Die Herbst – Tagundnachtgleiche wird meistens vom 21. – 23. September gefeiert. Mein Sohn ist in dieser Zeit geboren, daher sind diese Tage immer ganz was besonderes für mich. Wobei diese Tradition schon sehr in Vergessenheit geraten ist. Vielerorts wurden diese Tage, der Beginn der Geisterzeit, genannt. Es wurden Dämonen ausgetrieben und dies war auch der ursprüngliche Sinn dieser Herbstfeste. Im Herbst entstehen die berüchtigten Irrlichter und da viele Menschen damals in Wäldern waren, haben sie sie oftmals gesehen. Über diese Irrlichter hatte ich einen eigenen Artikel geschrieben. Wer den Artikel lesen möchte, klickt hier.

irrlichter im nächtlichen wald

(Irrlichter)

Zu dieser Zeit glaubten die Menschen an die Entstehung des zweiten Gesichts. Das zweite Gesicht ist die Gabe, Zukünftiges vorauszusehen und namentlich alle demnächst dem Tod geweihten Menschen mit geistigem Auge zu erkennen, indem sie entweder nächtlich ihren Leichenzug oder sie allein in der Kirche sehen. In der Volksmedizin war der Herbst, wie der Frühling, krankheitsbedingt, sehr gefürchtet. So hiess es damals, der Herbst nimmt die Kranken mit. Auch wenn ein Apfelbaum im Herbst anfing zu blühen, war das ein Zeichen, dass der Hausherr stirbt. Auch das Blühen einer weissen Rose sagte den Tod im Hause voraus. Dagegen eine rote Rose, eine bevorstehende Hochzeit im Haus.

 

In vielen Orten sammelte man in dieser Zeit die letzten Heilkräuter und Heilwurzeln, um für den strengen Winter vorbereitet zu sein und auch um Haus, Hof und Stall gegen Krankheiten und Dämonen auszuräuchern. Nun war auch die Ernte des Apfels, Birne, Pflaume, Hagebutte, Walnuss, Eiche, Quitte und Kastanie. Die Menschen zu damaliger Zeit dankten Mutter Erde für die reichliche Ernte und nun wurden die Felder fürs Wintergetreide bestellt.

erntedank opfer

(Ein Erntedank – Opfer)

Die dunkle Jahreszeit beginnt und es wird zunehmends kälter, gerade nachts. Die Natur zieht sich zurück, die ersten Pflanzen verwelken und sterben ab. Die ‚Pilze schiessen aus dem Boden. Die ersten Obstbäume verlieren ihre Blätter und das Laub anderer Bäume verfärbt sich in den schönsten Herbstfarben. Diese dunkle Jahreszeit bedeutete auch, dass Schutz ersucht wurde, in Form von Amuletten, Räucherungen oder Ritualen. Sei es vor Krankheiten, Viehdiebstahl, Raub oder körperliche Gewalt. In früheren Zeiten waren die Häuser nicht mit gut funktionierten Heizungen oder Licht ausgestattet, wie heutzutage. Krankheiten und Diebstahl waren an der Tagesordnung, gerade in den dunklen Jahreszeiten. Dazu eignet sich mein Artikel über die Herstellung von Eichelamuletten. Um den Artikel zu lesen, klickt bitte hier.

 

september herbstmonet_1512

(September/ Herbstmonet 1512)

 

Es wurden auch viele Dank – und Opfergaben an die verehrten Götter gegeben. Zum Beispiel in Form von Obst oder Gemüse. Auch wurden kleine Strohpüppchen gebastelt und anschliessend dem Erntedankfeuer übergeben. Anstatt der kleinen Strohpüppchen sieht man heutzutage diese riesigen runden Strohballen, als Mann und Frau verkleidet, an Wegen und Strasssen stehend. Einfach nur einfallslos und hässlich, muss ich dazu mal sagen! Mich schüttelt es jedesmal, wenn wir an solchen lieblosen und kitschigen Gestalten vorbeifahren.

Räucherung für die Zeit der Herbst – Tagundnachtgleiche

Das Hauptthema dieser Räucherung : schutzsuchend, schützend, umsorgend, erhellend, klärend, reinigend, stärken, gesunden

Die Räucherpflanzen müssen alle zerkleinert und getrocknet werden. Harze sollten im allgemeinen 1 Jahr trocknen und lagern, wenn es umso mehr lagert, umso intensiver ist es. Auch wenn andere meinen, es kann gleich verräuchert werden. Meine persönliche gute Erfahrung ist mit Harzen, die jahrelang lagerten. Meine Schutzräucherung für die Tage der Herbst – Tagundnachtgleiche beinhaltet diese Pflanzenteile. Sie sollten zu gleichen Teilen vermischt sein:

  • Kiefernnadeln
  • Lärchenharz
  • Lavendel
  • Wacholderbeeren
  • Edelweiss
  • Apfelholz
  • Holunderblüten

Ihr könnt dieses Räucherwerk zusammenmischen, wobei dann das Lärchenharz ein wenig mehr sein sollte. Wenn eure Zeremonie ein bisschen längern dauern soll, so legt ihr jede einzelne Räucherpflanze nacheinander auf eure Glut und gewährt dem jeweiligen Pflanzengeist, Zutritt in eure geistige Ebene, um den Schutz zu erhalten, den ihr ganz persönlich für euch am wichtigsten haltet.

Ich wünsche euch eine schöne und erlebnisreiche Herbstzeit.

Eure Katuschka

(Räuchern am Lagerfeuer)

(Räuchern am Lagerfeuer)


Wenn euch meine Texte und Arbeit ein paar Talerchen wert sind, würde ich mich über einen „Energieausgleich“ sehr freuen.
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6 Gedanken zu „Der Volksglaube um die Herbst-Tagundnachtgleiche ~ Erntedank

  1. Danke ! Ich lese Sie immer sehr gerne. Interessant und sehr schöne Bilder !

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