Die Nachtkerze kommt ursprünglich aus Nordamerika und wurde im 17. Jahrhundert eingeführt. Es soll für Botaniker sehr schwierig sein, die verschiedenen Nachtkerzen auseinander zu halten. Das Nachtkerzenöl ist einst der teuersten Pflanzenöle. Hauptsächlich in der Hautpflege und Erkrankungen der Haut findet sie heutzutage Verwendung. In früheren Zeiten wurde die Nachtkerze als Nahrungsmittel angepflanzt. Es wurden die Wurzeln der Nachtkerze als Gemüse gegessen. Ganze Felder wurden mit ihr bepflanzt und unsere heutigen Nachtkerzen sind sozusagen ihre Nachkommen von damals die auf den Feldern standen. Heute gilt sie eher als vergessene Gemüsepflanze. Die Nachtkerze öffnet ihre Blüten erst am Abend und wenn der Sonnenaufgang kommt, sind sie auch schon wieder verwelkt. Sie wird überwiegend in der Frauenheilkunde verwendet.

Lateinischer Name:

Oenothera biennis

Andere Namen:

Gelber Nachtschatten, Weinblume, Schinkenwurzel, Eierblume, Rapunzel, Schinkenkraut, Nachtrose, Rapontika

Volksheilkunde:

Wechseljahrebeschwerden, Akne, Arthritis, Sklerose, trockene Haut, Ekzemen, brüchigen Nägeln, Überaktivität, Hormonsystem, Durchfall, Hautkrankheiten, Blutreinigung, Husten, Magen – und Darmkrämpfe, Hautunreinheiten, Juckreiz, Hautrötungen, Neurodermitis, Schuppenflechte, Polyarthritis, Morbus Bechterew, erhöhter Cholesterinspiegel, Pollenallergie, prämenstruelle Syndrom (PMS)

Eigenschaften:

blutreinigend, beruhigend, hautpflegend, stärkend, entzündungshemmend, krampflösend

Inhaltsstoffe:

Vitamin E, Flavonoide, fettes Öl, Gerbstoffe

Verwendung:

Samen, Wurzeln, Blätter, Blüten

Darreichungsform:

Öl, Tee, Waschungen, Tinktur

Vorkommen:

Wildwiesen, Wegränder, Gärten, Sandgruben

Blütezeit:

Juni-September

Sammelzeit: 

August-September (Samen)

Juni-September (obere Sprossspitzen/Blüten)

September-Oktober (Wurzeln)

Verwechslung mit anderen Pflanzen:

Mit der Königskerze und anderen Nachtkerzen Arten, die unterschiedliche Wirkstoffe besitzen.

Naturschutz:

Nicht geschützt

blüte der nachtkerze

(Blüte der Nachtkerze)

Anbau:

Die Nachtkerze ist eine winterharte Pflanze. Sie liebt die Sonne  und einen trockenen Boden. Die Vermehrung erfolgt im Herbst durch Aussaat. Sie ist zweijährig und wird gut über 1 Meter gross. Im Garten kultiviert ist diese Pflanze sehr anfällig für Mehltau. Dadurch das sie ihre Blüten erst bei Sonnenuntergang öffnet, eignet sie sich gut in einer Blumenuhr.

Ernte & Trocknung:

Die Samen werden nach der Blüte im Herbst gesammelt. Die Wurzeln werden frisch verwendet. Die Blüten, Sprossspitzen und Blätter werden in Lagen zum Trocknen ausgelegt.

Geschmack & Geruch:

schwarzwurzelig & süsslich

Verwendung in der Küche/Haushalt/Kosmetik/Tierhaltung:

Die Nachtkerzenwurzeln, Blüten und Blätter kann man als Gemüse, in Suppen oder in Salaten zubereiten. Die Wurzeln haben einen Geschmack, der an Schwarzwurzeln erinnert. Um diese Wurzeln wie Schwarzwurzeln zuzubereiten, gräbt ihr die langen Nachtkerzenwurzel und wäscht und schabt sie ein wenig ab. Dann werden die Wurzeln in Salzwasser weichgekocht und wie Schwarzwurzeln gegessen. Wenn ihr die Wurzeln vor dem Kochen mit Zitronensaft beträufelt, laufen sie nicht an. Die Wurzeln können auch in Fleischbrühe gekocht werden. So sollen sie sehr stärken und kranken Menschen wieder auf die Beine helfen. Die Samen können in Müsli, als Gewürz, in Brot mitbacken genommen werden. Und wenn ihr eine Ölpresse habt, dann könnt ihr sogar das hochwertige, sehr teure Öl selber machen oder ihr zerstampft die Samen in einem Mörser. Das Nachtkerzenöl ist sehr teuer und wertvoll, deshalb solltet ihr immer darauf achten, dass die angebrochene Flasche kühl und dunkel gelagert wird. Dieses Öl reagiert auf Sauerstoff und kann dadurch schnell ranzig werden.

