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Familienname Selk: Von der Weide zum Schmiedefeuer in Holstein

Manche Familiennamen klingen wie aus einer längst vergangenen Zeit. Einer dieser besonderen Namen in meiner Ahnenreihe ist der Name Selk. Seine Spuren führen mich an die Ufern der Schlei bis in die Dorfschmieden von Jevenstedt und Groß Vollstedt.

Weiden & Friesenblut: Die Bedeutung des Namens

Wer den Ursprung des Namens Selk, in alten Urkunden oft auch Selck oder Selcke geschrieben, ergründen möchte, findet in der Namensforschung zwei spannende Pfade, die beide tief in die norddeutsche Geschichte hinabreichen.

Der Herkunftsname vom Selker Noor: Nur wenige Wegstunden nördlich der Eider liegt das Dorf Selk (heute Ober- und Niederselk) am Selker Noor. Im Jahr 1412 wurde es urkundlich als Seeleke erwähnt. Wer in früheren Jahrhunderten von dort aufbrach und sich weiter südlich in den holsteinischen Dörfern niederließ, erhielt in der neuen Heimat oft den Beinamen seiner Herkunft: der aus Selk.

Die naturmagische Wurzel der Weide: Sprachwissenschaftlich setzt sich der Ortsname aus dem altdänischen Wort sælgh (bzw. selje) für die Sal-Weide und dem niederdeutschen Wort Leke für einen langsam fließenden, kleinen Wasserlauf zusammen. Selk ist also der Weidenbach, ein Ort, an dem die Weidenbäume am stillen Wasser wuchsen.

Das friesische Geheimnis: Zwischen den Meeren verliefen uralte Pfade. In der friesischen und niederdeutschen Sprache ist das Anhängen eines -k oder -ke eine Koseform. Selk kann somit auch die friesische Kurzform eines viel älteren, verborgenen Rufnamens sein, der einst mit Sigi- (Sieg/Kraft) oder Sali- (das schützende Haus) begann.

Wahrheit & Legende um das Alter des Namens: Manchmal liest man im Netz, Selk gehöre zu den ältesten germanischen Familiennamen. Das ist zwar eine schöne Vorstellung, historisch gesehen jedoch eine kleine Legende. Unsere germanischen Vorfahren kannten noch gar keine vererbbaren Nachnamen, sondern trugen nur einzelne Rufnamen. Feste Familiennamen wurden auf den holsteinischen Dörfern erst im ausgehenden Mittelalter üblich. Wahr ist jedoch, dass die sprachliche Wurzel von Selk, der alte Name der Sal-Weide (sælgh / salaha), tatsächlich ein uraltes germanisches Erbe in sich trägt, das schon vor Jahrtausenden durch die Wälder und Moore des Nordens klang.

Bild wurde mit KI generiert und dient lediglich zur Veranschaulichung | ©CG

Das alte Erbe am Selker Noor

Folgt man der Spur des Herkunftsnamens an das Selker Noor, betritt man heiligen Boden der alten Nordmänner. Denn das Selker Noor ist direkt mit dem Haddebyer Noor und der berühmten Wikingerstadt Haithabu verbunden.

Hier, wo der Name seinen Ursprung nahm, begegnen uns gewaltige Steinboten:

Der Kograben als Schutzwall: Mitten durch die Gemarkung von Selk zieht sich der Kograben. König Harald Blauzahn ließ dieses mächtige Wallwerk um das Jahr 980 als Teil des Danewerks errichten, um Haithabu gegen Angriffe aus dem Süden zu schützen.

Der kleine Sigtrygg-Stein: Im Jahr 1887 entdeckte man in Niederselk, eingemauert als Werkstein im alten Wassermühlendamm, einen echten Schatz aus der Wikingerzeit. Königin Asfrid hatte diesen Runenstein um das Jahr 934 für ihren im Kampf gefallenen Sohn, König Sigtrygg Gnupasson, setzen lassen.

Der Erik-Stein und die Schlacht vor Haithabu: Ein zweiter prachtvoller Runenstein wurde 1796 zwischen zwei Grabhügeln bei Selk gefunden. König Sven Gabelbart ließ ihn Ende des 10. Jahrhunderts für seinen Gefolgsmann Erik errichten. Die Runen berichten von einer großen Wikingerschlacht vor Ort: Erik fiel, als die tapferen Männer Haithabu belagerten.

Der sagenumwobene Königshügel: Hoch über dem Land erhebt sich bei Selk der alte Königshügel (Kongshøj). Ursprünglich in der Bronzezeit aufgeschüttet, erzählte die Überlieferung über Jahrhunderte hinweg, dass unter seiner Erde ein gefallener König aus alter Zeit seine letzte Ruhe fand.

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Die Schmiede von Jevenstedt & Groß Vollstedt

Von den alten Wällen an der Schlei wanderten die Namensträger im Laufe der Jahrhunderte über die Eider in den holsteinischen Süden. Und meine Vorfahren brachten ein Handwerk mit, das im Alten Glauben seit jeher von einer ganz besonderen Mystik umgeben war: Sie waren Schmiede. Bis heute hat sich in Jevenstedt eine uralte Schmiede erhalten, die heute als Museum in Jevenstedt dient.

Der Dorfschmied war in früheren Zeiten weit mehr als nur ein Handwerker. Er beherrschte das Feuer und das Eisen. Im Brauchtum galt das geschmiedete Eisen als mächtigster Schutz gegen Schadenszauber und dunkle Geister, und der Schmied selbst war im Dorf oft auch als Heiler für Mensch und Tier hochgeachtet. Die Familie Selk war schon 1609 in Jevenstedt, als Schmiede ansässig.

Lebendiges Erbe: Meine Ahnenlinie der Familie Selk

🍂 Jürgen Selk 1670-? Jevenstedt ♾️ Gretje Thun | Beruf: Eisenschmied

🍂 Jürgen Selk 1702–1762 Groß Vollstedt ♾️ Gretje Ehmke | Beruf: Schmied

🍂 Jochim Selk 1732–1792 Groß Vollstedt ♾️ Lena Cathrin Stolten | Beruf: königl. Halbhufner, später Schuster und Instmann

🌾 Magdalena Selk 1778–1843 Groß Vollstedt/Warder (Kr. Segeberg) ♾️ Marcus Hinrich Wriedt


🪔 Auf alten Pfaden weiterwandeln:

Wächterfigur aus Stroh vor lodernden Flammen unter violettem Abendhimmel – Ein Sinnbild für Pflanzengeister und Naturmagie.

Hier schreibt Katja – eine Suchende zwischen den Welten. In stillen Nächten berge ich fast vergessenes Ahnenwissen aus alten Schriften und verbinde es mit der lebendigen Naturmagie meines Gartens. Hier im Celticgarden teile ich die Essenz dieser alten Pfade und das Raunen der Pflanzenseelen mit dir.