Herbst-Tagundnachtgleiche: Erntedank & Schutzräucherung

 

Heilige Erntezeit und das Fest der Sonne

Die Erntezeit war eine heilige Zeit für die Menschen von damals. Man sieht es daran, dass alle Feste sich auf den Ackerbau und die Ernte beziehen. Die Herbst-Tagundnachtgleiche ist ein Sonnenfest und wird meistens vom 21. bis 23. September gefeiert.

Für unsere Vorfahren war es ein Erntedank- und Totenfest. Familien kamen zusammen und genossen einen reichlich gedeckten Tisch mit Essen von der letzten Ernte für das Jahr.

Das Christentum hat dieses Herbstfest auf das Erntedankfest, Anfang Oktober, verlegt. In diesen christlichen Festen sieht man die Überbleibsel der heidnischen Tradition. Denn im Heidentum dankte man für die Ernte mit einem Fest. Es wurde reichlich geschmückt und Wodans Früchte als Dank dargeboten. Man selber saß mit seiner Familie an einem gut gedeckten Tisch, mit all den Leckereien, die die Ernte hervorbrachte. Es wurde Weißbrot gebacken und Gänsebraten gegessen.

Die Fülle des Vollherbstes

Viele Gerichte wurden mit Äpfeln zubereitet. Denn nun beginnt die Ernte der Schätze der Natur:

und vieles mehr.

Denn wir sind nun im Vollherbst. Auch wurden die Felder für das Wintergetreide bestellt.

Vergessene Speisen der Erntezeit: Apfelknödel

Apfelknödel können süß als Nachspeise mit Zucker, Zimt und zerlassener Butter oder zu deftigen Hauptgerichten serviert werden. Leider sind solche Rezepte in Vergessenheit geraten.

Die Apfel-Basis: Für dieses Rezept werden 2 bis 3 mittelgroße Äpfel genommen. Das entspricht etwa 200–300 g geriebener Apfelmasse, was gut mit den angegebenen Zutaten harmoniert. Tipp: Wenn du den Teig „apfeliger“ möchtest, kannst du auf 4 Äpfel erhöhen, aber passe dann eventuell die Mehlmenge leicht an, falls der Teig zu weich wird.

Variante 1: Herzhafte Knödel für den Festtisch

In dieser Variante schmecken sie zu deftigen Hauptgerichten sehr gut (z. B. zum Gänsebraten).

Die Zutaten:

  • 1 vollgehäufter Teller Äpfel (geschält, entkernt & gewürfelt)
  • 15 g geriebene Mandeln
  • Etwas abgeriebene Zitronenschale
  • Eine Prise Zucker & Salz
  • 1 Tasse Milch
  • 4 Eier
  • 60 g zerlassene Butter
  • 60 g geriebene Brötchen (Semmelbrösel)

Zubereitung:

  1. Mischen: Fülle die Apfelwürfel in eine Schüssel und füge alle anderen Zutaten hinzu. Alles gut vermischen. Es muss einen ziemlich steifen Teig ergeben.
  2. Formen: Mit einem Esslöffel Klöße abstechen.
  3. Kochen: Sie werden in Wasser, das mit ein wenig Salz vermischt ist, gar gekocht.
  4. Servieren: Mit einem Schaumlöffel herausnehmen. Wer mag, kann sie mit etwas Zucker bestreuen und eventuell eine Obst-, Wein- oder Milchsoße hinzugeben.

Variante 2: Süßes Seelenfutter mit Zimt

Diese Variante ist perfekt für gemütliche Herbstabende.

Die Zutaten:

  • 2–3 Äpfel (geschält, entkernt & gewürfelt)
  • 1 Tasse Milch oder Wasser
  • 4 Eier
  • Etwas Salz
  • 250 g Mehl

Zubereitung:

  1. Teig herstellen: Rühre die Apfelwürfel in einer Schüssel mit der Milch (oder dem Wasser), den Eiern, Salz und Mehl zu einem Teig.
  2. Kochen: Lege sie mit Löffeln in kochendes Wasser und lasse sie so lange kochen, bis sie nicht mehr teigig sind (sie schwimmen dann meist oben).
  3. Genießen: Mit einem Schaumlöffel herausnehmen, mit Zucker und Zimt bestreuen und nach Geschmack zerlassene Butter zugeben.

Apfelknödel Rezept

Der Beginn der Geisterzeit: Irrlichter und Dämonen

Vielerorts wurden diese Tage der Beginn der Geisterzeit genannt. Im Herbst entstehen zum Beispiel die berüchtigten Irrlichter, und da viele Menschen damals in Wäldern unterwegs waren, haben sie sie oftmals gesehen und große Ehrfurcht vor ihnen gehabt. Über diese Irrlichter hatte ich einen eigenen Artikel geschrieben: Irrlichter im Wald: Seelen, Sumpfgeister & alter Glaube

Es wurden Dämonen, gerade die, die für die Felder gefährlich wurden, ausgetrieben, und dies war auch der ursprüngliche Sinn dieser Herbstfeste im Alten Glauben.

Das Zweite Gesicht: Vorzeichen von Tod und Hochzeit

Zu dieser Zeit glaubten die Menschen an die Entstehung des Zweiten Gesichts. Das Zweite Gesicht ist die Gabe, Zukünftiges vorauszusehen und namentlich alle demnächst dem Tod geweihten Menschen mit geistigem Auge zu erkennen, indem sie entweder nächtlich ihren Leichenzug oder sie allein in der Kirche sehen.

Alte Omen der Natur:

  • Apfelblüte im Herbst: Wenn ein Apfelbaum im Herbst anfing zu blühen, war das ein Zeichen, dass der Hausherr stirbt.
  • Die Weiße Rose: Auch das Blühen einer weißen Rose sagte den Tod im Hause voraus.
  • Die Rote Rose: Dagegen kündigt eine rote Rose eine bevorstehende Hochzeit an.

