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Heckenrose & Hagebutte: Magie, Räuchern und Blütenzauber
In diesem Artikel stelle ich euch die Heckenrose in der Pflanzenmagie vor. Diese Pflanze hat viele Namen: Hagdorn, Schlafdorn, Hundsrose oder ganz einfach Hagebutte.
Weil stachelige und dornige Pflanzen in der Pflanzenmagie jeden bösen Zauber abwehren, wurde diese Pflanze reichlich um Haus und Hof gepflanzt. Wie auch Weißdorn, Brombeere und die Schlehe. Daher auch der volkstümliche Name Hag- oder Hagedorn. Hag kommt von Zaun oder Gehege. Die Hagebutte wurde auch Friggadorn von unseren Vorfahren genannt.
Noch heute sieht man bei alten Häusern diese Dornenhecken. Bei uns sind auch reichliche Dornbüsche, die sehr alt sind. Es ist so dicht und fest, dass man niemals hindurchkommt.
Der Hagdorn im Brauchtum: Schutz vor Hexen & Geistern
Der alte Glaube der Pflanzenmagie besagt: Umso tiefer und dichter, umso einen gesünderen und tieferen Schlaf haben die Hausbesitzer. Offenbar geht darauf der Glaube des Schlafapfels zurück, dass die undurchdringliche Heckenrose Haus und Hof Tag und Nacht schütze und so ein Zeichen für den ruhigen Schlaf geworden ist.
Der Schlafapfel ist ein Auswuchs durch den Stich der Rosengallwespe. Wer sich mehr mit dem Glauben des Schlafapfels einlesen möchte, dem kann ich meinen anderen Artikel darüber empfehlen.

Schutz für Haus und Hof
- Gegen Truden & Hexen: Ganze Kränze aus den Ruten der Heckenrose wurden an die Haustüren gehängt, um die Hausbesitzer vor den Truden zu schützen. Gegen Hexen wurden Hagebutten unter die Türschwellen vergraben; so konnten sie das Haus nicht betreten.
- Vor Blitz & Donner: Auch vor Blitz und Donner schützen sie das Haus.
- Schutz der Tiere: Tieren gab man von dem Hagebuttenpulver zu essen, um so höchstmöglichen Schutz für sie zu erhalten. Eine Heckenrosenrute über den Eingang des Hühnerstalls befestigt, bewahrte die Hühner davor, gestohlen zu werden. Kühen strich man mit diesen Ruten über den Rücken, damit sie nicht von der Hexe verzaubert werden und keine oder schlechte Milch gaben.
Die Rose, der Tod und die Germanen
Bei den alten Germanen durfte das Holz der Heckenrose bei keiner Totenzeremonie, wie der Verbrennung, fehlen. Daher stand die Heckenrose in Verbindung mit dem Tod und wurde reichlich bei Hünengräbern und Opferplätzen vorgefunden. Darum durfte keinem kranken Menschen Rosen mitgebracht werden, denn das würde seinen Tod voraussagen.

Magie der Sinti und Roma
Bei den Sinti und Roma spielte die Heckenrose in der Pflanzenmagie eine große Rolle. Zum Beispiel sprachen sie ihre Zauberformeln in die Heckenrose. Eine Flasche mit besprochenem Wasser wurde verschlossen mit einem Korken aus dem Holz der Heckenrose.
Neun Stacheln und neun Steine schützen vor übler Nachrede. Unter der Heckenrose leben die Gespenster und Hexen und konnten sich in Hagebuttensträucher verwandeln.
Heilzauber und Orakel
- Neujahrs-Brauch: Ein großer Volksglaube unserer Vorfahren war, um die Jahreswende, der Verzehr von ein oder drei rohen Hagebutten auf nüchternen Magen. Dieser Glaube bewahrte im Folgejahr vor Magenleiden, Zahnweh, Gicht und Halsweh. Auch gab man diese Hagebutten seinen Kindern und Freunden weiter, ohne ein Wort zu sprechen.
- Gegen Krankheit: Es wurde auch durch die Heckenbüsche gekrochen, zusammen mit Heilsprüchen, um vor gewissen Krankheiten geschützt zu sein oder um manche Krankheit an den Stacheln abzustreifen.
- Ernte-Orakel: In der damaligen Landwirtschaft glaubte man: Wenn die Heckenrosen reichlich blühen, fällt die Weinlese üppig aus. Wenn die Hagebutten reichlich erscheinen, wird es ein strenger Winter.

