Pflanzengeister & Wurzelkraft

Die Quitte: Ein goldener Gruß aus dem Kaukasus

Dieser wunderschöne Obstbaum trägt eine sehr alte Geschichte in sich. Sein Ursprung liegt weit entfernt im Kaukasus, und in unseren Gefilden wird er erst seit dem 9. Jahrhundert angebaut. Es waren die Römer, die die Quitte, genau wie die Walnuss, einst über die Alpen zu uns brachten. Ich habe mir vor Jahren eine Apfelquitte auf unserer kleinen Wiese direkt neben dem Haus gepflanzt. Die Apfelquitte schenkt uns ein sehr intensives Aroma und einen starken, wunderbaren Duft. Zwischen Mai und Juni öffnen sich ihre zarten, weißen Blüten, die oft von einem feinen, sanften Rosaschimmer überzogen sind.

Quittenblüten | ©CG

🍂 Erntezeit & das Bewahren der goldenen Früchte

Da die Quitte zu den klassischen Obstsorten gehört, wird auch nur ihre Frucht geerntet. Dies geschieht in der Zeit des Rückzugs, ab September bis Ende Oktober, je nach Sorte. Ihre volle Reife erkennst du daran, wenn die Früchte den weichen Flaum verlieren, der schützend ihre Schale bedeckt.

  • Vorbereitung zur Trocknung: Quitten eignen sich wunderbar, um sie für den Winter zu trocknen. Dafür werden sie halbiert und das Kerngehäuse behutsam herausgeschnitten.
  • Das Honigbad: Diese feinen Quittenschnitze lässt du nun in kochendem Honigwasser für etwa 5 Minuten sieden.
  • Der Trocknungsprozess: Nimm sie danach heraus und lege sie auf deine bevorzugte Unterlage. Sie können an der frischen Luft, im Backofen oder auch in einem Dörrautomat getrocknet werden. Ein durch und durch gesunder Snack für die kalten Wintermonate.
  • Die magischen Kerne: Die Kerne, die du zuvor entfernt hast, befreist du sorgfältig vom Fruchtfleisch und legst sie auf eine glatte Glasplatte, wo sie einfach an der Luft trocknen dürfen.
Frisch gepflückte Quitten | ©CG

☀️ Das Dörren: Feste Stücke für die Vorratskammer

Für das klassische Dörren verwendest du am besten reife und gut abgelagerte Früchte.

  • Die Vorbereitung: Sie sollten geschält, vom Kerngehäuse befreit und zerkleinert werden.
  • Das sanfte Kochen: Danach werden sie einige Male aufgekocht, jedoch nicht zu stark weichgekocht. Die Quittenstücke sollten unbedingt noch eine feste Struktur haben.
  • Die Einlagerung: Im Backofen oder in einem Dörrautomat können sie nun vollständig getrocknet werden. Wenn sie gut getrocknet sind, halten sie sich ausgesprochen lange.
  • Ein Genuss: Diese gedörrten Quitten sind gekocht unglaublich lecker. Ganz besonders dann, wenn du ihnen Äpfel, Birnen oder auch gekochte Pflaumen beifügst.
Apfelquitte | ©CG

🍯 Küchenmagie: Quittengelee, Sirup & goldenes Brot

Quitten können zwar roh gegessen werden, sind so jedoch kein wahrer Genuss, da sie von Natur aus sehr hart sind (eine seltene Ausnahme bildet die Sorte Shirin). Das Quittengelee ist wohl die bekannteste Zubereitung dieser alten Frucht. Hier sind die wichtigsten Rezepte:

Das goldene Quittengelee

  • Du benötigst 1 kg reife Quitten und 500 g Gelierzucker (1:1).
  • Die in Schnitze geschnittene Quitte wird mit etwas Wasser so lange sanft gekocht, bis sie eine breiige Konsistenz erreicht hat.
  • Danach wird dieser ganze Brei durch ein feines Sieb gegossen, aber bitte nicht mehr nachgedrückt.
  • Dieser reine Quittensaft wird nun mit dem Gelierzucker für fünf Minuten sprudelnd aufgekocht.
  • Fülle ihn noch heiß in sterilisierte Gläser, verschließe sie schnell und lass sie zum Abkühlen einfach ruhig stehen.

Wohltuender Quittensirup

  • Dafür werden 1 kg Quitten kleingeschnitten und mit so viel Wasser übergossen, bis alles gut bedeckt ist. Das Ganze wird für 30 Minuten gekocht.
  • Drücke diese Masse durch ein Sieb und presse sie nochmals sehr gut aus.
  • Nun fügst du 200 g Zucker sowie eine Stange Zimt hinzu, lässt es aufkochen und für 10 Minuten leise köcheln.
  • Danach abfiltern und in vorbereitete Flaschen umfüllen. Verschlossen an einem kühlen und trockenen Ort lagern.
  • Ein altes Heilmittel: Wenn du den Zimt weglässt, kann dieser Sirup auch lindernd gegen Halsschmerzen eingenommen werden. Um diese Eigenschaften noch zu vertiefen, lässt er sich wunderbar mit Eibischsirup vermischen.
  • Tipp: Wirf die Reste aus dem Sieb nicht weg, daraus zaubern wir gleich das Quittenbrot!

Süßes Quittenbrot

Bei diesem Namen denkt man unweigerlich an herzhaftes Brot, doch es handelt sich um eine feine Süßigkeit aus alten Zeiten, die sehr gerne zu einer Tasse Tee gereicht wird.

  • Du benötigst 1,5 kg Quitten (denk auch an deine Quittenreste vom Sirup!), 1 kg Gelierzucker (1:1), 3 Zitronen, etwas Wasser und etwas groben Zucker.
  • Die Quitten werden in Stücke geschnitten, mit Wasser bedeckt und weichgekocht.
  • Der Saft wird abgefiltert und die weichgekochten Quitten sehr fein püriert.
  • Das Quittenmus wird nun mit dem ausgepressten Zitronensaft und dem Gelierzucker vermischt und alles zusammen aufgekocht. Lass es noch ein paar Minuten sanft köcheln. Achtung: Quittenmus brennt sehr schnell an, daher solltest du oft und behutsam umrühren.
  • Streiche die Masse nun auf ein Backblech und glätte sie.
  • Euer Quittenmus sollte nun bei Zimmertemperatur in Ruhe trocknen, was durchaus ein paar Tage dauern kann.
  • Wenn es fest geworden ist, bestreust du es mit dem groben Zucker, schneidest es in kleine Rauten oder Stücke und lagerst es in schönen Keksdosen.

Geistvoller Quittenlikör

  • Für diesen Likör füllst du 500 g kleingeschnittene Quitten in ein großes Glas.
  • Füge 250 bis 300 g braunen Zucker sowie einen Liter Korn oder Wodka hinzu.
  • Nun gut verschließen und an einem ruhigen Ort für ganze sechs Wochen ziehen lassen.
  • Danach abfiltern, in neue Flaschen umfüllen und die Magie genießen.
Unreife Quittenfrucht | ©CG

🌿 Sanfte Naturpflege: Quittenöl & Haarfestiger

Nährendes Quittenöl

Wenn du an trockener, rissiger oder juckender Haut leidest, versuche es einmal mit diesem alten Ahnenwissen. Die Quitte besitzt die wundervolle Eigenschaft, Feuchtigkeit tief zu binden.

  • Alles, was du dafür brauchst, sind drei Quitten und einen halben Liter Öl deiner Wahl.
  • Die Quitten werden zerkleinert, in ein Gefäß gefüllt und mit dem Öl übergossen.
  • Lass das Ganze drei Wochen lang ziehen. Schüttle es ab und an behutsam und achte stets auf mögliche Schimmelbildung.
  • Danach filtern und am besten in dunkle Flaschen umfüllen. Gut verschlossen und dunkel gelagert, kannst du trockene Hautstellen nun sanft mit diesem Öl bestreichen.

