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Der Bittersüße Nachtschatten hat keinen guten Ruf und wird als lästiges Unkraut angesehen. Schon 1809 gab es ein Gesetz, dass man den Nachtschatten, der an Gartenzäunen wuchs, zu entfernen hat. Dabei ist es eine wirklich sehr hübsche Rankpflanze, die mit ihren Blüten bezaubern kann.
Man sollte ihn nicht entfernen, zumal der Bittersüße Nachtschatten eine Kletterpflanze ist und wir mit ihm unsere kahlen Zäune oder an Gegenständen in unserem spirituellen Garten umranken lassen können.
Seine Ranken können eine Länge von bis zu 10 Metern erreichen. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Dann erscheinen schöne lila Blüten, die sehr auffällig sind und daher war diese Pflanze bei unseren Vorfahren, als besonders zauberwidrig angesehen.

Der Nachtschaden
Sein früherer Name heißt tatsächlich Nachtschaden. Ein sehr ungewöhnlicher Name, der auf Albträume und angezauberte Krankheit hindeutet. Morbus maleficialis wurde der Nachtschaden bei den damaligen „Gelehrten“ genannt.
Unsere Vorfahren nahmen diese Wildpflanze, um schlechte Träume und nächtliche Unruhe bei Kindern zu entfernen. Sie glaubten, dass ein Nachtdämon, ein sogenannter Alb, dahintersteckt. Gegen diesen Alp wurden damals Holzamulette gebastelt und über die Betten gehängt.
Dieser Alb, quälte die Schlafenden, indem er sich auf die Brust setzte, und man keine Luft mehr bekam oder geht in die Wiegen der kleinen Kinder, um Krämpfe und nächtliches Weinen zu bewirken. Zum Schutz des betroffenen Kindes wurden, im 17. Jahrhundert, Bittersüß-Ranken mit in die Wiege gelegt. Die Erwachsenen bekamen eine Art Wasser mit Bittersüßen Nachtschatten zu trinken. wer mehr über diesen Alb wissen möchte, der folgt bitte diesen Link: Amulett gegen Albträume
Im damaligen Flandern hat so mancher Bauer im Frühjahr einen Nachtschatten-Tee getrunken, zur Vorbeugung gegen den Nachtschaden. Durch die berauschende Wirkung des Bittersüßen Nachtschattens sollte der entstandene Nachtschaden, also die Albträume, verscheucht werden.
Aber woher kommt dieser heidnische Brauch?
Er ist sehr alt und kommt schon bei den Altgermanen vor. Der germanische Gott Wodan, dessen eines Auge die Sonne am Himmel darstellte, war der Sonnen-, Wind- und Fruchtbarkeitsgott, der auch die elbischen Dämonen beherrschte und so die Krankheiten abwehrte. Er war als Zaubervater im Besitz des Krautzaubers, der mächtigsten Bannsprüche. Mit seinem einen Auge, der Sonne, dem leuchtenden Himmelsgestirn, vertrieb er bei Tagesanbruch die lichtscheuen Elben, die Krankheitsdämonen und nächtlichen Fiebergeister, die den Nachtschaden (Albdruck) bringen.
Eine Hauptaufgabe der germanischen Medizinmänner war es, gegen diese dämonischen Lebewesen vorzugehen, d. h. gegen diejenigen Krankheiten, welche man heute vorzugsweise als „infektiös“ und „psychisch“ bezeichnen würde. Dazu bedurfte er übernatürlicher Zauberkraft. Er musste nach den damaligen Gedankengängen, die elbischen Geister aus dem Körper des Kranken herauslocken und irgendwo anders hin vertreiben, in den wilden Wald, woher sie gekommen sind, oder in den Baum verpflocken. Wie der Opferpriester oder auch Gode genannt, durch das blutige Opfer und durch die Versöhnung der Gottheit die Seuchendämonen von Land, Bewohner und Haus fern hielt, so musste der germanische Zauberer von dem einzelnen Individuum die einzelnen unguten Elbengestalten oder Dämonen abwehren.

