Phänologischer Kalender

phänologischer kalender

Bestimmt habt ihr schon über den phänologischen Kalender gehört oder gelesen. Gerade wenn der Naturgarten im Mittelpunkt steht, sollte dieser Naturkalender nicht fehlen. In ihm werden 10 Jahreszeiten beschrieben und nicht 4 Jahreszeiten, so wie wir sie üblicherweise kennen. In einem phänologischen Kalender bestimmen meist die Blüten bestimmter Pflanzen, den Beginn der Jahreszeit. Sie werden auch Zeigerpflanzen genannt. Es wird darauf geachtet wann die Zugvögel wiederkommen, die ersten Blüten sich öffnen, wann die ersten Früchte an Bäumen und Sträucher ansetzen und Bäume ihr Laub abwerfen. Wobei wir beachten sollten, dass es abhängig von der Region und auch von Jahr zu Jahr nicht immer gleich ist, da es kein Datum gibt und es sich nach dem Geschehen des Klimas orientiert. Der phänologische Kalender ist nicht zu verwechseln mit dem Bauernkalender, wobei die Bauern von damals sich auch nach diesem Kalender gerichtet haben, wie es auch heute noch viele Naturvölker auf der ganzen Welt machen. Es geschieht jedes Jahr immer wieder und die Pflanzen – und Tierwelt kennt kein genaues Datum für eine Jahreszeit. Es können daher Unterschiede von bis zu 6 Wochen entstehen.

Vorfrühling ~ Ende Februar bis Mitte März

Der Vorfrühling läutet ein, wenn Ende Februar bis Ende März die ersten Schneeglöckchen blühen. Sie zeigen an, das der Winter zu ende ist. Genauso wenn die ersten Blütenkätzchen der Haselnuss erscheinen. Die ersten Maulwürfe sind zu sehen. Hummeln brummen langsam immer mehr im Garten und die Stare kommen zurück. Die Amseln fangen mit ihrem Nestbau an.

Die Zeigerpflanzen des Vorfrühlings sind:

Erstfrühling ~ Mitte März bis Ende April

Die Forsythie ist die Zeigerpflanze schlechthin, wenn es um den Erstfrühling geht. Auch der Löwenzahn gilt als Zeigerpflanze. Am Ende des Erstfrühlings zeigen sich die Birnen – und Kirschblüten. Blätter von der Birke, Rosskastanie, Haselnuss, Stachelbeere und der Johannisbeere entfalten sich um diese Jahreszeit. Nun kommen auch die ersten Wildbienen in den Garten und die Schwalben kehren zurück.

Zeigerpflanzen im Erstfrühling:

  • Schlehdorn
  • Birne
  • Kirsche
  • Pflaume
  • Forsythie
  • Löwenzahn
  • Ahorn
  • Tulpen
  • Narzissen
  • Buschwindröschen

Vollfrühling ~ Ersten 3 Maiwochen

Nun fangen die Apfelbäume an zu blühen. Darauf folgt der Flieder und das Erblühen der Himbeersträucher zeigen das Ende des Vollfrühlings an. Die Weinrebe und die Stieleiche entfalten ihre Blätter. Der Maikäfer fliegt nun auch schon und der Kuckuck fängt an zu rufen.

Zeigerpflanzen im Vollfrühling:

Frühsommer ~ Ende Mai bis Ende Juni

Der Anfang des Frühsommers steht in der Blüte des schwarzen Holunders, aber auch die Pfingstrosen entfalten ihre mächtigen Blütenköpfe. Der Weissdorn öffnet noch sehr vorsichtig seine Blüten und es reifen die ersten Erdbeeren und Kirschen heran. In dieser Zeit hören wir die ersten Zirpen, dass wohl bekannteste Geräusch der lauwarmen Sommerabenden. Manch Jungen bestimmter Vögel verlassen nun ihr Nest.

Zeigerpflanzen im Frühsommer:

Hochsommer ~ Alle Juliwochen

Für den Beginn des Hochsommers stehen die Blüten der Linde. Auch sieht man die ersten Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren am Strauch. Nun beginnen die Frösche zu quaken und die ersten Glühwürmchen fliegen umher.

Zeigerpflanzen im Hochsommer:

Spätsommer ~ Ersten 3 Augustwochen

Im Spätsommer hat die Blüte des Heidekrauts das Sagen. Die Vogelbeere bekommt ihre ersten Früchte, genauso wie der Frühapfel. Nun erscheinen auch vermehrt Libellen, gerade wenn man einen Naturteich in seinem Garten pflegt. Aber auch die so verhasste Mücke hat nun Hochkonjunktur.

