
Der Huflattich: Teeblüml & Tabakkraut
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Den Huflattich findet man in der wilden Natur an Stellen, wo es sehr sandig ist, wie in alten ausgedienten Sandgruben und auch Brachflächen. Im Frühjahr sieht man dort ein gelbes Blütenmeer von Huflattichblüten. Diese schöne Pflanzenseele gehört zu den sehr alten Heilkräutern, die mal zu den Hustenkräutern gehörte. Seine Blüten wurden von unseren Vorfahren reichlich gesammelt und in ihren Teemischung mit beigefügt. Seine getrockneten Blätter waren ein Tabakersatz. Auf Spaziergängen können Huflattichblätter gegen Insektenstichen und auch als Toilettenpapier verwendet werden.
Sein Eigenname Huflattich kommt von seinen Blättern:
- Huf: Der vordere Teil des deutschen Namens ist der genauen Beobachtung der wilden Natur entsprungen, denn die großen, kräftigen Blätter der Pflanze erinnern stark an den Huf eines Pferdes.
- Lattich: Diese Endung geht auf das alte lateinische Wort lapaticum zurück. Im Sprachgebrauch bezeichnete man früher damit ganz allgemein Pflanzen, die besonders breite und ausladende Blätter ausbilden.
Sein Botanischer Name ist: Tussilago farfara
Tussilago: Der botanische Name setzt sich aus den lateinischen Worten tussis (Husten) und agere (vertreiben) zusammen. Darin verbirgt sich die Überlieferung, dass diese Pflanzenseele seit jeher als mächtiger Helfer für unsere Atemwege und Lungen galt.
Farfara: Dieser Zusatz leitet sich sehr wahrscheinlich von den Worten far (Mehl) und ferre (tragen) ab. Er ist eine bildhafte Beschreibung der Blattunterseite, die durch ihren weichen Flaum so aussieht, als sei sie zart mit Mehl bestäubt.

Den Huflattich im Garten ansiedeln
Der Huflattich, ein sehr beliebter Frühjahrsblüher, der unbedingt in den Wildgarten angesiedelt werden sollte. Ein Frühlingsbote, der uns sinnbildlich die wiederkehrende Sonne zeigt. Der Huflattich zeigt in der Natur kalkhaltige Böden an. Aber auch für Staunässe steht der Huflattich. Im Phänologischen Kalender zeigt die Blüte des Huflattichs den Vorfrühling an.
Die Pflanzenseele braucht etwas Zeit um sich anzusiedeln, aber wenn es ihr gefällt, hat man reichlich Huflattich im Garten. Ab Februar sehen wir seine wunderschönen gelben Blütenköpfe, manchmal auch erst ab März. Seine Eigenart ist erst die Blüten zu entwickeln und erst wenn sie verblüht sind, treibt er seine sehr großen Blätter aus, wie man es von der Roten Pestwurz kennt. Die eine beachtliche Größe von über 20 cm haben können.
Wenn man sich einen Huflattich aus der wilden Natur ausgräbt, sollte man auch etwas Sand mitnehmen und diesen in das Erdloch schütten, wo man den Huflattich einpflanzen möchte. Seine Größe variiert von 10 bis 30 cm. Huflattich erinnert nach dem Verblühen ein wenig an die Pusteblumen von dem Löwenzahn. Beim Anbau im Garten sollte man beachten, dass der Huflattich gerne wuchert. Er sollte sonnig und ein wenig feucht stehen, aber mit Trockenheit kommt er auch ganz gut zurecht.
Diese Wildpflanze ist eigentlich sehr genügsam und soll sogar auf Braunkohle wachsen. Laut meiner Erfahrung wächst er auch in Lehmböden recht gut. Seine Blüten sind Erstnahrung für Insekten. Dazu gehören Hummeln, Bienen, Schwebfliegen und auch Käfer.
Seine Doppelgänger
Sehr oft wird die Huflattichblüte mit dem Löwenzahn verwechselt. Seine Blätter werden im jungen Zustand mit denen der Roten Pestwurz verwechselt. auch sie hat die Eigenart erst ihre Blüte zu entfalten und nachdem Absterben kommen ihre Blätter. Die
Rote Pestwurz ist ein wenig mit Vorsicht zu genießen.






Die behutsame Ernte
Der Huflattich steht auf keiner Roten Liste in Deutschland. Trotzdem sollte beim wilden Sammeln darauf geachtet werden, dass die Blüten Erstnahrung für Insekten sind.
Die Blätter werden von April bis September und die Blüten von Februar/März bis April gesammelt:
- Die Huflattichblätter können gebündelt werden und im Ganzen für die Trocknung aufhängen. Nach der Trocknung sollten die Stiele entfernt werden.
- Seine Blüten sind nicht so einfach zu trocknen, weil man den optimalen Zeitpunkt wissen muss, da sie ansonsten schon beim trocknen zu Pusteblumen werden. Kurz vor der Öffnung ist der ideale Zeitpunkt. Die Blüte sollte noch trichterförmig sein.
- Bei der Trocknung von den Blüten muss sehr lange und sorgfältig vorgegangen werden, weil sie sehr viel Feuchtigkeit beinhalten und darum zu einer schnellen Schimmelbildung neigen. Vergleichbar wie bei den Beinwellwurzeln.
- Huflattichblüten sind maximal 1 Jahr haltbar.

🕯️Auf alten Pfaden weiterwandeln:


