Ob als Räucherung, Pulver, Bad, Pflaster, Wachs, Getränk oder Öl, das Wundermittel unserer Vorfahren half für alles; so glaubte man. Das Wort Malefiz (Missetat, schlechte Tat) kommt aus dem lateinischen von maleficus. Das wörtlich übersetzt, gottlos, boshaft oder auch übel handelnd, heisst. Der bekannte Hexenhammer Malleus maleficarum ist wohl das Bekannteste was wir mit dem Wort Malefiz kennen. Maleficium kommt aus dem lateinischen und heisst so gut wie: Verbrechen, Übeltat, schlechte Tat. In der Neuzeit nahm man dieses Wort in der jeweiligen Mundart für ein schweres Verbrechen und einer moralisch, kriminelle oder rechtliche Verfehlung. Das Wort Malefiz ist das Gegenwort von Benefiz. Man kann es heutzutage mit dem Wort „Kriminal“ vergleichen. Es gab sogar ein Malefizgericht, Malefizverordnung oder auch das Malefizrecht. Das Malefizium ist die Geburtswiege des ganzen Hexenglauben und spielte eine grosse Rolle in der Hexenverfolgung und in Hexenprozessen. Meist waren es Frauen, die diesem Hexenwahn unterlegen waren. Diese Frauen wurden bezichtigt das Wetter zu manipulieren, das Vieh zu verhexen, Streitigkeiten zwischen Menschen zu erzeugen und auch Krankheiten anzuzaubern.

Da unsere Vorfahren sehr abergläubisch waren, sahen sie an jeder Ecke irgendeine Gefahr durch Menschen, Tiere, Naturgeschehen die einen selber schaden konnten. Auch Haus und Hof versuchten unsere Vorfahren mit dem Malefizpulver zu schützen. Die bekannteste Pflanze für das berühmte Malefizpulver war der Nelkenwurz. Seine duftende Wurzel galt als hexenabwehrend und teufelsvertreibend. Seine Wurzel wurde getrocknet und pulverisiert und als grössten Teil des Malefizpulvers oder Malefizräucherwer hinzugetan.

nelkenwurz malefizpulver
Nelkenwurz

Manchmal liess man ganze Säcke voll Malefizpulver an Orten karren, um die dort lebenden Menschen vor Verhexung und Besessenheit zu schützen. Für den  Schutz war es üblich aus dem Malefizpulver, Schmalz, Eiweiss oder Butter eine Art Masse zuzubereiten und das dann zu essen oder es wurde mit Wein zusammen kurz aufgekocht und getrunken. So war man vor anzauberter innerer Krankheit geschützt. Kleinen Kindern wurde das Malefizpulver unter ihren täglichen Brei gerührt. Es wurde auch gegen Bauchschmerzen eingenommen. Dafür mischte man es mit Speiseöl und nahm ab und an 1 Teelöffel voll davon ein. Für den äusserlichen angezauberten Schaden wurde das Malefizpulver mit Schmalz vermischt und auf die kranken Stellen geschmiert. Es war ein Universalmittel gegen allerlei Krankheiten. Es wurde zu damaliger Zeit auch von den Malefizkrankheiten gesprochen, die natürlich nur mit dem Malefizpulver oder dem Malefizrauch behandelt werden können. Das Malefizpulver unters Kopfkissen gestreut, bewahrt den drauf schlafenden Menschen, vor bösen Träumen und dem Nachtmahr.

Kommen wir nun zurück zum Nelkenwurz. Wie oben schon geschrieben, war er der grösste Bestandteil des Malefizpulvers. Seine Wurzel wurde schon immer bei der „Austreibung“ von bösen Geistern, Dämonen und Teufel verwendet. Seine Wurzel wurde auch ins Haus gehängt, um jeglichen Schaden abzuwenden. Es wurde aus dem Pulver der Nelkenwurzwurzel ein Kreis gezogen, indem man sich hineinstellte, und so vor bösen Einflüssen geschützt war. Um angezauberte Krankheiten zu behandeln, wurde die entsprechende Stelle beräuchert, geölt und dann mit einem Malefizpflaster bedeckt. Diese Methode wurde etliche Male wiederholt. Auch gegen den bösen Blick wurde so vorgegangen.

malefizpulver
Schutzkreis

Wer nun Interesse bekommen wie diese Zaubermittel hergestellt wurden, dem schreibe ich hier Originalrezepte aus dem 18. Jahrhundert auf. Wie ihr seht, ist die Wurzel des Nelkenwurz immer am höchsten.

Malefiz ~ Pulver:

Es wird alles zu gleichen Teilen vermischt. Der Anteil an Nelkenwurz sollte der grösste sein.

Johanniskrautblüten, Tausendgüldenkraut, Eisenkraut, Salz, Engelwurzwurzel, Heilziest, Erdbeerblätter, kl. Habichtskraut, Teufelsabbiss, Beifuß, Nelkenwurzwurzel

Malefiz ~ Pulver für ein Amulett:

Die Zutaten werden getrocknet, pulverisiert und in ein kleines Amulett gefüllt. Wie immer ist der Nelkenwurz~Anteil am grössten.

Weinraute, Knoblauch, Johanniskraut, Teufelsabbiss, Tausendgüldenkraut, Elsbeeren, Nelkenwurzwurzel

Malefiz ~ Räucherung:

Auch hier alles zu gleichen Teilen mischen, wo der Nelkenwurzwurzel~Anteil am höchsten ist. Alle Räucherzutaten müssen vordem getrocknet werden. Das Fichtenharz sollte mindestens ein Jahr gelagert sein.

Weinraute, Rosenblätter (keine Blütenblätter), Johanniskrautblüten, Dost, Wacholderbeeren, Fichtenharz, Beifuss, Haselkätzchen, Eichenblüten, Nelkenwurzwurzel

Malefiz ~ Bad:

In diesem warmen Bad sollte 20 Minuten gebadet werden. Siehe auch das Bad gegen Verhexungen.

Dost, Bergminze, Rosenblütenblätter, Weinraute, Salbei, Erdbeerkraut, Nelkenwurzwurzel

Malefiz ~ Öl:

Die Kräuter werden in ein kleines Leinensäcklein gefüllt und in Speiseöl gehängt; für ca. 1 Woche.

Weinraute, Elsbeeren, Lindenblüten, Tausendgüldenkraut, Johanniskraut, Wermut, Nelkenwurzwurzel

Malefiz ~ Trank:

Die Zutaten werden in Wein aufgekocht und zu 1/3 eingekocht. Von diesem Getränk gab man den behexten Menschen 2 Teelöffel pro Tag.

Erdbeerkraut, Heilziest, Johanniskraut, Tausendgüldenkraut, Eisenkraut, Beifuss, weisse Taubnessel,Nelkenwurzwurzel

Malefiz ~ Wachs:

Dieses Wachs ist ein wenig komplizierter herzustellen. Ursprünglich wurde es aus geweihten Kerzenresten hergestellt. Für die Herstellung nehmt ihr Kerzenreste und zerstossene Holzkohle und erhitzt es, bis alles flüssig ist. In diesem flüssigen Kerzenwachs~Holzkohle~Gemisch füllt ihr eine ordentliche Portion eures Malefix~Pulvers hinzu und verrührt alles gut. Es sollte eine schwarze Masse werden. Nun wird es ein wenig schwerer, weil ihr das Gemisch ein wenig erkalten lassen müsst, aber so das ihr es noch formen könnt. Nun nehmt ihr immer einen Teelöffel aus eurem Gemisch und formt es zu kleinen dünnen Wachsplatten. Es werden auch Wachsplatten nur aus Kerzenwachs und Holzkohle zubereitet. Sie werden meist genommen, um weitere Malefiz~Zutaten später unter zu mischen.

Malefiz -Pflaster:

Das Malefiz~Wachs muss vor der Verarbeitung im Backofen oder auf einem Kaminofen leicht erwärmt werden, damit es sich mit den anderen Zutaten vermischen und wieder zu Wachsplatten (Pflaster) formen lässt.

Johanniskrautöl, Malefizöl, Johanniskrautblüten, Königskerzenkraut, Malefizwachs, pulverisierte Nelkenwurzwurzel

Über das Wort Malefiz kann man noch sehr viel mehr schreiben, aber das würde den Rahmen hier sprengen. Wie ihr wisst, bin ich ein Freund von kurzen und knappen Beiträgen, mit denen man wunderbar weitersuchen kann im Internet, wenn einem das Thema interessiert.

Viele Grüsse,

eure Katuschka


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