Artikelserie Giftpflanzen – Der Rainfarn †

rainfarn

Heute spielt er keine Rolle mehr, in der Volksheilkunde, weil er giftig ist. Das Kuriose an dieser Pflanze ist, dass man nie weiss, ob er giftig ist oder nicht. Das hängt von vielen Faktoren ab. Darum möchte ich in diesem Artikel auch nur auf seine Wirksamkeit gegen Insekten eingehen. Der Rainfarn wurde früher in die Häuser gestreut, um Ungeziefer fernzuhalten. Er enthält die insektizide Substanz Thujon, die in grosser Dosierung hochgiftig ist. Der Rainfarn spielte in England bei Osterbräuchen eine grosse Rolle. So wurde der Rainfarnkuchen und das Rainfarnbrot gebacken, dass die Abwehrkräfte für das kommende Jahr stärken sollte. Er galt als reinigendes Kraut nach dem Ende der Fastenzeit. Am 15. August gibt es die Tradition des Würzwisch. Er besteht aus 7 – 77 Pflanzen, wo auch der Rainfarn drin vorkommt. Dieser Würzwisch wird das ganze Jahr über zum Würzen von Speisen genommen. Seit dem 9. Jahrhundert nimmt man ihn zu Heilzwecken. Im Mittelalter spielte er als Abtreibungspflanze eine grosse Rolle und gleichzeitig als Gewürz zu fetten Speisen. Im alten Ägypten wurden Mumien mit dem Rainfarn einbalsamiert, weil er viele Gerbstoffe beinhaltet, die den Verwesungsprozess verlangsamen. Auch legte man früher Rainfarnsträusse in Särge.

Andere Namen:

Wurmtod, Wurmkraut, Muttergottesrute, Raingerte, Pompelblumen, Regenfahn, Milchkraut

Volksheilkunde:

Wurmbefall, Harnbeschwerden, Rheuma, Stoffwechselbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit, Blähungen, Magenkrämpfe, Hämorrhoiden, Gicht, Quetschungen, Verstauchung, Krampfadern, Furunkel, Hautreizungen, Kopfläuse, Menstruationsbeschwerden, Zahnschmerzen, Flohbefall, Abtreibung

Eigenschaften :

anregend, harntreibend, krampflösend, erfrischend, verdauungsfördernd, menstruationsfördernd, insektenvertreibend, wurmtötend, abtreibend, antiviral, betäubend, gebärmutteranregend

Inhaltsstoffe:

ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Cumarine, Inulin, Flavonoide, Glykoside, Thujon, Campher, Borneol, Harze, Parthenolid

Verwendung:

Blüten und Blätter oder ganze Sträusse

Darreichungsform:

Tee, Waschung, Öl, Bäder, Gurgelwasser, Umschläge, Pulver

Vorkommen:

Wegränder, Flussufer, Ödland, Schuttplätze

Blütezeit:

Juli-September

Sammelzeit:

Juli-September (oberirdisches Kraut)

Verwechslung mit anderen Pflanzen:

Es können Verwechslungen mit dem Balsamkraut vorkommen. Als Jungpflanze, wenn noch keine Blüten vorhanden sind, kann man die Blätter mit den Blättern der Schafgarbe verwechseln.

Naturschutz:

Nicht geschützt

rainfarnAnbau:

Der Rainfarn ist ein wucherndes Wildkraut, das problemlos im eigenen Kräutergarten angebaut werden kann. Er gehört zu den Korbblütlern und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 150 cm. Der Rainfarn gehört zu den Kompasspflanzen. Er neigt seine Blüten und Blätter immer in Richtung Süden. Seine Blätter bleiben selbst im Winter grün. Der Rainfarn entwickelt einen sehr starken Geruch, den manche Menschen als unangenehm empfinden und andere wiederum mögen. Besonders dekorativ in Wildgärten, wächst der Rainfarn in Begleitung der Schafgarbe und des Beifuss.

Ernte und Trocknung:

Bei trockenem Wetter wird die ganze Pflanze während der Blüte geschnitten; gebündelt und zum Trocknen kopfüber aufgehangen. Diese Sträusse dienen zur Insektenabwehr. Der Ort sollte luftig und schattig sein.

Geschmack & Geruch:

würzig, bitter & intensiv

Verwendung in der Küche/Haushalt/Kosmetik/Tierhaltung:

Er wird viel als Kräuterstrauss – oder Kissen verwendet. In England hat es lange Tradition einen Rainfarnkuchen zu essen. Als Färberpflanze wird er auch gerne genommen. Man erreichte mit den Blütenköpfchen ein Dunkelgelb.  Im Garten hilft er gegen Obstmaden und Kohlfliegen. Auch gegen den Kartoffelkäfer wurde der Rainfarn gezielt und erfolgreich eingesetzt, indem man ihn um die Kartoffelfelder pflanzte. In der Imkerei wird getrockneter Rainfarn als Rauchmittel verwendet. Der Rainfarn dient auch als Pflanze, an der sich viele Raupen ernähren. Im Biogarten ist er ein vorzügliches Mittel gegen Mehltau. Ameisen haben eine regelrechte Abneigung gegen Rainfarn.

