertrockneten lockeren Fruchtfleisch und übriggebliebenen Kerne heraus. Die Kerne könnt ihr aufbewahren und euch im nächsten Jahr wieder neue Kürbispflanzen heranziehen. Es kann vorkommen, dass Kalebassen bei der Trocknung leichten Schimmelüberzug haben, dass ist nicht weiter schlimm und wird mit einem feuchten, nicht nassen Tuch, abgewischt. Das Fleisch der Kürbisse wird bei der Trocknung sehr fest und lässt dadurch kein Wasser durch. Wenn ihr euch Schüsseln oder Trinkgefässe selber machen wollt, so könnt ihr den Kürbis danach aus ausschaben. Der getrocknete Flaschenkürbis hält einiges aus. Er kann herunterfallen ohne Schaden zu nehmen, ist frost – und wasserfest, sogar Hitze soll er vertragen. Die Getränke bewahrt er kühl.

Verschliessen tut man die Kürbistrinkflasche mit einem Korken oder einen Holzpflock. Daran könnt ihr dann noch ein Bändchen binden, um die Trinkflasche mit auf eure Reisen zu nehmen. Manche versiegeln die Kürbisflaschen, von ihnen, noch mit Fasspech oder Bienenwachs. Ich habe es nicht gemacht, aber viele tun es. Jedenfalls habt ihr nun eine ganz natürliche Trinkflasche, ohne Plastik und ohne irgendeine Chemie.

(Flaschenkürbisernte)

(Flaschenkürbisernte)

 


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7 Gedanken zu „Wie man aus einem Flaschenkürbis eine Trinkflasche herstellen kann

  1. Ich würde mir gerne eine Rassel daraus machen. Weiß aber überhaupt nicht wie. gibst da anleitungen dafür?

  2. Kalebassen , sehr schön , habe diese zu 1-sten mal am Bodensee auf der Insel Mainau gesehen.. ulkige Formen 🙂

  3. Man spült sie aus und danach verkehrt herum trocknen lassen. Es kann je nach Kalebasse auch mal Schimmel auftreten, wenn sie vorher nicht gut durchgetrocknet war. Man sollte es gut kontrollieren. Alle milchhaltigen Getränke haben in so einer nätürlichen Trinkflasche nichts zu suchen, am besten ist Wasser oder Tee…

  4. Wie gilt es denn benutzte Flaschen zu pflegen? Einfach wieder trocknen lassen, oder erst spülen. Oder sind die in diesem zustand bereits vor schimmel gefeit? Ach und gibt es irgendwelche Getränke, die man nicht einfüllen sollte?

  5. Das ist eine sehr gute Frage. Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber ein Versuch wäre es wert. Vielleicht müsste man seine Schale präparieren mit einer Art Lack oder so. wenn du es gemacht hast, würde ich mich über ein Foto oder kurze Rückmeldung von dir freuen.

    Liebe Grüsse
    Katuschka

  6. Hallo 🙂 Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung. Ich habe noch eine vielleicht doofe Frage, aber kann man auch aus anderen Kürbissen (z.B. Hokkaido) Flaschen herstellen? Ich habe einen letzten ziemlich kleinen Kürbis von unserem Kindergarten-Hochbeet übrig, der einfach nicht mehr wachsen wollte.
    Ganz liebe Grüße!^^

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