Wurzelkraft für den Winter: Die letzte Ernte

In der alten Kräuterkunde war der Herbst, wie der Frühling, krankheitsbedingt sehr gefürchtet. Darum hieß es damals: „Der Herbst nimmt die Kranken mit.“

In vielen Orten sammelte man in dieser Zeit die letzten Heilkräuter, Heilwurzeln und Räucherpflanzen, um für den strengen Winter vorbereitet zu sein und auch um Haus, Hof und Stall gegen Krankheiten und negative Energien auszuräuchern.

Der Rückzug der Natur: Mutter Erde geht schlafen

Nach dem Naturkalender befinden wir uns nun im Vollherbst, bis ca. Mitte Oktober. Die dunkle Jahreszeit beginnt und es wird zusehends kälter, vor allem nachts. Die Natur zieht sich zurück, die ersten Pflanzen verwelken und sterben ab. Die Pilze schießen aus den Böden. Die ersten Obstbäume verlieren ihre Blätter und das Laub anderer Bäume verfärbt sich in den schönsten Herbstfarben.

  • Das Brombeer-Tabu: Nun sollten auch keine Brombeeren mehr gegessen werden, da der „Feind“ über sie hinweggeschritten ist.

Diese dunkle Jahreszeit bedeutete auch, dass Schutz ersucht wurde, in Form von Räucherungen, Ritualen und Amuletten, wie zum Beispiel das Eichelamulett. Sei es vor Krankheiten, Tierdiebstahl, Raub oder körperlicher Gewalt. In früheren Zeiten waren die Häuser kalt ausgestattet. Licht gab es kaum und die Hygiene ließ auch zu wünschen übrig. Krankheiten und Diebstahl waren an der Tagesordnung, gerade in den dunklen Jahreszeiten.

Erntedankfest an einem Feldrand
Erntedank an einem Feldrand

Von Strohpuppen und Opfergaben

Es wurden auch viele Dank- und Opfergaben an die verehrten Götter gegeben. Zum Beispiel in Form von Obst, Gemüse oder einer einzelnen Strohgarbe auf dem Feld. Auch wurden kleine Strohpüppchen gebastelt und anschließend dem Erntedankfeuer übergeben.

Ein Wort zur modernen Tradition: Anstatt der kleinen Strohpüppchen sieht man heutzutage diese riesigen runden Strohballen, als Mann und Frau verkleidet, an Wegen und Straßen stehen. Einfach nur einfallslos und hässlich, muss ich mal ehrlich sagen! Mich schüttelt es jedes Mal, wenn wir an solchen lieblosen und kitschigen Gestalten vorbeifahren.

Mein Herbstaltar: Trudenfüße und Kupfer

In dieser Zeit binde ich immer unseren Türkranz für den Herbst und bastle aus Eibenholz Trudenfüße (Pentagramme), die ich als Schutzsymbol in unserem Haus verteile.

Ein kleiner Herbstaltar wird auch errichtet, auf dem der wichtigste Gegenstand, der Räucherkessel, in der Mitte steht.

  • Ausrichtung: Der Herbstaltar richtet sich an die westliche Himmelsrichtung.
  • Farben: Er ist in den Farben Grün, Kupfer, Rot und Braun gehalten – den Farben des Herbstes.
  • Materialien: Schalen und Töpfe sollten aus Ton oder Steingut sein. Der Räucherkessel sollte aus Kupfer sein und mit der eigenen Gartenerde gefüllt werden. Grüne und rote Kerzen runden den Herbstaltar ab.

Bei uns gibt es zur Herbst-Tagundnachtgleiche meistens Kürbissuppe mit Kartoffeln.

Schutz und Klärung: Die Räucherung zur Tagundnachtgleiche

Die Hauptthemen in dieser Räucherung sind: schutzsuchend, beschützend, umsorgend, erhellend, klärend, reinigend, stärkend, gesundend.

Die Räucherzutaten müssen alle zerkleinert und getrocknet werden. Tipp: Harze sollten im Allgemeinen ein Jahr trocknen und lagern; je länger es lagert, umso intensiver wird es. Auch wenn andere meinen, es kann gleich verräuchert werden: Meine persönliche gute Erfahrung ist nur mit Harzen, die jahrelang lagerten.

Meine Schutzräucherung für die Tage der Herbst-Tagundnachtgleiche:

Anwendung: Ihr könnt dieses Räucherwerk zusammenmischen, wobei dann der Anteil des Lärchenharzes immer am größten sein sollte.

Wenn eure Zeremonie ein bisschen länger dauern soll, so legt ihr jede einzelne Räucherpflanze nacheinander auf eure Glut und gewährt der jeweiligen Pflanzenseele Zutritt in eure geistige Ebene, um den Schutz zu erhalten, den ihr ganz persönlich für euch am wichtigsten haltet. Wer mag, kann auch mit neunerlei Hölzern räuchern. Dieses Räucherwerk wird gerne als Abwehrzauber genommen.

Die Herbst-Tagundnachtgleiche ist ein Schwellenfest – die Balance zwischen Licht und Dunkelheit kippt. Für mich sind diese Tage etwas Besonderes, weil mein Sohn in dieser wunderschönen Zeit geboren wurde. Ich wünsche euch eine schöne und erlebnisreiche Herbstzeit.

Wenn dir mein Artikel gefallen hat und du meinen Blog Celticgarden unterstützen möchtest, würde ich mich um einen “Energieausgleich” sehr freuen. Ich bedanke mich im voraus!

Celticgarden unterstützen: