
Fichten Folklore: Brauchtum & Magie
Inhaltsverzeichnis
Unsere Urahnen sollen die Fichte weniger beachtet haben, als andere Völker. Außer bei den Alemannen, bei ihnen soll es ein heiliger Baum gewesen sein. Auch christliche Wallfahrtsorte, die auf die Fichte weisen, sind nicht häufig. Trotzdem hatte sie schon immer einen großen Stellenwert bei den Menschen. Die Fichte erdet uns, verbindet uns mit der unsterblichen Kraft des Waldes und gibt uns Schutz und Ausdauer in der kalten, dunklen Jahreszeit.
Im Frühjahr sammelte man die harzigen Fichtensprossen, schnitt sie klein und übergoss sie mit Wasser bis alles bedeckt war. Von diesem Absud trank man eine Tasse am Tag. Es war für unsere Urgroßeltern ihre Frühjahrskur. Mancher Fichten ihr Alter wird mancherorts auf gute 1000 Jahre geschätzt.
- Volkstümliche Namen: Rotfichte, Rottanne, Fichtenbaum, Schwarztanne, Pechbaum
Fichten im Brauchtum
- Ein Fichtenkranz, an der Haustür, schützte vor negativen Energien, die ins Haus treten wollten.
- Fichtenzweige ans Haus gesteckt, waren ein Sinnbild für das Ende des Winters. Sie wurden in früherer Zeit auch ins Haus geholt, um den Frühling herbeizurufen.
- Es wurde damals häufig davon berichtet, dass die Fichte den Geistern Aufenthalt gewährt.
- Die Stalltiere schützte man mit Fichtenzweigen vor Behexung und ein Fichtenspan unters Bett gelegt, sollte vor Blitzeinschlag schützen.
- Sie war auch ein „Übertragungsbaum“ für Krankheiten, besonders der Gicht. Die Beschwörungsformel hieß:
„Guten Morgen Frau Fichte, da bring ich dir die Gichte“
- Mit einem Fichtensplitter wurde in einem schmerzenden Zahn herumgestochert bis er blutete und danach wurde der blutige Splitter wieder in die Fichte eingefügt.
- Gegen Mitesser wurden kleine Fichten herausgerissen und verkehrtherum wieder in die Erde gesteckt.
- Samen von einem Fichtenzapfen, der nach oben hängt, am Morgen vor Sonnenaufgang nüchtern verschluckt, bewirkte, dass man den ganzen Tag unverwundbar blieb. Als Ersatz konnten auch Fichtennadeln gegessen werden.
- Fichtenzweiglein bei sich getragen, schützten vor ansteckenden Krankheiten.

Naturmagisches sammeln, trocknen und verwenden
- Das Harz, die Zweige und auch die Nadeln können ganzjährig gesammelt und getrocknet werden. Man kann das Harz auch reinigen und sich eine wunderbare harzige Bauernsalbe daraus zaubern.
- Fichtennadeln sollten schnell und zügig in absoluter Dunkelheit getrocknet werden, damit sie ihre grüne Farbe behalten und nicht braun werden.
- Bei der Aufbewahrung müssen sie stockdunkel liegen und am besten in einem Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit, weil sie dann grün bleiben.
- Fichtenharz für Räucherwerke sollte so lange wie möglich getrocknet werden. Am besten 1 bis 2 Jahre oder auch länger.
- Fichtenzweige für ein Fichtenbad werden meistens frisch verwendet.
- Die jungen Triebe, die sogenannten Maiwipfel, werden von April bis Mai gesammelt.
Wenn man im Wald unterwegs ist, kann man sich Kaupech von den Fichten abnehmen. Kaupech ist das Harz, das man als Kaugummi verwenden kann.
Auf alten Pfaden weiterwandeln
- Kaupech: Das Fichtenharz-Kaugummi aus dem Wald
- Fichten-Rezepte: Wald-Gelee, Fichtengeist & Bäder
- Kiefer (Pinus): Harz sammeln, Zapfen räuchern & Waldmagie
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