Hagebutten-Räucherwerk: Liebe & Versöhnung
Mit Hagebutten zu räuchern gehört zu jedem Liebesritual. Wir können die getrockneten Hagebutten, Blütenblätter oder auch das Holz nehmen. Bei den Kelten wurden die Zweige verwendet.
Eine Hagebutten-Räucherung wirkt beruhigend auf unseren Geist und wirkt gleichzeitig entspannend. Dadurch gelangen wir an einen Punkt, dass wir uns selber verzeihen und versöhnen. Wir erlangen Weisheit.
Liebeszauber
Hagebutten räuchern wurde in früherer Zeit bei Liebesräucherungen genommen. Zum Beispiel, wenn ein Mann sich seinen Gefühlen nicht hingeben konnte. Diese Räucherung machte ihn sensibel gegenüber seinen Gefühlen und Verlangen. Sie gibt uns unser Vertrauen in unsere Sexualität wieder.
- Liebes-Orakel: So schrieben junge Mädchen auf drei Rosenblätter die Namen von drei Jungen, die die Mädchen mal heiraten möchten. Das Rosenblatt, das am längsten grün blieb, zeigte den zukünftigen Bräutigam.
Die Wirkung im Raum
Eine Hagebutten-Räucherung zieht positive Energien ins Haus und zu den Menschen, die dieses Räucherwerk entfachen. Unser Geist wird ganz leicht und wir können uns unserem Leben hingeben und die Lebenslust direkt spüren. Sie tröstet unser Herz und gibt unseren Lebensgeistern ungeheure Kraft.
Mischungen und Anwendung
Getrocknete Hagebutten mischen sich wunderbar mit Waldweihrauch (Fichtenharz) oder auch Kiefernharz, Apfelkernen, Jasminblüten und Rosenblütenblättern zu einem Räucherwerk für die Liebe.
Um so ein Räucherwerk zu verstärken, können Kränze aus den Ruten der Hundsrose auf den Kopf gesetzt, die Wirkung sehr intensivieren. Auch der vorige Genuss von Hagebutten-Tee oder ein Bad in Hagebutten und Rosenblütenblättern hilft.
Wer noch ein wenig unsicher ist, was die Räucherungen angeht, dem kann ich meine Kurzanleitung Wie man mit Kräutern, Harzen und Hölzern richtig räuchert – speziell für Anfänger empfehlen.
Naturmagische Sammelzeit
Die Heckenrose und ihre Hagebutten waren der Göttin Fria (frigga) geweiht, was man ihrem Namen, Friggadorn, sehen kann. Daher durfte dieses wunderschöne Pflanzenwesen nur an einem Freitag gesammelt werden.

Magie zum Essen: Das Rosen-Gelee
Vor Jahren habe ich mal ein Gläschen Rosen-Gelee von einer Bekannten geschenkt bekommen. Ich habe es mir aufs Brot mit Speisequark gestrichen und war seitdem begeistert. Sowas Leckeres habe ich selten gegessen. Daher möchte ich euch das Rezept hier vorstellen.
Für dieses Rezept benötigt ihr etwa 300 g Heckenrosenblüten – am besten von pinkblühenden Rosen mit etwas größeren Blüten, die intensiv duften. Die Kartoffel-Rose oder die Damaszener Rose ist dafür am besten geeignet. Die Blüten müssen sehr intensiv duften, ansonsten habt ihr den Rosengeschmack nicht in eurem Gelee.
Zubereitung:
- Die Blütenblätter werden nicht gewaschen, weil sie zu viel Wasser aufnehmen würden.
- Die Rosenblüten werden in einen Topf gegeben und mit zwei Litern rotem oder hellem Traubensaft übergossen.
- Die Mischung vier Stunden ziehen lassen und gelegentlich umrühren.
- Danach kurz erhitzen und dann die Rosenblüten heraussammeln.
- Diese Flüssigkeit mit 1000g Gelierzucker (2:1) vermengen und etwa drei Minuten sprudelnd köcheln.
Gelierprobe: Gebt einen Teelöffel des heißen Gelees auf einen kalten Teller. Wenn es nach kurzer Zeit fest wird, ist es bereit.
Dann in sterilisierte Gläser umfüllen und fertig ist euer Rosen-Gelee. Es eignet sich perfekt als Brotaufstrich, zu Käse oder als raffinierte Zutat in Desserts.
Lese-Tipp: Doch die Magie der Heckenrose endet nicht mit ihrer Blüte. Wenn der Herbst ins Land zieht, schenkt sie uns ihre leuchtend roten Früchte für unsere Gesundheit. Wie ihr daraus Hagebuttensirup, Wein und den vergessenen Kernlestee herstellt, verrate ich euch in meiner großen historischen Rezeptsammlung.

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