Gemeiner Lein ~ Eine Königin der Heilpflanzen

Lein ist eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Er kann bis in die Zeit die Babylonier zurückverfolgt werden. Er soll schon in der mittleren Bronzezeit reichlich Verwendung gefunden haben; als Öllieferant und zur Fasergewinnung. In Erwähnung kam er auch schon bei Hippokrates gegen Unterleibsschmerzen, Durchfälle und Husten. In späteren Zeiten wurde der Leinsamenschleim bei Reizhusten viel verwendet. Es wird unter Öl-Lein und Flachs-Lein unterschieden. Aus den blauen Blüten entstehen kugelförmige Samenkapseln, die jeweils 10 eiförmige, platte Samen erhalten. Leinöl hat wunderbare Eigenschaften. So soll es bei leichten Depressionen, Bluthochdruck und schützend vor einem Herzinfarkt Wirkung zeigen. Auch gegen gewisse Krebsarten, wie zum Beispiel Prostata – oder Brustkrebs soll es wirken. Wer unter Krampfadern leidet, sollte sich Wickel aus Leinöl machen. Äußerlich kann ein Leinsamensäckchen gegen Zahnschmerzen und Nieren – und Blasenbeschwerden heiß aufgelegt werden.

 

leinsamen
Leinsamen Steckbrief

Lateinischer Name

Linum usitatissimum. Das Beiwort „usitatissimum“ bedeutet „viel verwendet“.

Volkstümliche Namen

Leinsamen, Flachs, Saat-Flachs, Öl-Lein

Hauptanwendung

Verstopfung

Volksheilkunde

Gastritis, Rachenentzündung, Bronchialbeschwerden, Husten, Halsschmerzen, Ekzeme, Menstruationsbeschwerden, Rippenfellentzündung, Halsschmerzen, Verbrennungen, Furunkeln, Geschwüre, Abszesse, Prellungen, Koliken, Muskelschmerzen, Verstopfung, Darmparasiten

Eigenschaften

abführend, schleimlösend, hustenlösend, schmerzlindernd, entzündungshemmend

Inhaltsstoffe

Öl, Schleimstoffe, Eiweisse, Glykoside, Enzyme, Wasser

Verwendung

Abführmittel, Heilpflanze, Nutzpflanze

Verwendete Pflanzenteile

Reife Samen, Blätter, Stängel

Darreichungsform

Öle, Umschläge, Gurgelwasser, Einläufe

Vorkommen

Wiesen, Wegrand, kultiviert in Gärten, Feldern

Blütezeit

Juni ~ August

Sammelzeit

August ~ Oktober (Samen)

April ~ Juni (Stängel, Blätter)

Verwechslung mit anderen Pflanzen

Verwechslungen können mit dem Purgier – Lein vorkommen, wobei der Purgier – Lein eine weisse Blüte hat.

Rote Liste & Insekten

Nicht geschützt. Der gemeine Lein wird von zahlreichen Insekten angeflogen.

(Leinsamen)
Leinsamen /@celticgarden

Anbau im Garten

Der Lein ist eine Kulturpflanze, die einen gut durchwässerten, sandigen Boden mag. Sie bevorzugt einen sonnigen Standort. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat im Frühjahr. Der Lein ist empfindlich gegen Umtopfen, wenn man ihn in Töpfen vorzieht. Ansonsten eine problemlose Pflanze. Seine Wuchshöhe kann bis zu 50 cm betragen. Seine Blütezeit ist leider nicht so lange und reicht von Juni – Juli. Er sät sich gerne von selber aus.

Phänologischer Kalender

Im phänologischen Kalender hat er keinen Stellenwert. Seine Blüten öffnen sich zum Frühsommer bis Hochsommer.

Gärtnern mit dem Mond

Der Lein sollte bei Vollmond gepflanzt werden.

Ernte & Trocknung

Die Leinsamen sollten bei höchstens 40° getrocknet werden. Die Blüten werden ganz früh morgens gesammelt, weil sie meistens schon am Nachmittag verblüht sind. Bei den Blüten muss sehr schnell gehandelt werden, weil sie genau wie Mohnblüten ganz schnell vergehen.

Geschmack & Geruch

geruchlos

Verwendung in der Küche/Haushalt/Kosmetik/Tierhaltung

Aus den Fasern des Leins kann man Leinenstoff  herstellen. Aus den Samen wird Öl gepresst. Die Samen werden in Brot mit verbacken (Leinsamenbrot). Auch in Müsli findet er Verwendung. Die Leinsamen-Sprossen gehören zur basischen Ernährung. Die Stängel und Blätter können Salaten beigemischt werden. Aus den Fasern können Baustoffe und Textilien hergestellt werden. Gerade die Textilien sind sehr gut für Allergiker geeignet.

Der Leinsamen dient auch als Vogelfutter.

Tee ~ Zubereitung

  • 2 TL unzerkleinerte Leinsamen
  • 1 Tasse Wasser (250 ml)

Man übergiesst die Leinsamen mit kaltem Wasser und lässt es für 20 Minuten ziehen. Gelegentlich umrühren und dann abfiltern. Dieser Tee wird bei Verstopfung leicht erwärmt getrunken.

Anti ~ Hustenmittel

Dafür nehmt ihr zerstossene Leinsamen, etwas Pfeffer und Honig und mischt diese Zutaten zusammen. Bei Bedarf teelöffelweise einnehmen. Dieses Rezept stammt aus dem Mittelalter.

Leinsamenumschlag gegen Sonnenbrand

  • 2 – 3 Eßlöffel unzerkleinerte Leinsamen
  • 500 ml Wasser

Der Leinsamen wird mit dem Wasser übergossen und leicht erhitzt. Dann für 3- 5 Minuten köcheln lassen. Nun wird alles abgefiltert und ein Leinentuch mit diesem Gemisch getränkt. Das nasse Tuch wird auf den Sonnenbrand grossflächig aufgelegt. Es sollte öfters gewechselt werden. Dieser Leinsamenumschlag kann auch bei Verbrennungen und Ausschlägen verwendet werden.

Räucheranwendung

Eine Leinsamen-Räucherung wird verräuchert , um eine übersinnliche Entwicklung zu erlangen. Die Blüten finden in Räuchermischung Verwendung.

Magische Eigenschaften

gebend, schützend, einhüllend, heilend

Magische Sammelzeit

Bei Vollmond und bei Sonnenuntergang

Element

Feuer

Verwendung im Volksglauben

Wer seinen zukünftigen Partner im Traum sehen möchte, sollte sich Leinsamen unters Kopfkissen legen.

Wer seine Schönheit bewahren will, sollte am Abend in einem Leinfeld tanzen.

Um sein Geld zu vermehren, wird auf einem Hausaltar ein Topf gestellt, indem Münzen und ein paar Leinsamen liegen. Es sollte jeden Tag erneuert werden.

Um im Schlaf geschützt zusein, stellt ihr einen kleinen Topf mit Lein – und Senfsamen gemischt ans Bett. Auf der anderen Seite sollte ein Topf mit Wasser stehen.

Mischt man roten Pfeffer mit Leinsamen und versteckt sie im Zuhause, so ist man vor negativen Energien sicher, da die Samen den Eintritt ins Haus verwehren.

Die blauen Blüten werden in einem kleinen Leinenbeutel bei sich getragen, um Schutz vor Zauberei zu erlangen.


Nebenwirkungen

Nur reife Samen verwenden. Unreife Samen enthalten giftige cyanogene Glykoside. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!


(Lein)
Lein /@celticgarden

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, würde ich mich über einen „Energieausgleich“ freuen!
Celticgarden unterstützen: