Sich seinen Tabak selber anzubauen ist keine grosse Mühe. Und wenn der Platz im Garten reicht, ist es erlaubt bis zu 100 Pflanzen für den Eigenverbrauch anzubauen. Als Zierpflanze ist der Tabak leider in Vergessenheit geraten. Die Tabakpflanze kann auch in grossen Kübeln wachsen und ist durch ihre Grösse der Blüten sehr imposant. Sie wurde lange Zeit als Zierpflanze in Gärten gesetzt. Sie kann eine Höhe von 2,50 m erreichen und sehr grosse ausladene Blätter bekommen. Tabakpflanzen gehören in die Familie der Nachtschattengewächse. Ich habe dieses Jahr ca. 50 Pflanzen, die ich gerne in gute Hände sehr billig abgeben möchte. Weil ich selber keinen Platz mehr habe, sie in grosse Töpfe oder in den Garten zusetzen. Es sind 3 verschiedene Sorten. Bei Interesse einfach eine eMail an katja@celticgarden.de

tabakpflanzen

Tabak Jungpflanzen

Aussaat:

Die beste Zeit der Aussaat ist der März. Einfach die Saat in Anzuchtkästchen auf Anzuchterde streuen. Mit einem Wassersprüher die Erde gut durchfeuchten. Tabaksamen sind Lichtkeimer; darum bitte nicht mit Erde bedecken und wenn nur sehr leicht. Die Anzuchterde darf nicht austrocknen, wobei wenn es einmal passiert, geht nicht auch gleich die ganze Saat kaputt. Beim regelmässigen Giessen darauf achten, das ihr die Samen von ihren Platz nicht wegschwemmt. Wassersprüher sind für Lichtkeimer immer am besten. Die Keimtemperatur liegt bei ca. 20 – 22° C und sie öffnen sich meist nach 14 Tagen. Wenn die ersten Samen sich geöffnet haben, an einen sehr hellen Platz stellen, damit sie nicht mit langen und dünnen Stengeln schiessen, weil meist diese Pflanzen nichts werden, da sie zu wenig Kraft haben, sich zu halten oder während der ganzen Wachstumsperiode immer wieder gestützt werden müssen. Ansonsten knicken sie um, wobei viele Pflanzen an der Knickstelle wieder zusammenwachsen, wenn man ihnen einen „Verband“ macht, solange die Knickstelle nicht ganz durchtrennt ist. Wenn ihr verschiedene Tabaksorten anpflanzt, so denkt bitte daran sie zu kennzeichnen.

tabakanbau

Tabakanbau

Umtopfen:

Nach ca. 4-6 Wochen kommt das Umtopfen. Die kleinen Pflänzlein können ganz gut mit einem Schaschlikspiess rundherum ausgehoben und in grössere Töpfe umgesetzt werden. Nach dem Umtopfen kräftig giessen und auch diese Töpfe möglichst hell stellen.

tabakblätter

Tabakblätter

Auspflanzen:

Tabakpflanzen immer nur nach den Eisheiligen auspflanzen. Am besten pflanzt ihr sie mit dem grossen Erdballen in euren Garten oder Kübel. So besteht keine Gefahr, dass ihr die Wurzeln beschädigt. Der Abstand der einzelnen Pflanzen sollte 30-40 cm betragen; in einer Reihe gepflanzt. Am besten wird abends ausgepflanzt, wenn die Sonne nicht mehr so stark ist und gleich danach kräftig giessen. So lange die Pflanzen noch klein sind, ist es besser über Nacht „Schneckenhauben“ über die Pflanzen zu stellen. Ich arbeite nur mit diesen Pflanzenhüten bei Jungpflanzen (bis ca. 25 cm) im Garten. Über Nacht stülpe ich sie über und lege oben über dem Loch einen kleinen Stein, häufel unten die Ränder ein wenig mit Erde an und schon sind die Pflanzen vor den Nacktschnecken geschützt. Wie diese Pflanzenhüte aussehen und wer sie sich kaufen will, der kann sie sich bei *Amazon anschauen oder kaufen.

tabakblüte

Tabakblüte

Pflege im Freiland:

Meist kommt es im Mai/Juni das die Pflanzen schon Blüten bilden. Diese solltet ihr abschneiden, wenn ihr den Tabak nicht als Zierpflanze kultiviert, damit ihr eine bessere Ernte bekommt. Auch sollte daran gedacht werden, dass immer eine Pflanze stehen gelassen wird, natürlich mit Blütenstand, die ihr für das sammeln von Samen nehmt. Manche köpfen auch ihre ganze Pflanze, dass haben wir noch nie gemacht und hatten auch so immer eine gute Ernte.

tabakblüte

Beginnende Tabakblüte

 

Ernte:

4-6 Wochen nach der Blüte, werden die ersten Blätter geerntet. Darum den Beginn der Blüte notieren, falls ihr sie entfernt. Es wird immer von unten nach oben geerntet. Reife Blätter erkennt man an ihrer Farbe. Ihr schneidet die Blätter direkt an ihrem Stiel ab und sollten alsbald zum Trocknen aufgefädelt werden. Der Platz sollte schattig oder warm sein. Bei der Ernte solltet ihr immer trockenes Wetter haben und am besten wieder abends. Die Ernte erfolgt meist bis Ende September Anfang Oktober. Falls die Temperaturen unter 10-12° C sinken sollte, müsst ihr früher ernten. Auch wenn die Blätter noch grün sind. Wenn das geschehen sollte, lasst ihr die Blätter an der Pflanze und hängt sie kopfüber schattig und warm auf.

tabakbauer

Tabakbauer auf Kuba

Trocknung:

Die Lufttrocknung ist nicht schwer. Dafür fädelt ihr die reifen Blätter mit Nadel und einer stabilen Schnur auf. Es muss immer ein schattiger und warmer Platz sein. Wenn der Platz fehlt, können die Blätter auch in Bündeln aufgehängt werden. Dabei dreht ihr das untere Teil des Blattes (wo noch ihre Stiele sind) zusammen, verschnürt es und hängt es kopfüber auf. Dabei ist nur zu beachten das es in diesen Bündeln nicht anfängt zu schimmeln, darum regelmässig kontrollieren und die Blätter auflockern. Je nach Sorte variiert ihr Farbe von hellgelb – rotbraun und sind nach der Trocknung recht „ledrig“.

tabakblüte

Tabakblüte

Fermentation:

Jetzt erst kommt die richtige Arbeit. Bevor der Tabak geraucht werden kann, muss er fermentiert werden. Ansonsten „zerreisst“ es eure Lunge und die verschiedenen Geschmäcker der Tabaksorten kommen nicht zur Geltung. Bei der Fermentation handelt es sich um Prozesse, bei denen die Enzyme Stärke und Eiweiss umgewandelt werden, wie zum Beispiel aus der Stärke Zucker wird. Auch der Nikotingehalt wird dadurch gemindert.

Nach dem schonenden Trocknen werden die Blätter stapelweise in einem Keramikgefäss gestapelt. Notfalls könnt ihr auch einen Blumentopf nehmen, der unten kein Loch hat. Ein wenig nass spritzen und mit einem kleinen Feldstein beschweren. Es sollte auf einen Ofen oder Heizung gestellt werden. Zusätzlich könnt ihr noch Fruchtschalen, wie zum Beispiel vom Apfel hinzufügen, damit die Fermentation schneller vonstatten geht. Dadurch erhält der Tabak auch eine besondere Note und die Schalen beschleunigen den Stärke – und Einweissabbau. Alle 2-3 Tage sollte ihr nach dem Tabak schauen und die Blätter auseinander nehmen, umdrehen und wieder stapeln. So wird die Nässe gut verteilt. Nach 2-3 Wochen sollte es schon ein wenig nach Tabak riechen. Ca. 6 Monate wird so vorgegangen. Danach sollte er ein volles Aroma besitzen.

Tabak schneiden und natürlich aromatisieren:

Vorweg geschrieben: Ich verwende dazu einen ganz normalen Mixer. Man kann sich aber auch eine Tabakschneidemaschine kaufen. Sie sind auch recht günstig. Händler auf *Amazon bieten sie an. Die fertigen Tabakblätter werden immer von ihren dicken Rippen befreit und dann zerkleinert. Es sollten immer Kleinmengen verarbeitet und der Rest vakummverpackt werden.

Dieser Tabak schmeckt nicht so süsslich und aromatisch wie wir es von den gekauften Zigaretten her kennen. Wenn ihr das vermisst, könnt ihr selber euren Tabak auf natürliche Weise aromatisieren. Dementsprechend welchen Geschmack ihr bevorzugt, könnt ihr alles was gut riecht, aber nicht giftig oder unbekömmlich ist, dafür nehmen. Zum Beispiel Lavendel, Salbei, Minze, Rosenblütenblätter, Vanille, Rosmarin oder Thymian. Ihr nehmt ca. 3 Esslöffel Rosinen und eine Handvoll duftende Kräuter eurer Wahl. Alles köchelt ihr für eine halbe Stunde in einem Liter Wasser auf. Danach abfiltern und Honig hinzugeben. Soviel das diese Flüssigkeit noch gesprüht werden kann. Mit dieser Mischung könnt ihr eure Tabakblätter besprühen und stapelweise für 3-5 Tage in einem Keramikgefäss durchziehen lassen. Einmal zwischendurch solltet ihr die Blätter auseinander nehmen und wieder neu stapeln.

tabak

Tabak


Wenn euch dieser Artikel gefallen hat, würde ich mich um einen „Energieausgleich“ sehr freuen.
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