Natürlicher Haarfestiger aus den Kernen

Aus den Quittenkernen lässt sich ein wunderbarer Bio-Haarfestiger herstellen, der den industriellen Mitteln in nichts nachsteht. Er wird einfach nach der Haarwäsche ins feuchte Haar gegeben und leicht einmassiert.

  • Koche 2 Esslöffel Quittenkerne mit einem halben Liter Wasser auf.
  • Lass es für eine gute viertel bis halbe Stunde auf sehr niedriger Temperatur leise köcheln.
  • Dann filterst du die Quittenkerne ab und stellst die Flüssigkeit kühl in den Kühlschrank.
Frische Quittenkerne | ©CG

🌙 Die Quitte in der alten Kräuterkunde

In der alten Kräuterkunde unserer Vorfahren hatte die Quitte bei Erkältungen einen enorm hohen Stellenwert. Doch schon Mitte des 19. Jahrhunderts war sie aus vielen Lehrbüchern der Kräuterkunde fast völlig verschwunden.

  • Man nutzte oft nur noch ihre Kerne, als natürliche Hustenbonbons.
  • Aus Quittenblättern bereitete man einen Brei, den man lindernd als Auflage bei Geschwüren nutzte.
  • Eine Abkochung aus gedörrten Quittenstücken galt als bewährtes Mittel, das gegen Durchfall eine sehr gute, regulierende Wirkung haben konnte.

Der beruhigende Quittenkern-Tee

Gegen Halsschmerzen oder auch kleinere Entzündungen im Mundraum leistete dieser alte Tee oft schnelle Linderung.

  • Nimm einen Teelöffel unzerkleinerte Quittenkerne und eine große Tasse Wasser.
  • Bring beides zusammen zum Aufkochen und lass es weitere fünf Minuten weiterköcheln.
  • Danach behutsam abfiltern und langsam in kleinen Schlucken trinken.
  • Wichtig: Für diesen Tee muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Kerne gänzlich unzerkleinert bleiben!

Quittenkerne als schützende Hustenbonbons

Durch das Lutschen der Kerne werden wertvolle, schleimige Substanzen (Schleimstoffe und Gerbstoffe) freigesetzt, die sich wie ein schützender Mantel um unsere gereizte Schleimhaut legen. Sie schmecken nach nichts, lindern aber Beschwerden bei fast jeder Art von Husten und Halsschmerzen.

📌Achtung: Die Kerne dürfen niemals zerbissen, sondern nur der Schleim abgelutscht werden. Danach spuckt man die Quittenkerne einfach aus. Wegen der in den Kernen enthaltenen Blausäure dürfen Quittenkerne Kindern niemals gegeben werden.

  • Die Kerne müssen dafür vom restlichen Fruchtfleisch gereinigt und sehr gut getrocknet werden (sie sind so sehr lange haltbar).
  • Sortiere unbedingt alle angeschnittenen oder durchteilten Kerne sorgfältig aus.
  • Danach können sie wie Hustenbonbons sanft gelutscht werden.

Hinweis: Die Natur und das Wissen unserer Vorfahren sind wundervolle Begleiter für unseren Alltag. Wenn es dir jedoch gesundheitlich nicht gut geht, suche bitte stets ärztlichen Rat auf. Diese alten Texte sind behutsame Überlieferungen und kein Ersatz für medizinische Hilfe.


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    Wächterfigur aus Stroh vor lodernden Flammen unter violettem Abendhimmel – Ein Sinnbild für Pflanzengeister und Naturmagie.

    Hier schreibt Katja – eine Suchende zwischen den Welten. In stillen Nächten berge ich fast vergessenes Ahnenwissen aus alten Schriften und verbinde es mit der lebendigen Naturmagie meines Gartens. Hier im Celticgarden teile ich die Essenz dieser alten Pfade und das Raunen der Pflanzenseelen mit dir.