Fichtenharz ist der Weihrauch der deutschen Wälder. Gereinigtes und geklärtes Fichtenharz wird auch Burgunderharz genannt. Ihr könnt für diese Methode aber jedes andere Harz von Bäumen nehmen. Wer schon mal Fichtenharz gesammelt hat, weiss wie verunreinigt es ist. Ich habe teilweise kleine Insekten und Pflanzenteile im Harz. Diese Pflanzenteile stören mich nicht weiter bei einem Räucherwerk, aber die Insekten schon 😉 und wenn man das Fichtenharz für eine Salbe verarbeiten möchte, sollte es schon gereinigt sein.

Für die Reinigung des Fichtenharz braucht ihr einen grösseren Stein, alte Konservendosen (leere versteht sich ;), Socken aus Wolle (ersatzweise Gaze), Schöpfkelle, kleine Seile, Handschuhe und eine Schüssel. Nehmt bitte nur Sachen die ihr danach nicht mehr braucht oder wenn ihr es öfters machen wollt, das ihr die Gegenstände nur noch dafür verwendet, weil es doch schon eine Riesensauerei ist ;). Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, nimmt bitte Handschuhe, weil das Harz sehr heiss wird und höllisch auf der Haut brennt. Bitte seid vorsichtig.

fichtenharz

(Fichtenharz)

Zuerst macht ihr draussen ein Feuer oder ihr nehmt drinnen euren Herd. Euer gesammeltes Fichtenharz steckt ihr in die Wollsocke oder in die Gaze, und verstaut noch den Stein darin. Nun wird alles mit den kleinen Seilen zugebunden. Die Konservendose oder einen alten Kochtopf füllt ihr mit Wasser und bringt es zum kochen. Wenn es kocht, legt ihr vorsichtig die Wollsocke (Gaze), samt dem Harz in das kochende Wasser. Der Stein in der Socke ist dafür da, das die Socke nicht oben schwimmt. Nun werdet ihr nach einer Weile sehen, dass sich das Fichtenharz aus der Socke löst und oben an der Wasseroberfläche schwimmt. Indessen füllt ihr kaltes Wasser in eine Schüssel. Das oben schwimmende Harz schöpft ihr nun mit der Kelle ab und giesst es gleich ins kalte Wasser. Das Harz wird sofort hart werden und ihr könnt nun daraus Bällchen oder auch Stücke formen.

Fertig ist euer Burgunderharz 😉

Viel Spass wünsche ich euch,

Eure Katuschka )O(


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21 Gedanken zu „Wie klärt man Fichtenharz?

  1. Hallo allerseits, ich löse mein gesammeltes Harz mit Brennspiritus in einem sauberen Marmeladenglas auf (ca. 50 – 100 Gramm mit ca 50 – 100 ml Spiritus ), dann filtere ich es durch ein Stück Tuch (Windel) in ein zweites Glas und lasse das Glas mit der Harz-Spirituslösung einige Tage an einem trockenen Platz auf dem Balkon so lange ablüften, bis kein Spiritusgeruch mehr vorhanden ist. Der Spiritus verflüchtigt sich und übrig bleibt der reine und gefilterte Harz, den ich im Glas direkt mit anderen Zutaten weiter verarbeiten kann.

    Ich verwende das Harz auch z.B. zusammen mit Bienenwachs und Leinölfirnis als Holzschutzmittel für meine Hochbeete und Holzkisten auf dem Balkon. Macht eine sehr schöne Farbe und hervorragenden Regen-Fäulnisschutz.

  2. Hallo! Hab ich das richtig verstanden, wenn das Fichtenharz gereinigt ist, bleibt es dann weich und knetfähig, oder härtet es wieder aus?

  3. Es sei angemerkt, dass Burgunderharz heute normalerweise kein lediglich gereinigtes Fichtenharz ist!
    „Burgunderharz“ ist heutzutage ein Destillationsrückstand, der entsteht, wenn dem Fichtenharz die Terpentinöle entzogen worden sind. Das, was übrig bleibt, wird durch Wasserbeigabe dann zu sogenanntem „Burgunderharz“, das aber im Handel immer als natürliches Fichtenharz angeboten wird. Es ist aber letztendlich genausowenig natürlich wie „Kolophoinum“, das auch immer als Kiefernharz angeboten wird.

    Wenn man naturreines Fichten- und Kiefernharz haben möchte, bleibt meistens nur das hier beschriebene selbst sammeln und selbst machen…

  4. Danke fürs Rezept. Ich hab auch vor kurzem in so einem Verfahren das Fichtenharz geklärt – hat super funktioniert. Nur noch ein Tipp dazu: ein Bällchen noch direkt im kalten Wasser formen, sonst klebt alles an den Händen 😉

  5. Hallöchen und Dankeschon für die Anleitung.
    Muss es unbedingt eine WOLLsocke sein?
    Von den anderen könnte ich eher mal eine entbehren…
    Oder schmilzt der Polyesterkram?
    Dann vielleicht ein Stofftuch zusammenbinden?
    Omas selbstgestrickte Wollsocken will ich wirklich nicht kaputt machen 🙁

    Grüße, Nina

  6. Wow das ist ja großartig! Lieben Dank!! Ich habe viel getrocknetes, aber eben mit den oben benannten Zusätzen verunreinigtes Fichtenharz. Das werde ich auf jeden Fall ausprobieren! Claudia Kreß, man kann es verräuchern aber aucb als Salben Zusatz verwenden. Es duftet herrlich und desinfiziert.

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