Die Pechsalbe: Vom Harz reinigen zur magischen Schutzsalbe

Fichtenharz
Fichtenharz | ©CG

 

Fichtenharz ist der Weihrauch unserer deutschen Wälder. Das Harz könnt ihr von Fichten, Lärchen, Tannen und Kiefern sammeln. Also quasi von fast jedem Nadelbaum.

Beim Harz sammeln, solltet ihr unbedingt darauf achten, dass ihr nur die obere Harzschicht abnehmt und nicht die verletzte Rinde freilegt, die unter dem Harz sitzt. Das Harz ist das „Pflaster“ des Baumes, und wir wollen ihn nicht erneut verletzen oder seine vorhandene Wunde öffnen. Das Harz könnte man sinnbildlich mit unserer Schorfbildung bei einer Wunde. So ist es auch bei einem Baum.

Wenn ihr selber Fichtenharz sammelt, ist es meist verschmutzt mit Nadeln, Rinde und toten Insekten. Für ein Räucherwerk stören mich Pflanzenteile nicht, aber für eine Salbe sollte das Harz rein sein.

Gereinigtes Fichtenharz wird als Burgunderharz gehandelt und ist recht teuer. Der Preis ist berechtigt, wenn man weiß, was für eine Arbeit es ist, um es zu reinigen.

Das Reinigen des Harzes (Burgunderharz herstellen)

Fichtenharz reinigen ist ganz leicht.

Was braucht man für die Reinigung?

  • einen größeren Stein
  • eine alte Konservendose (leer versteht sich)
  • Socken aus Wolle (ersatzweise Gaze)
  • Schöpfkelle
  • kleine Seile
  • Handschuh
  • eine Schüssel mit kaltem Wasser

Verwendet bitte nur Gegenstände, die ihr danach nicht mehr braucht oder nur noch dafür verwendet, weil es doch schon eine Riesensauerei ist. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, nimmt bitte Handschuhe, weil das Harz sehr heiß wird und höllisch auf der Haut brennt. Bitte seid vorsichtig.

Material welches man für die Reinigung von Harz benötigt
Material welches man für die Reinigung von Harz benötigt | ©CG

Anleitung: Wie wird Harz gereinigt?

  1. Zuerst macht ihr draußen ein Feuer oder ihr nehmt drinnen euren Herd.
  2. Euer gesammeltes Fichtenharz steckt ihr in die Wollsocke oder in die Gaze, und verstaut noch den Stein darin. Nun wird alles mit den kleinen Seilen zugebunden.
  3. Die Konservendose oder einen alten Kochtopf füllt ihr mit Wasser und bringt es zum Kochen.
  4. Wenn es kocht, legt ihr vorsichtig die Wollsocke (Gaze), samt dem Harz in das kochende Wasser. Der Stein ist dafür da, dass die Socke nicht oben schwimmt.
  5. Nun werdet ihr nach einer Weile sehen, dass sich das Fichtenharz aus der Socke löst und oben an der Wasseroberfläche schwimmt.
  6. Das oben schwimmende Harz schöpft ihr nun mit der Kelle ab und gießt es gleich ins kalte Wasser.
  7. Das Harz wird sofort hart werden und ihr könnt nun daraus Bällchen oder auch Stücke formen.
Harz schmelzen in einem Wasserbad
Harz schmelzen im Wasserbad | ©CG

Das Ritual der Salbenherstellung

Die Herstellung einer Pechsalbe ist ein langsamer Prozess. Es geht darum, den Geist und das „Blut des Baumes“ in dem Öl zu binden.

Diese Salbe wurde traditionell oft bei abnehmendem Mond gerührt, um die schützende und lindernde Kraft zu verstärken, oder einfach an einem ruhigen Tag.

Was ihr benötigt:

  • Eine Handvoll gereinigtes Fichtenharz
  • Speiseöl eurer Wahl (gleiche Menge wie das Harz)
  • Bienenwachs
  • Einen ausrangierten Topf (oder eine Konservendose), den ihr nur noch dafür verwendet.

Das Ritual:

  1. Gebt euer gereinigtes Harz zusammen mit dem Speiseöl in euren Topf.
  2. Lasst es auf kleinster Flamme langsam, langsam schmelzen. Das Harz soll nicht kochen, es soll sich nur sanft mit dem Öl „vermählen“.
  3. Anschließend gebt ihr nach und nach das Bienenwachs zu, bis die Salbe die gewünschte Festigkeit hat (je mehr Wachs, desto fester).
  4. Ständiges, achtsames Umrühren ist ganz wichtig. Es ist der Moment, in dem ihr euren Wunsch nach Schutz und Heilung in die Salbe geben könnt.
  5. Danach gießt ihr die goldene Flüssigkeit durch ein feines Sieb und lasst sie in kleinen Salbentöpfchen erkalten.
  6. Die Fichtenharzsalbe sollte dunkel und kühl gelagert werden.

Wichtiger Hinweis: Die Probe aufs Exempel

Ihr solltet immer auf einer kleinen Stelle an eurem Körper, am besten in der Arm- oder Kniebeuge, diese Salbe erstmal probeweise auftragen, um zu schauen, ob eure Haut auf Harze mit einer allergischen Reaktion reagiert.

Der magische Schutz der Pechsalbe

Diese Salbe war der Segen für alle, die draußen bei Wind und Wetter hart arbeiten mussten – für Holzfäller, Bauern, Gärtner und Kräuterfrauen.

Sie war ein Schutzschild für die Wunden an den Händen. Man glaubte, das Harz legt sich wie ein „energetischer“ Schutzmantel auf sie.

  • Schutz vor den Elementen: Die Salbe bewahrt die Hände vor der beißenden Kälte von Wind und Wetter und hilft, kleine Risse oder die „Wunden der harten Arbeit“ (Schrunden) zu lindern und zu schließen, so wie das Harz die Wunde des Baumes schließt.
  • Energetische Stärkung: Die Salbe wurde auch als „wärmender Geist“ gesehen. Bei müden Gliedern, Muskelverspannungen oder Rückenschmerzen, wenn die Kälte des Winters in die Knochen kroch, rieb man sich damit ein, um die innere, wärmende Kraft des Waldes zu wecken.
  • Das Pechpflaster: Früher wurde in Apotheken auch eine Art Pechpflaster hergestellt, das man bei einer Grippe auf die Brust legte, um die „ziehende Kälte“ durch die tiefe Wärme des Harzes zu vertreiben.

⚠️ Wichtiger Hinweis zur Anwendung

  • Kein Heilversprechen: Die hier vorgestellten Rezepte und Anwendungen basieren auf überliefertem Alten Wissen, der Volksheilkunde und historischen Quelle. Sie ersetzen keinesfalls eine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
  • Eigenverantwortung: Die Anwendung der hier beschriebenen Kräuter, Salben und Räucherungen erfolgt immer auf eigene Gefahr und Verantwortung. Prüfe die Zutaten vor der Anwendung auf persönliche Unverträglichkeiten oder Allergien.
  • Bei Beschwerden: Bei anhaltenden, unklaren oder akuten gesundheitlichen Beschwerden bitte ich dich dringend, einen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen. Setze niemals verordnete Medikamente eigenmächtig ab.

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