Der Essigbaum, auch Hirschkolben-Sumach genannt (Rhus typhina), ist leider hier in Deutschland in den Verruf gekommen, giftig zu sein. Doch das ist er nicht, denn seine anderen Vertreter sind giftig.Der Essigbaum ist aus Nordamerika eingewandert. Dort werden die Früchte von den Indianern zu einer Limonade verarbeitet, die sehr viel Vitamin C beinhaltet. Sie wird auch „Indian Lemonade“ genannt. Dieses rosafarbene Getränk hat einen leicht säuerlichen Geschmack und ist dadurch sehr erfrischend. Es enthält sehr viel Vitamin C. Seine Früchte, die roten Kolben, können vom Herbst bis weit in den Winter gesammelt werden. Man kann die kleinen Samen auch so in den Mund stecken, auch hier erfrischen sie durch ihren säuerlichen Geschmack bei langen Wanderungen. Auch getrocknet verlieren sie nicht ihren säuerlichen Geschmack und man kann sie in Tee, als Gewürz oder einfach nur als Erfrischung in den Mund nehmen. Den Namen Essigbaum hat er bekommen, weil man mit ihm Essig saurer machte, indem man die Kolben mit in den Essig hineinlegte und auch durch seinen säuerlichen Geschmack.

essigbaum

Zum Beispiel der Gift-Sumach (Rhus toxicodendron), auch Poison Ivy genannt, besitzt ein Gift, dass schon bei blosser Berührung schlimme Hautblasen verursachen kann. Er verursacht Unwohlsein, Fieber und auch Hautentzündungen. In der Homöopathie wird er gegen Kopfschmerzen und Ekzemen eingesetzt. Wie ihr an der Illustration sehen könnt, hat der Gift-Sumach ganz andere Blätter, als der Essigbaum. Weiter unten sehr ihr noch andere Fotos vom Essigbaum, der reichlich bei uns im Garten wächst. Er neigt leider zum Wuchern, aber seine Herbstfärbung ist umwerfend und daher wird er auch Indian Summer genannt.

giftsumach

Dann gibt es den Gerber-Sumach (Rhus coriaria) der vorwiegend in der Türkei, Libanon und im Iran vorkommt. Sie verehrten diese Pflanze so sehr, dass man sie mit nach Sizilien und Spanien mitnahm und dort auch anpflanzte. Durch seinen Gerbstoffgehalt ist er zusammenziehend. In diesen Ländern kochte man die Samen des Gerber-Sumachs in Wein und behandelte damit Durchfallerkrankungen, starker Menstruation und Scheidenpilz, auch wurde es als Waschung genommen, bei leichten Wunden, die nicht auf hören wollen zu bluten. Die Menschen nahmen ihn auch zum Leder gerben. Der Gerber-Sumach gerbt das Leder weiss. Was ihn dadurch sehr wertvoll machte.

Der Gerbersumach und auch der Hirschkolben-Sumach (Essigbaum) war und ist noch heute ein beliebtes Gewürz im Vorderorient. Wer öfters beim Türken Essen geht, kennt bestimmt das Gewürz Sumach (Sumac), dass über das Essen gestreut wird. Um dieses Gewürz euch selber herzustellen, müsst ihr die roten Samen vom Kolben abmachen, trocknen (bis sie eine dunkelrote Farbe erhalten haben) und zermahlen. Ihr könnt sie auch ganz lassen. Dann habt ihr das originale Sumac-Gewürz aus der Türkei. Ihr könnt damit Speisen würzen, die dann einen leicht säuerlichen Geschmack annehmen. Als ich für 4 Jahre in der Türkei gelebt habe, habe ich des Öfteren mit meiner damaligen Schwiegermutter dieses Gewürz zubereitet. Wir nahmen das Gewürz für Salate, Eintöpfen und auch Fleischgerichte. Wenn ihr mögt könnt ihr eurem Sumac – Gewürz auch andere Kräuter hinzufügen, wie zum Beispiel Oregano, Thymian, Rosmarin, etc…Experimentieren ist angesagt. In türkischen Lebensmittelläden könnt ihr auch das fertige Gewürz Sumac kaufen.

sumac gewürz

Rezept Essigbaum-Limonade:

Als erstes müsst ihr euch die roten Früchte von einem Essigbaum pflücken und vielleicht einen Moment auf dem Tisch ausbreiten, damit Insekten flüchten können. Danach befreit ihr die Früchte (Samen) von ihrem Kolben. Es sollten ungefähr soviele Früchte sein, wie in einem 1 Liter Messbecher hineinpassen. Dann nehmt ihr eine Schüssel und füllt sie mit 1 Liter Wasser und fügt die losen Essigbaumfrüchte hinzu. Nun lasst ihr es für gut 10 Minuten ruhen.

Nach diesen 10 Minuten nehmt ihr eure Hände oder einen Kartoffelstampfer und stampft diese Flüssigkeit gut durch. So das die Früchte unter Wasser schwimmen. Ich lasse dieses Gemisch für ca. 12-24 h im Kühlschrank ziehen, aber ihr könnt zwischendurch auch mal probieren, ob der Geschmack schon soweit für euren Gaumen angenehm ist. Ich persönlich mag es relativ sauer. Wer das säuerliche nicht so mag, kann die Limonade auch ein wenig mit Zucker oder Steviablättern abschmecken.

Nach den Durchziehen filtert ihr die Flüssigkeit, durch einen Kaffeefilter oder vergleichbarem ab, damit die Härchen zurückbleiben. Die übriggebliebenen Früchte könnt ihr nochmal stark ausquetschen, damit auch die letzte Flüssigkeit mit herauskommt. Ihr könnt natürlich auch noch herumexperimentieren, indem ihr Zitronenmelisse, Pfefferminze, etc… hinzufügt.

Fertig ist eure Indianer Limonade mit viel Vitamin C. Wer noch keinen Essigbaum im Garten oder Balkon hat, der kann sich bei mir melden. Ich habe für dieses Jahr noch ein paar Ableger zum abgeben. Der Essigbaum macht sich auch gut in einem grossen Topf und kann problemlos darin kultiviert werden.


Wenn euch dieser Artikel gefallen hat, würde ich mich um einen „Energieausgleich“ sehr freuen.
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19 Gedanken zu „Der Essigbaum ~ Die verkannte Vitaminbombe ~ Limonade und Gewürz

  1. Endlich sagt mir mal jemand, was für Schätze ich im Garten habe. Ich hielt den Essigbaum bislang nur für eine Zierpflanze. Danke

  2. Geht es auch sich die Limonade herzustellen mit bereits getrocknetem Sumach?

  3. Nur der milchige Baumsaft ist giftig. Die Doldenblüten sind definitiv nicht giftig. Sie enthalten viel VitaminC. Der Baum ist auch in Asien beheimatet, in der Türkei und im arabischen Raum ist „Sommak“, der Essigbaum, für Limonaden sehr bekannt, auch kann durch Auszug mit kaltem Wasser und Zucker ein Sirup gemacht werden. Dass Essigbaum giftig ist, ist ein urbaner Mythus!

  4. Mein Garten ist mittlerweile auch voll mit kleinen Essigbäumchen. Bin gesundheitlich gerade nur nicht in der Lage mich darum zu kümmern. Wenn ich die bald nicht alle raushole kann ich mich im nächsten Jahr mit Essigbaumlimo selbstständig machen 😀

  5. Hi Katuschka 🙂
    merci mon Madame! Ich liebe deine Schreibweise und deine positive Art Dinge zu beschreiben!
    Abgesehen davon scheinst du zu wissen was du schreibst 🙂
    ganz freundlich möchte ich dich grüßen!
    Bea

  6. Das ist genial,ich habe immer gedacht der ist giftig.kann Mann das auch in mixer tun.sind sie Früchte im ganzen essbar ?

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