Schrattlgitter: Schutz vor dem Alb, Nachtmahr & bösen Träumen

Amulett Albträume

 

Das Schrattlgitter: Schutz vor dem Alb und der Trude

Früher schützten sich die Menschen mit einem Amulett gegen Angst- und Albträume; in manchen Regionen. Ein Alb, Alp, Aufhocker oder auch Trude ist ein Nachtgeist, der sich in der Nacht auf unsere Brust setzt und durch den wir keine Luft bekommen.

Im Frühmittelalter soll dieses Geschehen sehr oft vorgekommen sein. Sogar meine Mutter erzählte mir vor Kurzem, dass meine Oma von so was noch gesprochen hat. Meine Oma war Jahrgang 1910. Also ist dieser Alte Glaube gar nicht mal so alt.

Der Druck auf der Brust: Wenn sich so eine Trude oder ein Alb auf die Brust von den Schlafenden setzt, kam es zu vermehrten Albträumen. Man wachte aus ihnen auf und merkte die Beklemmung oder Atemnot in der Brust. Der Nachtmahr oder auch Druckgeist genannt, hatte seine Freude daran, Menschen und Tiere im Schlaf zu quälen. Es soll die Seele eines längst Verstorbenen sein, dem wir mal nahestanden.

Schlüssellöcher und Trudenfüße: Wie der Geist ins Haus kommt

Ein Nachtmahr findet Zutritt nur durch Schlüssellöcher oder Risse im Gemäuer des Hauses. Also verschlossen die Menschen von damals all diese kleinen Löcher sorgfältig und brachten Trudenfüße (Pentagramme) an Betten, Türen und Fensterrahmen an. Auch die Beeren des Bittersüßen Nachtschattens stopften sie in die Schlüssellöcher.

Oftmals wurde in diesem Nachtgeist eine Katze gesehen, die sich unerwartet ins Schlafzimmer geschlichen hat.

Incubus und Succubus: Im Hochmittelalter wandelte sich der Nachtmahr in den männlichen Incubus und den weiblichen Succubus. Man sagte diesen beiden Nachtgeistern große magische und verführerische Fähigkeiten zu. Der weibliche Nachtgeist raubte den Samen der Männer, und der männliche Nachtgeist schwängerte die Frauen. Diese Nachtgeister nährten sich von den Lebensenergien der schlafenden Personen.

Zeichnung Amulett Albträume
Zeichnung Amulett gegen Albträume (Schrattlgitter)

Eiche und Nagel: Das Amulett selber bauen

Um vor dem Nachtmahr geschützt zu sein, gerade was die Albträume angeht, möchte ich euch in diesem Artikel ein Amulett vorstellen, das ihr euch selber anfertigen könnt. So ein Schrattlgitter hat man sehr oft in den alpenländischen Regionen gegen diesen Schadzauber verwendet.

Ihr benötigt dazu nur:

  • 5 dünne Eichenäste
  • kleine Nägel
  • Hanfband

Ich zeige euch, anhand eines Fotos, mein Schrattlgitter. Daran könnt ihr sehen, wie es zusammengebaut ist. Die Queräste sind mit dem länglichen Ast unten und oben genagelt. Die kreuzförmigen Äste habe ich dort hineingesteckt.

Amulett Albträume

Das Ritual der Weihe: Rauch und Gedanken

Wenn ihr mit dem Nachbau fertig seid, zündet ihr euch Beifuß, Salbei und Fichtenharz an und haltet das Amulett über den Rauch.

  • Die Bewegung: Dann zieht ihr es einmal nach links und einmal nach rechts durch den Rauch.
  • Der Fokus: Wenn ihr mögt, könnt ihr während des Räucherns gedanklich festhalten, gegen welche Träume dieses Amulett euch schützen soll. Denn jeder von uns hat mit unterschiedlichen Träumen zu tun.

Ein uralter Brauch für heute

Nun noch eine kleine Anmerkung von mir zu diesem Amulett, das es nun schon seit dem Frühmittelalter gibt. Da dieses Amulett ein sehr alter und weit verbreiteter Brauch ist, zeigt es uns, wie tief das Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit in unseren Vorfahren verwurzelt war – und wie wir dieses Alte Wissen heute wieder für uns nutzen können, um beruhigt und sicher zu schlafen.

Nachtmahr von J.H. Füssli Anno 1781
Nachtmahr von J. H. Füssli Anno 1781