NEU! Nomen es Omen

Familienname Ellmauer: Wo die Bergulmen rauschten

Im Salzburger Gebirgsland des Spätmittelalters waren Mensch und Scholle so eng miteinander verwoben, dass der Hof dem Bauern seinen Namen schenkte. Die Bedeutung des Familiennamen Ellmauer und Hofnamen Niederelmau.

Wörtlich der Mann von der Elmau: Der Hofname Niederelmau setzt sich aus dem mittelhochdeutschen Wort Elm (die Bergulme, früher Elme genannt) und Au (wasserreiche Bergwiese am Gebirgsbach) zusammen. Wer auf diesem Gut in der Ulmen-Au wirtschaftete, hieß im Mund der Nachbarn und in den alten Salzburger Steuerbüchern ganz folgerichtig der Ellmauer.

Ein Name ab dem Jahr 1400: Als mein ältester bekannter Ahnherr Oswaldus Ellmauer, um 1400 geboren wurde, gehörten feste Familiennamen auf den abgelegenen Berghöfen der Alpen zu den frühesten Zeugen schriftlicher Überlieferung.

Die Bergulme der Alpen: In den steilen Tälern des Pongaus galt die mächtige Bergulme seit alters her als treuer Schutzbaum der Höfe. Ihre tiefen Wurzeln hielten an den feuchten Hängen das Erdreich bei Schneeschmelze und Steinschlag fest. Zudem schnitten die Bergbauern im alten Brauchtum im Spätsommer die belaubten Zweige der Ulmen als nahrhaftes Laubheu, das den Tieren in den langen, strengen Alpenwintern Kraft und Gesundheit verlieh.

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Ein Name tanzt aus der Reihe: Warum hieß Gilg plötzlich Elmenthaler?

Blickt man in meine Ahnentafel, stößt man im 16. Jahrhundert auf eine spannende Besonderheit: Vier Generationen lang, von Oswaldus über Conradus und Ambrosius bis zu Peter Ellmauer, trägt die Familie durchgehend den Namen Ellmauer. Doch Peters Sohn Gilg (Ägidius) wird in den Urkunden plötzlich Elmenthaler/Elmauthaler genannt, während dessen Tochter Barbara wieder als Ellmauer erscheint!

Der Blick auf die genannten Höfe (Lehen) lüftet dieses alte Rätsel:

Der Wechsel vom Stammhof auf das Fritzlehen: Über hundert Jahre lang saßen Conradus, Ambrosius und Peter direkt auf dem Stammhof Niederelmau, wobei Peter zusätzlich das Kernlehen bewirtschaftete. Ihr Sohn und Nachkomme Gilg übernahm im Jahr 1547 jedoch nicht den alten Familienhof Niederelmau, sondern zog als Bauer auf das benachbarte Fritzlehen, das er über ein halbes Jahrhundert lang führte.

Vom Hofnamen zum Talnamen: Da Gilg nun auf dem Fritzlehen saß, war er streng genommen kein Bauer auf Niederelmau mehr. Um in den Grundbüchern dennoch festzuhalten, aus welchem Talabschnitt und aus welcher Gegend er stammte, bezeichnete ihn der Schreiber nach dem kleinen Seitental und Graben der Elmau schlicht als den Elmenthaler/Elmauthaler, für den Mann aus dem Ulmental.

Die Rückkehr zum alten Familiennamen: Wie tief der ursprüngliche Stammname Ellmauer im Gedächtnis des Dorfes verankert war, zeigt sich bei seiner Tochter Barbara. Bei ihr griffen die Bücher wieder auf den uralten Familiennamen Ellmauer zurück, als sie Bartholomäus Brandstetter heiratete und mit ihm auf das Gut Prandstatt zog. Ein Hofname, der von einer alten Brandrodung im Bergwald zeugt.

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Lebendiges Erbe: Meine Ahnenlinie Ellmauer

🍂 Oswaldus Ellmauer 1400–? ♾️ N.N.
🍂 Conradus Ellmauer 1430–1498 Niederelmau ♾️ N.N. Beruf: | Bauer bis 1498 auf Hof Niederelmau
🍂 Ambrosius Ellmauer 1460–1530 Niederelmau ♾️ N.N. Aestner | Beruf: Bauer von 1500–1526 auf Niederelmau
🍂 Peter Ellmauer 1495–1546 St. Johann im Pongau ♾️ Magdalena N.N. | Beruf: Bauer von 1526–1546 auf Niederelmau, Kernlehen
🍂 Gilg (Ägidius) Elmenthaler 1525–1599 Niederelmau ♾️ Agatha Pierbäumer | Beruf: Bauer von 1547–1598 auf Fritzlehen
🌾 Barbara Ellmauer 1560–1610 Niederelmau/Prandstatt ♾️ Bartholomäus Brandstetter

Hoflehen, Schutzheilige & das Schicksalsjahr 1526

Zwischen den Zeilen meiner Pongauer Ahnentafel verbergen sich gleich drei historische Schätze aus dem alten Salzburger Land:

Was waren das Kernlehen und das Fritzlehen? Im alten Erzstift Salzburg nannte man einen vollwertigen Bauernhof ein Lehen. Die Gebirgsbauern erhielten diese Höfe vom Grundherrn (meist dem Salzburger Fürsterzbischof oder einem Kloster) zu erblichem Recht. Jedes dieser Güter trug über Jahrhunderte hinweg einen eigenen Hausnamen, wie eben das Kernlehen, das Fritzlehen oder die Prandstatt.

Warum hieß Ägidius auch Gilg? Während der Pfarrer das feierliche lateinische Ägidius ins Buch eintrug, rief ihn im Dorf jeder Gilg. Das war die alte bairisch-salzburgische Kurzform für den Heiligen Ägidius. Einen der Vierzehn Nothelfer, der im Alten Glauben der Bergbauern als mächtiger Schutzherr des Weideviehs, der Almen und der tiefen Wälder verehrt wurde.

1526 – Hofübergabe im Sturm des Bauernkrieges: Besonders interessant ist die Jahreszahl 1526, in der Ambrosius Ellmauer den Hof Niederelmau an seinen Sohn Peter übergab. Genau in den Jahren 1525 und 1526 tobte rund um St. Johann im Pongau der große Salzburger Bauernkrieg, in dem die Pongauer Bauern und Bergknappen für ihre alten Freiheiten und gegen erdrückende Abgaben kämpften. Mitten in dieser Zeit des Umbruchs ging das Erbe von Niederelmau in die Hände der nächsten Generation über.


🪔 Auf alten Pfaden weiterwandeln:

Wächterfigur aus Stroh vor lodernden Flammen unter violettem Abendhimmel – Ein Sinnbild für Pflanzengeister und Naturmagie.

Hier schreibt Katja – eine Suchende zwischen den Welten. In stillen Nächten berge ich fast vergessenes Ahnenwissen aus alten Schriften und verbinde es mit der lebendigen Naturmagie meines Gartens. Hier im Celticgarden teile ich die Essenz dieser alten Pfade und das Raunen der Pflanzenseelen mit dir.