Zeigerpflanzen im Spätsommer:

Frühherbst ~ Ende August bis Mitte September

Der beliebte schwarze Holunder zeigt in dieser Jahreszeit seine vitaminreichen Holunderbeeren. Auch die giftige Herbstzeitlose hat nun ihre Blütezeit; sie soll den Altweibersommer einläuten. Haselnüsse sind nun reif und fallen teils schon vom Strauch. Schwalben ziehen in den Süden.

Zeigerpflanzen im Frühherbst:

Vollherbst ~ Mitte September bis Mitte Oktober

Der Vollherbst steht ganz im Zeichen der Rosskastanien und ihrer Früchte, auch Eicheln, die nun zahlreich zu Boden fallen. Das erste Laub von den Eschen, Buchen und dem wilden Wein verfärbt sich. Die Stare sammeln sich, um gen Süden zu ziehen.

Zeigerpflanzen im Vollherbst:

Spätherbst ~ Mitte Oktober bis Mitte November

Im Spätherbst verlieren Rosskastanie und Vogelbeere ihre Blätter. Die Eichenblätter haben nun eine gelb-orange Farbe angenommen; die typischen goldenen Herbstfarben. Die Zeit ist gekommen das alle Bäume nun ihr letztes Laubkleid abschütteln. Schlehen und die Hagebutte hängen nun noch an den Sträuchern. Langsam ziehen sich die Igel in ihr Winterquartier zurück und Eichhörnchen können dabei beobachtet werden, wie sie ihren Wintervorrat sammeln.

Zeigerpflanzen im Spätherbst:

Winter ~ Ende November/Anfang Dezember bis Mitte/Ende Februar.

Der Winter ist im phänologischen Kalender die Vegetationsruhe. Nun verlieren auch die Eiche und die Lärche ihr Laub – beziehungsweise ihr Nadelkleid. Der Winter beginnt mit dem Winterweizen. In der Tierwelt stockt es nun und man bekommt nur noch hier überwinternde Vögel zu sehen, die gerne in dieser kalten Jahreszeit hinzugefüttert werden können.

Zeigerpflanzen im Winter:


Ich schreibe den phänologischen Kalender hier nun noch einmal in einer Kurzfassung zusammen, weil es sich leichter zu merken ist.

Vorfrühling ~ Beginnt mit der Haselblüte und endet mit der Blüte des Schneeglöckchens

Erstfrühling ~ Hier beginnt die Forsythie und endet mit der Blattentfaltung der Stachelbeere

Vollfrühling ~ Zuerst kommt die Apfelblüte und endet mit der Blattentfaltung der Stiel-Eiche

Frühsommer ~ Beginnt mit der Holunderblüte und endet mit dem Weissdorn

Hochsommer ~ Die Linde beginnt hier nun und die Rote Johannisbeere beendet diese Jahreszeit

Spätsommer ~ Frühäpfel reifen nun und beendet wird alles mit der Vogelbeere

Frühherbst ~ Beginnt mit der Reife der Holunderbeeren und endet mit der Haselnuss

Vollherbst ~ Nun reifen die Eicheln heran und beenden werden es die Rosskastanien

Spätherbst ~ Verfärbte Eichenblätter beginnen diese Jahreszeit und enden wird es mit die Vogelbeere

Winter ~ Nun verliert auch die Eiche ihr Laub und beenden wird es die Lärche


Nun habt ihr einen kleinen Einblick in den phänologischen Kalender. Wer sich umfangreicher informieren möchte, der kann im Internet sehr viele Informationen darüber lesen. Wer gerne Infos für Fortgeschrittene erhalten möchte, dem sei der Deutsche Wetterdienst (DWD) ans Herz gelegt. Dort werden sehr informative Daten öffentlich bereitgestellt, sogar über die einzelnen Bundesländer und deren Pflanzenentwicklung. So soll sich zum Beispiel die Schlehenblüte ca. 30 Tage früher öffnen, wie noch vor über 150 Jahren. Die Zeigerpflanzen richten sich nach dem Weltklima.

Wer neu in diesem Gebiet ist, dem kann ich empfehlen sich ein kleines Notizbuch zu zulegen und dort seine Beobachtungen einzutragen. Eventuell auch mit einem Foto von der jeweiligen Pflanze. Oder ihr erledigt es auf eurem Tablet oder Handy. Ich mag lieber die alte Methode.

Hier am Ende empfehle ich euch noch Bücher, um sich intensiver in diese Materie hineinzu lesen. Ich wünsche euch viel Spass bei der Beobachtung der Natur!


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