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Der Honigduft des Mittelalters
Im Mittelalter war der Gelbe Steinklee hoch geschätzt und danach ist dieses hübsche Pflanzenwesen leider in Vergessenheit geraten. Seine Blüten duften so stark nach Honig, dass man sie im Mittelalter oftmals der Arznei zugab, um einen besseren Geruch oder Geschmack zu erhalten.
Volkstümliche Namen: Honigklee, Mottenklee, Schabenklee, Neidklee oder auch Siebengeruch. Der Name kam daher, weil diese Pflanze je nach Witterung schwächer oder stärker duftet.
Steinklee im Brauchtum: Ostara und Liebeszauber
Die Germanen verehrten den Steinklee in Verbindung mit ihrer Göttin Ostara. Dafür wurde zu der Frühling-Tagundnachtgleiche die getrocknete Pflanze im Ganzen verwendet. In manchen Regionen kam er mit in den Kräuterbüschel im August.
- Liebes-Orakel: Blüten vom Steinklee und von der Wegwarte legten sich Mädchen drei Nächte nacheinander unter das Kopfkissen, damit sie im Träume den ihnen bestimmten Bräutigam sehen.
- Amulett: Seine Wurzel, am Hals getragen, bewahrt die Augen ein Jahr lang vor Schwäche.
Räucherwerk: Neidklee und süßer Schlaf
Geräuchert wird, um seelisches Gleichgewicht zu erlangen und sich von allen schweren Gedanken zu lösen. Eine Steinklee-Räucherung ist sehr beruhigend und fördert einen „süßen“ Schlaf.
Seine Eigenschaften beim Räuchern sind:
- abwehrend
- vertreibend
- beruhigend
- klärend
Räucherwerke unserer Urgroßeltern: Unsere Vorfahren nahmen den Steinklee als Schutzräucherung vor negativen Einflüssen. In manchen Regionen räucherte man mit diesem Neidklee die Ställe aus, gegen das Verschreien der Tiere.

Magische Sammelzeit
Die magische Sammelzeit ist zum Schnitterfest. Seine höchstmöglichen Eigenschaften entfaltet er in der abnehmenden Mondphase.
Gesammelt werden die oberirdischen Triebe des Steinklees während der Blüte. Nach dem Sammeln wird alles klein geschnitten oder als Bündel schattig getrocknet.
Historisches Rezept: Das Melotenpflaster
Das Melotenpflaster ist sehr alt und dieses Rezept habe ich aus einem Apothekerbuch von 1860, aber es gibt noch weit ältere Rezepte dieses Naturpflasters aus Steinklee. Man nahm es früher gegen Halsentzündungen und Geschwülste.
Zutaten:
- 100 ml Speiseöl, am besten Olivenöl
- 200 g Harz
- 200 g Bienenwachs
- 200 g pulverisiertes Steinkleepulver
Wichtig: Die hier vorgestellten Rezepte und Anwendungen sind historische Überlieferungen unserer Vorfahren und dienen der Dokumentation alter Kräuterkunde. Sie ersetzen keinen Arztbesuch oder Apotheker. Beachte bitte, dass auch Wildpflanzen Wechselwirkungen haben können (z.B. mit Medikamenten) oder allergische Reaktionen auslösen. Die Anwendung geschieht immer auf eigene Verantwortung.