Tee – Zubereitung:

  • 5- 10 g getrockneter Rainfarn
  • 1 Liter Wasser

Das kochende Wasser über das Kraut  giessen und ca. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abfiltern und nach Bedarf mit etwas Honig süssen. Täglich bis zu 2 Tassen davon trinken. Dieser Aufguss war in früheren Zeiten weit verbreitet und wurde bei Darmparasiten und Magenkrämpfen eingenommen. Auch kann dieser Tee als Läusemittel verwendet werden, indem man sich den Kopf damit wäscht. Ich bitte euch davon abzusehen, weil es heutzutage wesentlich bessere Medikamente gegen einen Wurm – oder Läusebefall gibt und man muss sich auch nicht schämen mit diesem Anliegen zu einem Arzt oder in eine Apotheke zugehen.

Insektenabwehr:

Rainfarnsträusse können vor die Fenster gehängt werden, so das die Insekten, wie Fliegen, Mücken, etc. nicht zum Fenster hineinwollen. Wie oben geschrieben, wurden auch ganze Böden mit dieser Pflanze ausgestreut. Dafür wurde sie vorher zerkleinert. Es ist aber nur zum empfehlen, wenn keine Kinder und Tiere im Haus sind. Unter Katzen – oder Hundekörbchen und Decken kann der Rainfarn gelegt werden, aber so dass das Haustier nicht an die Pflanze kommt. Er vertreibt Flöhe und Milben, so das die Schlafplätze floh – und milbenfrei sind und die Tiere ruhig schlafen können.

Rainfarn-Breiumschlag:

Ein Breiumschlag, aus den Blüten und Blättern, wurde bei Quetschungen, Gelenkschmerzen und Prellungen verwendet, aber auch hier muss darauf hingewiesen werden, dass es zu Kontaktallergien kommen kann

Räucheranwendung & Volksglauben:

Eine Rainfarn-Räucherung hilft uns Energievampire auf Abstand zu halten. Eine Räucherung lockert ein aggressives und streitbelastendes Umfeld auf. Diese Räucherung kann bei einer intensiven Verwendung psychoaktive und damit berauschende Wirkung entfalten. Daher sei es ratsam mit geöffneten Fenstern oder in der Natur mit dem Rainfarn zu räuchern. Auch bei einem schwachen Geist und „Jasagern“ wird der Rainfarn verräuchert. Manchmal ist es schwer, der Wahrheit ins Gesicht zusehen. Eine Rainfarn-Räucherung hilft unseren Geist dabei, diese Wahrheit anzuerkennen und zu akzeptieren, um im Gleichgewicht mit ihr zu leben. Vielerorts wurde mit dem Rainfarn geräuchert, um eine Raumdesinfizierung zu erhalten, auch sollte der Rauch bei Gewitter vor Blitzeinschlägen bewahren.

Einen Rainfarn-Strauss im Haus aufgehängt, schützt vor Blitzeinschlag, dem Teufel und Hexen. Um ein längeres Lebensalter zu erreichen, wurde der Rainfarn bei sich getragen. Kleinen Kindern legte man den Rainfarn unter ihre Kopfkissen, so waren sie vor den nächtlichen Attacken der Hexen geschützt. Die Kinder wurden auch in den Rauch des Rainfarns gehalten, um vor böse Gespenster und inneren Schaden geschützt zu sein. Ställe wurden mit Rainfarnsträussen geschmückt, um Hexen und Viehseuchen fernzuhalten. Reisende pflückten vor ihren Aufbruch, Rainfarn, um sicher wieder nachhause zukommen.

Nebenwirkungen:

Von einer inneren Einnahme wird dringendst abgeraten. Schwangere bitte vor der Einnahme vom Rainfarn absehen. Diese Pflanze bewirkt Schwangerschaftsabbrüche. Die Pflanze enthält das Gift Thujon, dass bei einer Überdosierung bleibende Nieren- und Leberschäden hervorrufen kann. Im schlimmsten Fällen kann es zur Lähmung der Atmung und dann zum Tod führen. Bei einer Einnahme dieser Pflanze kann es zu Krämpfen bis hin zum Koma kommen. Bei Tieren wurde beobachtet, dass sie nach der Einnahme zur Raserei mit Speichelbildung neigen. Es wurde sogar Epilepsie beobachtet. Weitere Nebenwirkungen sind Erbrechen, Übelkeit und Durchfall. Rainfarn kann in ungünstigen Fällen, Kontaktallergien auslösen. Daher sollten Menschen, wie zum Beispiel Gärtner ein wenig vorsichtig sein. Bitte beachtet, dass diese Vorstellung den Gang zu einem Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzt. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!

rainfarn
(Rainfarn)

Wenn euch meine Texte und Arbeit ein paar Talerchen wert sind, würde ich mich über einen „Energieausgleich“ sehr freuen.
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