Teil II der Pflanzenmagie : Der Beifuss

Der Beifuss ist eine alte germanische Zauberpflanze. Er wurde wohl wegen seinem aromatischen Duft, als eine sehr zauberwidrige Pflanze angesehen. Nach einem Kräuterbuch aus dem 4. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung soll der, Zuhause aufgehängte, Beifuss die Dämonen und den bösen Blick abwenden. Desweiteren wurde er gegen angezauberte Krankheiten genommen. Am Dachfirst aufgehängt, schützt er vor Seuchen und Blitzeinschlag. In Dänemark wurde mit ihm der Teufel vertrieben. Auch in dem Neunkräutersegen ist der Beifuss vorhanden.

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Beifuss

Der Beifuss gehört zu den Johanniskräutern/Sonnwendkräutern. Man band sich einen Gürtel von ihm um die Hüften und sprang damit übers Johannisfeuer, um ihn danach dortzu verbrennen. Liebespaare sprangen auch durch das Sonnwendfeuer und verbrachten anschliessend ihre Liebesnacht, auf einem Lager mit Beifuss. Das schützt den Menschen, das ganze Jahr vor Krankheiten. Er wurde auch gerne über die Haustür gehängt, damit das Haus vor Schaden sicher ist.

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Der Beifuss-Saft verleiht grosse Stärke und Kraft. Daher hat er auch seinen Namen, weil man glaubte, wenn man den Beifuss an die Füsse band, wurde derjenige nie müde. Auch im Liebeszauber kam er vor. Es wurde geglaubt, das man durch den Beifuss Freundschaft und Liebe bekam. Heiratslustige Frauen trugen immer Beifuss bei sich. In der Wahrsagerei spielt er auch eine grosse Rolle. Mädchen konnten mit ihm ihren zukünftigen Bräutigam sehen. Als Räucherpflanze hatte er schon bei den Germanen und Kelten einen hohen Stellenwert. Sie glaubten auch das der Beifuss Wunder und Heilung vollbrachte. Er war zu dieser Zeit eine grosse Zauberpflanze

Auch bei Krankheiten wurde auf den Beifuss geschworen. Wenn jemand Zahnschmerzen hatte, wurden die Wurzeln des Beifusses unters Kopfkissen gelegt. Genauso musste man einem Kranken Beifuss still und heimlich unters Kopfkissen legen, wenn er dann gleich einschläft wird er gesund, wenn er dann keinen Schlaf findet, wird er sterben. In anderen Regionen legte man den Beifuss unters Kopfkissen, um eine schnelle Genesung zu erlangen. Gebärende Frauen bekamen bei der Geburt ein Sträusschen Beifuss ins Lager, damit ihre Geburt schnell und gut über die Bühne ging. Aber auch Verstorbene wurden zusammen mit Beifuss verbrannt, weil die Pflanze den Toten hilft ins Jenseits zu gelangen.

Als Amulett und Talisman nahm man den Beifuss, um Schutz vor angezauberter Krankheit, Verhexung und den bösen Blick zu bekommen. Um bei Seelenreisen  Hilfe zu bekommen, wurde neben der Schlafstätte Beifuss gelegt.

Wer sich in das Thema der Zauberpflanzen einlesen möchte, dem kann ich diese Bücher empfehlen:


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