Pflanzengeister & Wurzelkraft

Das Rad der Zeit: Wochentage & alte Monatsnamen

Heute möchte ich mit dir auf eine ganz besondere Reise gehen. Zurück zu den tiefen Wurzeln unserer Zeit. Hast du dich schon einmal gefragt, wie die Namen unserer Monate und Wochentage eigentlich entstanden sind?

Der Rhythmus der Zeit: Sonnenlauf & Mondzyklus

Wie viele frühe Völker lasen auch die alten Germanen ihr Jahr zunächst rein nach dem Rhythmus des Mondes ab. Später beobachteten sie die regelmäßigen Sonnenwenden, den höchsten und den tiefsten Stand der Sonne, und teilten das Jahr in zwei große, natürliche Hälften: den Winter und den Sommer.

Aus diesen beiden Hälften entstanden nach und nach kleinere Abschnitte. Da das fließende Mondjahr und das stetige Sonnenjahr jedoch nie ganz genau zusammenpassten, musste immer wieder nachgebessert werden. Am Ende setzte sich das Sonnenjahr durch, und man teilte es in zwölf Monate ein. Kurz gesagt: Das Sonnenjahr schenkt uns die Jahreszeiten und das alte Mondjahr unsere Monate.

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Nach Wintern zählen: Die Jahreszeiten unserer Urahnen

Als einer der wichtigsten Wendepunkte im Jahr galt die Wintersonnenwende, um den 21. oder 22. Dezember. Ab diesem Moment des Lichts nehmen die Tage endlich wieder zu. Die dunkle Zeit um den 24. Dezember wurde später besonders intensiv gefeiert und gilt bis heute, als der magische Beginn der Rauhnächte. Gegenüber, um den 21. Juni, liegt die Sommersonnenwende. So bildeten beide Sonnenwenden die kraftvolle Mitte der beiden großen Jahreshälften.

Schon zur Zeit des römischen Geschichtsschreibers Tacitus (um 100 n. Chr.) kannten die germanischen Stämme genau drei Jahreszeiten: den Lenz (Frühling), den Sommer und den Winter. Den Herbst kannten sie in dieser Form noch nicht, da der Obst- und Weinbau bei ihnen kaum eine Rolle spielte. Erst als beides in unseren Breiten heimisch wurde, setzte sich der Herbst als vierte Jahreszeit durch. Als die goldene Zeit der Obst- und Weinernte.

Lange rechnete man im hohen Norden übrigens nach Wintern statt nach Jahren. Das lag nahe, denn der eisige und dadurch ruhende Winter machte bei ihnen oft den größten Teil des Jahres aus.

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Das Rad des Jahres: Karl der Große & die alten Namen

Nach Karl dem Großen (742–814) sollten die zwölf Monate unserer Vorfahren diese wundervollen Namen tragen:

Wintarmanoth, Hornung, Lenzinmanoth, Ostarmanoth, Wunnimanoth, Brachmanoth, Hewimanoth, Aranmanoth, Witumanoth, Windumemanoth, Herbistmanoth und Heilagmanoth.

Diese schönen, naturverbundenen Bezeichnungen bezogen sich vor allem auf die Landwirtschaft, das Wetter und altes Brauchtum. Der Ostarmanoth hängt stark mit Ostern und mit der umstrittenen Göttin Ēostre/Ostara zusammen. Der Heilagmanoth ist der heilige Monat im dunklen Dezember. Viele dieser Namen hielten sich in den Überlieferungen unserer Vorfahren sehr lange, auch wenn sich die lateinischen Bezeichnungen (Januar, Februar usw.) später durchsetzten.


Mein Buch

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Für mich war es immer ein Herzensprojekt. Ich wollte das alte Wissen bewahren, das in vielen Familien fast verloren gegangen ist. Gleichzeitig wollte ich ein Buch schaffen, das nicht nur informiert, sondern auch berührt und zum Nachdenken einlädt.


Die Götter der Woche: Unsere germanischen Wochentage

Auch die Wochentage, die uns heute ganz selbstverständlich begleiten, haben germanische Wurzeln. Die Germanen übernahmen das römische System der Sieben-Tage-Woche, ersetzten die römischen Götter jedoch durch ihre eigenen.

Ein schönes Detail aus dieser Zeit: Die Woche begann damals oft mit dem Sonntag.

