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Hülse und Walddistel: Die Wächterin des Nordens
Eine Stechpalme kann weit über 300 Jahre alt werden. Ihr natürlicher Standort sind die Waldränder; manchmal auch tiefer im Wald. Sie steht leider unter Naturschutz und darf deshalb nicht gesammelt werden. Daher sollte man sie sich selber anpflanzen.
Ich habe mir vor Jahren ein Bäumchen in den Garten geholt und traditionell Richtung Norden gepflanzt, damit der Garten Schutz erlangt.
Auch pflanzte man die Stechpalme rund um die Häuser, um vor Blitzeinschlag und Zauberei geschützt zu sein. Wie eigentlich alle Pflanzen, die Stacheln und Dornen besitzen. Es war ein Zeichen von Schutz und Harmonie.
Aus heidnischen Bräuchen übernommen, werden die Zweige der Stechpalme für Weihnachtsschmuck verwendet. Daher kennt man sie am meisten; denn die Zeit der Stechpalme ist die Weihnachtszeit.
Volkstümliche Namen: Hülse, Holsdorn, Christdorn, Walddistel oder auch Stecheiche. Ihr Botanischer Name lautet Ilex aquifolium.

Rauch der Druiden: Donars Kraft und Schrattl-Abwehr
In der alten Räucherkunde soll man schon mit den Blättern der Stechpalme geräuchert haben, um Kraft und Hilfe von ihrem Gott Donar zu erhalten.
- Schutz vor dem Alb: Früher wurde sie auch Schradlbaum genannt, als eine Abwehr gegen den Alb- oder Schrattldruck (Incubus). Mit der Weide oder Eiche zusammengeflochten, hieß sie Schrattlgatter.
Die Stechpalme und der Efeu waren heilige Pflanzen der Druiden. In Italien schützte ein Stechpalmen-Kreuz die Kinder vor Behexung.
Erdung und Ursprung: Der Weg aus dem Dunkel
In der modernen Räucherkunde wird mit der Stechpalme geräuchert, um sich zu erden und zum Ursprung unserer Selbst zu kommen. Speziell, wenn wir verwirrt sind und nicht so richtig wissen, wo wir stehen im Leben.
Hilfe bei Schwermut: Auch wer mental in ein „Schwarzes Loch“ gefallen ist, wird die Pflanzenseele der Stechpalme mit offenen Armen empfangen. Sie ist groß, schützend, erdend und sehr mystisch. Sie verrät uns nicht gleich ihre Geheimnisse, aber sie wird uns einladen, mit ihr auf die Reise zu gehen. Wir werden uns fallen lassen und uns von ihr einhüllen lassen, was uns in einen Zustand von Ruhe und Ausgeglichenheit versetzt.
Ansonsten eine wunderbare Räucherpflanze bei Unentschlossenheit und Ungeduld.
Ernte im Herbstlicht: Sammeln und Mischen
Ihre Blütezeit ist von Mai bis Ende Juni. In dieser Zeit erscheinen ihre schönen kleinen weißen Blüten. Für ein Räucherwerk werden die Blätter und das Holz gesammelt, was man meistens in der Herbst-Tagundnachtgleiche erledigt.
Mischungen: Als Räucherwerk mit anderen Pflanzen mischt sie sich gut mit Kiefernharz, Buchenblättern, Farnen und Springkraut. Sie ergeben ein erdiges Räucherwerk. Passend für die winterlichen Abende.


