Inhaltsverzeichnis
Vom Liebeszauber und der Frauenkraft: Ein uraltes Erbe
Die Wilde Möhre (Daucus carota) war schon immer eine Pflanzenseele für uns Frauen. Sie wurde damals als natürliches Verhütungsmittel verwendet. Dafür wurden ihre Samen verwendet, ob es funktioniert hat, konnte ich leider nicht erfahren.
Früher waren die Möhrensamen offizinell. Das heißt, dass sie für Apotheken gesammelt und dort weiterverarbeitet wurden. Seit den antiken Zeiten ist die Wilde Möhre in Europa eine wichtige Gemüsepflanze. Auch den germanischen Völkern soll sie schon als Kulturpflanze bekannt gewesen sein.
Der regelmäßige Verzehr von Mohrrüben verbessert die Sehkraft, vor allem in der Dunkelheit. Sie galt damals als Zeichen der Sexualität. Darum wurde sie in großen Mengen gegessen, um den Beischlaf zu fördern. In dieser Zeit wurde sie oft als Alraunenwurzel von Händlern verkauft, die so ihre Kunden betrogen haben.
Das Auge in der Mitte: Erkennen und magische Ernte
Verwechslungen können mit anderen Doldenblütlern vorkommen. Die Wilde Möhre erkennt man gut an ihrem „Scheininsekt“, was sich in der Mitte der Blüte zeigt.
- Naturmagische Ernte: Man sammelt die Wilden Möhre zum Schnitterfest. Die ganze Pflanze wird gebündelt kopfüber zum Trocknen aufgehangen.
- Samenreife: Die Samen der Wilden Möhre sollten zu der Herbst-Tagundnachtgleiche gesammelt werden. Wenn sich die Blütenkörbe geschlossen haben, werden die Samen gesammelt. Die Samen müssen noch grün sein.
- Trocknung: Ganze Blütenkörbe werden in Schichten ausgelegt und luftig getrocknet. Man trocknet sie, bis sie braun sind, löst dann die Samen durch Reiben der Körbe ab.

Gegen Dämonen und Gelbsucht: Die Wilde Möhre im Brauchtum
Die Wilde Möhre wurde früher den Kranken „eingeflößt“, damit der Krankheitsdämon schneller aus dem Körper herauskam.
Das Ritual bei Gelbsucht: Bei Gelbsucht wurde in eine ausgehöhlte Möhre uriniert und dann in den Kamin gehängt. So wie der Urin darin verdampft, verschwand auch die Gelbsucht. Dabei wurde folgender Zauberspruch aufgesagt. Nach diesem Zauberspruch warf man drei Holzstücke über den Kopf des Erkrankten. Erschrickt er dabei, flieht die Gelbsucht aus seinem Körper.
„Drei gelbe Frauen nahmen ihre drei gelben Äxte; sie nahmen sie in ihre gelben Hände; sie legten sie auf ihre gelben Schultern; sie gingen auf drei gelben Wegen; sie kamen in drei gelbe Wälder; sie hackten drei gelbe Bäume; sie gingen auf drei gelben Wegen und kamen zum gelben Hofe; aus dem gelben Hofe kamen sie in die gelbe Stube; sie kamen zum gelben (Name des Kranken); sie schlugen mit den drei gelben Bäumen die gelbe Gelbsucht tot; sie schlugen sie im Namen Gottes also tot.“
Volkstümliche Namen: Wurzel, Rüebli, Mohrrübe, Vogelnest.
Rauch der Klarheit: Den Pfad erkennen
Eine Wilde Möhre-Räucherung schärft unseren Blick für das Wesentliche. Wir lassen uns so nicht mehr so schnell ablenken und uns auch nicht mehr von unserem Pfad abbringen. Sie stärkt unsere Handlungen. Meist werden für ein Räucherwerk dafür die Samen verwendet.
Unsere Pflanzenseele mischt sich wunderbar mit Frauenmantel, Kiefernharz, Schafgarbe und dem Heilziest zu einem einhüllenden Räucherwerk.