Das Nachtweinen, die nächtliche Unruhe der Kinder
Gegen das Nachtweinen legte man den betäubenden Nachtschatten und getrockneten Wilden Hopfen in die Wiege. Danach wurde das Kind mit Zaunmoos beräuchert.
Auch trug man einen kranken kleinen Jungen in den Ochsenstall, trieb die Ochsen vom Lager und legte den Knaben auf die noch warme Liegestätte; bei Mädchen spielte sich der Vorgang in einem Kuhstall ab. Beide wurden mit Moos, was auf dem jeweiligen Dach wuchs, beräuchert. Das Moos vom Dach des Ochsenstalls diente zum Räuchern nachtweinender Jungen und das Moos vom Dach eines Kuhstalls bei Mädchen. Es wurden auch Schlafäpfel mit in die Bettchen gelegt, ein buschiger Auswuchs an Hagebuttensträuchern.
Sammelsurium
- Nachtschattenzweige im Haus und ans Fenster aufgehängt; brachte Schutz.
- In manchen Gegenden wurde der Bittersüße Nachtschatten mit in den Kräuterbüschel gebunden.
- Die Beeren wurden in Schlüssellöchern gesteckt, damit der Alb oder die Trude nicht dort hindurch kam. Dieser alte Glaube hat noch meine Großmutter erzählt. Sie war Jahrgang 1910.
- Seine Wurzeln dienten als Pflanzenamulett, gegen die Epilepsie. Das Kraut um den Hals gehängt, sollte Schwindelgefühle lindern.
- Der Bittersüße Nachtschatten, war auch Bestandteil der berüchtigten Hexensalben.
- Den Tieren hängte man die Pflanze in die Ställe, um es vor Krankheit zu schützen. War die Milch verhext, so dass sie sich nicht mehr buttern ließ, musste man sie über die Stängel der Albranke gießen. Die Wenden gaben diese Pflanze den Kühen, damit diese mehr Milch gaben.

Nachtschatten-Räucherung
Mit dem Nachtschatten räuchern, war damals weit verbreitet, um schlechte Menschen und den Bösen Blick von Haus und Hof fernzuhalten. Es wurde mit dieser hübschen Pflanzenseele allerlei Magie und Zauber betrieben. Er wurde auch gegen Ängste und Albträume verräuchert, die der Alb oder die Trude verursachten. Daher galt er schon immer als heilend und beschützend. Der Nachtschatten soll laut Grimm, dem Gott Donar geweiht gewesen sein. Auch in den berühmten und tödlichen Hexensalben kam diese Pflanze vor.
Moderne Räucherkunde
In der modernen Räucherkunde räuchert man mit dem Bittersüßen Nachtschatten, um eine alte oder verloren gegangene Liebe zu vergessen. Denn manchmal trauern wir der alten Vergangenheit nach, was uns bei den weiteren Lebensabschnitten sehr blockiert. Es muss dabei nicht immer um eine alte Liebe gehen, es kann auch sein, dass es Erlebnisse aus dem Alltag sind, oder die, die wir mit Menschen machen mussten.
Wir werden so, für eine neue Liebe wach und sehen das Schöne um uns herum. Eine Nachtschatten-Räucherung befreit auch unsere Seele von Manipulationen, die von anderen Menschen ausgehen. Mit dem Bittersüßen Nachtschatten räuchert man auch, um Albträumen und Hilflosigkeit entgegenzutreten. Der Opferrauch vermittelt uns, wie wir uns dagegen wehren.
Magische Sammelzeit
Damit die Nachtschattenwurzel ihre magische Eigenschaft behält, muss sie bei abnehmenden Mond ausgegraben werden, um die Sommersonnenwende herum. Dem Bittersüßen Nachtschatten, sein botanischer Name lautet Solanum dulcamara. In der Natur finden wir ihn an Waldrändern und im Gebüsch, das er zum Ranken braucht. Manchmal wächst er auch an Bachufern. Auf der Roten Liste steht er nicht.
Für eine Nachtschatten-Räucherung, werden seine Wurzel, Blüten, Blätter und die getrockneten Beeren verwendet. Bei der Trocknung von den Blüten muss sehr oft umgeschichtet werden, weil sie sonst kleben bleiben am Untergrund. Um ihre schöne lila Farbe zu behalten, sollten sie in absoluter Dunkelheit getrocknet werden.
Der Bittersüße Nachtschatten mischt sich wunderbar mit:
- Wacholder
- Anis
- Alantwurzeln
- Schwarzen Nachtschatten
zu einem abwehrenden Räucherwerk.
Hinweis: Räucherwerke mit dem Nachtschatten sollten stets nur von Räucherkundigen im Freien verräuchert werden. Für Anfänger ist diese Räucherpflanze absolut nicht geeignet! Es handelt sich um eine Giftpflanze, die auch als solche behandelt werden will.
Wie ihr seht, ist der Nachtschatten, eine sehr alte Zauberpflanze, mit einem zauberhaften Namen. Bei mir wachsen zwei Bittersüße Nachtschatten im Garten. Einer an einem Kirschbaum und einer am Komposthaufen. Sie sind ganz von alleine gekommen. Ich muss sie nicht pflegen und gießen, sie gedeihen jedes Jahr und schenken mir wunderschöne lila Blüten, an denen ordentlich was los ist, was die Insekten betrifft. Dass diese Kletterpflanze wuchert, kann ich nicht bestätigen. Wenn sie im Schatten wächst, wie bei mir am Kirschbaum, bleibt sie klein und zart.
Giftpflanzen-Info
Der Bittersüße Nachtschatten ist hochgiftig. Bei Einnahme lähmt er das zentrale Nervensystem. Er senkt die Herztätigkeit, Atmung und Körpertemperatur ab. Dann verursacht er Delirium, Schwindelgefühle, Krämpfe und dann schaltet sich der Tod ein. Daher VORSICHT mit dieser Pflanzenseele!
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