Sie diente auch als sehr gutes Schweinefutter. Dafür werden die Wurzeln und Blätter genommen. In der Tiermedizin wird das Nachtkerzenöl für entzündete Stellen, die durch Parasiten entstanden sind, verwendet.

Tee~Zubereitung:

  • 2 Teelöffel getrocknete oder frische Sprossspitzen
  • 1 Tasse Wasser ( ca. 250 ml )

Das kochende Wasser über das Kraut giessen und ca. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abfiltern. Vielleicht ein wenig mit Honig süssen. Der Tee entspannt und ist ein mildes Getränk bei leichten Unterleibsschmerzen und Husten.

Nachtkerzen~Sirup:

Auch Sirup aus den Blüten der Nachtkerze kann gegen Husten eingenommen werden. Dazu benötigt ihr zwei Handvoll Blüten der Nachtkerze. Die Blüten solltet ihr kurz vor Sonnenuntergang sammeln gehen, also kurz bevor sie aufgehen. Aus diesen Blüten bereitet ihr einen Tee zu. 250 ml Wasser werden mit den Blüten erhitzt und für 10 Minuten stehen gelassen. Es darf nicht gekocht werden. Nach den 10 Minuten werden die Blüten herausgefischt und der Tee auf kleiner Flamme wieder auf den Herd gesetzt. Nun lasst ihr nach und nach Zucker in den Nachtkerzenblütentee rieseln, bis sich der Zucker aufgelöst hat und eine sirupartige Konsistenz gebildet hat. Beachtet bitte, wenn ihr die Zuckermenge reduziert, reduziert ihr auch gleichzeitig die Haltbarkeit. Dieser Nachtkerzen~Sirup ist im Kühlschrank bis zu 3 Monate haltbar.

Nachtkerzenwurzel~Salat:

Dieser Salat wird auch Schinkenwurzel~Salat genannt. Um einen Salat sich zuzubereiten, nehmt ihr 250 g Wurzeln der Nachtkerze, zerkleinert sie und kocht sie in Salzwasser weich. Das Salzwasser abgiessen und mit Öl, Essig, Salz und Pfeffer nach Belieben würzen. Ihr könnt diesem Salat auch noch Blattsalate und Radieschen hinzufügen. Nachtkerzenwurzeln bitte immer vor der Blüte sammeln.

Räucheranwendung & Volksglauben:

Eine Nachtkerzenblüten-Räucherung gibt uns Entspannung, um aus dem hektischen Alltag zu fliehen. Diese Räucherung ist auch gut um alte Gefühle loszulassen und bereit für einen Neubeginn zu sein.

Nebenwirkungen:

Bei einer inneren Einnahme können Verdauungsbeschwerden, Durchfall und Bauchschmerzen auftreten. Epileptiker, Stillende und auch Schwangere sollten vor der Einnahme immer mit einem Arzt oder Heilpraktiker Rücksprache halten. Bei einer äusserlichen Anwendung muss die Haut vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Bitte beachtet, dass diese Vorstellung den Gang zu einem Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzt. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!

nachtkerze

(Nachtkerze mit verblühten und frischen Blüten)


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9 Gedanken zu „Nachtkerze ~ Eine alte vergessene Gemüsepflanze

  1. Hallo Gisela,

    es wird meist nur die Wurzel der Nachtkerze gegessen. Natürlich sollte sie vorher wie Schwarzwurzeln gekocht werden.

    Viele Grüsse,
    Katuschka

  2. Frage: ich erwarb eine Nachtkerzen Pflanze . Sie wächst sehr stark im Balkonkasten ohne jede Blüte.
    Der Geschmack ist nicht so gut. – sollte ich vielleicht kochen und die Wurzeln verzehren???
    gruß von Gisela

  3. Halli Hallöchen, hab da ne frage, wir haben hier ne menge Rotkelchige Nachtkerze, kann ich das auch alls Tabakzusatz nehmen?
    echt coole seite, lerne immer mehr dazu, Danke schön

  4. Hatte ich vor ca 3 Wochen Blüten gesammelt . Aber Dank deinem Bericht hab ich nun noch mehr lernen dürfen als ich wusste . Danke sehr

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