  • Sonntag: Dieser Tag gehörte ganz der strahlenden Göttin der Sonne, Sunna.
  • Montag: Er war ihrem Bruder Mano, dem wandelbaren Mond, gewidmet.
  • Dienstag: Dieser Tag gehörte dem Gott Tyr (auch Ziu gerufen), dem Gott des Kampfes und des weiten Himmels.
  • Mittwoch: Dieser Tag ehrte den höchsten Gott Wodan (Odin).
  • Donnerstag: Der Tag des Donnergottes Donar, den wir heute oft besser als Thor kennen.
  • Freitag: Er war der Göttin Frigg geweiht (in den Überlieferungen manchmal auch mit Freya vermischt).

Beim Samstag ist man sich bis heute nicht ganz einig. Eine sehr beliebte nordische Bezeichnung war Laugadag, der reinigende Wasch- und Badetag. Bei uns setzte sich später der Begriff Sonnabend durch, also der Abend vor dem Sonntag. Das passt wunderbar dazu, weil die Germanen den neuen Tag stets vom Abend an rechneten und nicht vom Morgen. Manchmal wurde dieser Tag auch Hollentag genannt, tief verbunden mit der schützenden Gestalt der Frau Holle.

Je nachdem, welchen Gott ein Stamm besonders verehrte, konnte der Mittwoch oder der Donnerstag, als ein ganz besonderer Feiertag gelten. Darüber hinaus gab es für die verschiedenen Gottheiten eigene Festtage, von denen sich bis heute sehr viele Spuren in unserem Brauchtum erhalten haben.

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Altes Wissen: Die Monatsnamen im Wandel der Zeit

Neben den Namen, die Karl der Große um 800 aufschreiben ließ, gab es im deutschsprachigen Raum über die Jahrhunderte hinweg unzählige andere Bezeichnungen. Diese alten Namen waren oft regional gefärbt und hingen stark davon ab, was auf den Feldern oder beim Wetter gerade wichtig war. Manche hielten sich bis ins 18. oder gar 19. Jahrhundert, andere tauchen heute noch in alten Dialekten oder in der Sprache der Jäger auf.

Hier habe ich eine Übersicht der gebräuchlichsten Bezeichnungen zusammengestellt:

  • Januar: Hartung, Hartmond, Eismond, Schneemonat, Jänner (vor allem in Österreich und Süddeutschland bis heute üblich), Wintermonat
  • Februar: Hornung (sehr verbreitet und langlebig), Taumond, Schmelzmond, Sellemond, Narrenmond
  • März: Lenzing, Lenzmonat, Lenzmond, Frühlingsmonat
  • April: Ostermond, Ostermonat, Launing, Grünmonat
  • Mai: Wonnemonat / Wonnemond, Weidemonat, Maien
  • Juni: Brachmonat, Brachet, Brachmond, Rosenmonat
  • Juli: Heumonat, Heuert, Heuet, Heumond
  • August: Erntemonat, Ernting, Ährenmonat, Augst
  • September: Herbstmonat, Scheiding, Holzmonat
  • Oktober: Weinmonat, Weinmond, Gilbhart / Gilbhard (weil die Blätter in dieser Zeit gelb werden)
  • November: Nebelung / Neblung, Nebelmond, Windmond, Wintermonat
  • Dezember: Christmonat / Christmond, Julmond, Heiligenmonat, Heilmond

Manche dieser Namen wurden besonders im 19. Jahrhundert bewusst wiederbelebt, um deutsche Alternativen zu den lateinischen Bezeichnungen zu schaffen. Durchgesetzt haben sie sich jedoch nie richtig, denn die lateinischen Namen waren einfach schon zu tief verankert.

Am langlebigsten sind in unserem Sprachgebrauch übrigens der Hornung (Februar), der Wonnemonat (Mai), der Heumonat (Juli) und regional der Jänner geblieben. Die hört man gelegentlich immer noch. Ein Echos aus einer Zeit, in der die Menschen den Lauf der Natur noch ganz eng mit ihren Worten verbanden.


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Wächterfigur aus Stroh vor lodernden Flammen unter violettem Abendhimmel – Ein Sinnbild für Pflanzengeister und Naturmagie.

Hier schreibt Katja – eine Suchende zwischen den Welten. In stillen Nächten berge ich fast vergessenes Ahnenwissen aus alten Schriften und verbinde es mit der lebendigen Naturmagie meines Gartens. Hier im Celticgarden teile ich die Essenz dieser alten Pfade und das Raunen der Pflanzenseelen mit dir.