Der Rainfarn † | Insektenabwehrendes Wildkraut | Naturgarten

Rainfarn
Der Rainfarn | ©CG

Heute spielt der Rainfarn, in der Volksheilkunde, keine Rolle mehr, weil er giftig ist. Das Kuriose an dieser Pflanze ist, dass man nie weiss, ob er giftig ist oder nicht. Das hängt von vielen Faktoren ab. Darum möchte ich in diesem Artikel auch nur auf seine Wirksamkeit gegen Insekten eingehen. Der Rainfarn wurde früher in die Häuser gestreut, um Ungeziefer fernzuhalten. Er enthält die insektizide Substanz Thujon, die in grosser Dosierung hochgiftig ist.

Seit dem 9. Jahrhundert nimmt man ihn zu Heilzwecken. Im Mittelalter spielte er als Abtreibungspflanze eine grosse Rolle und gleichzeitig als Gewürz zu fetten Speisen. Im alten Ägypten wurden Mumien mit dem Rainfarn einbalsamiert, weil er viele Gerbstoffe beinhaltet, die den Verwesungsprozess verlangsamen. Auch legte man früher Rainfarnsträusse in Särge.

Rainfarn Steckbrief
Rainfarn Steckbrief

Botanischer Name

Tanacetum vulgare. Sein Name Rainfarn, kommt von Rain (Blühstreifen am Feld) und Farn, wegen seiner Blätter die Ähnlichkeit mit Farnen haben.

Volkstümliche Namen

Wurmtod, Wurmkraut, Raingerte, Pompelblumen, Milchkraut

Hauptanwendung

Parasiten und Herpes

Volksheilkunde

Wurmbefall, Harnbeschwerden, Rheuma, Stoffwechselbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit, Blähungen, Magenkrämpfe, Hämorrhoiden, Gicht, Quetschungen, Verstauchung, Krampfadern, Furunkel, Hautreizungen, Kopfläuse, Menstruationsbeschwerden, Zahnschmerzen, Flohbefall, Abtreibung

Eigenschaften

Anregend, harntreibend, krampflösend, erfrischend, verdauungsfördernd, menstruationsfördernd, insektenvertreibend, wurmtötend, abtreibend, antiviral, betäubend, gebärmutteranregend

Inhaltsstoffe

Ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Cumarine, Inulin, Flavonoide, Glykoside, Thujon, Campher, Borneol, Harze, Parthenolid

Verwendete Pflanzenteile

Blüten und Blätter oder ganze Sträusse

Darreichungsform

Tee, Waschung, Öl, Bäder, Gurgelwasser, Umschläge, Pulver

Tee – Zubereitung

  • 5 bis 10 g getrockneter Rainfarn
  • 1 Liter Wasser

Das kochende Wasser wird über das Kraut gegossen und ca. 10 Minuten zugedeckt ziehen gelassen und abfiltern. Dieser Aufguss kann als Läusemittel verwendet werden, indem man sich den Kopf damit wäscht.

Rainfarn-Breiumschlag

Ein Breiumschlag, aus den Blüten und Blättern, wurde bei Quetschungen, Gelenkschmerzen und Prellungen verwendet, aber auch hier muss darauf hingewiesen werden, dass es zu Kontaktallergien kommen kann.

Nebenwirkungen

Von einer inneren Einnahme wird dringend abgeraten. Diese Pflanze bewirkt auch Schwangerschaftsabbrüche. Rainfarn enthält das Gift Thujon, dass bei einer Überdosierung bleibende Nieren- und Leberschäden hervorrufen kann. Im schlimmsten Fällen kann es zur Lähmung der Atmung und dann zum Tod führen. Bei einer Einnahme dieser Pflanze kann es zu Krämpfen bis hin zum Koma kommen. Bei Tieren wurde beobachtet, dass sie nach der Einnahme zur Raserei mit Speichelbildung neigen. Es wurde sogar Epilepsie beobachtet. Weitere Nebenwirkungen sind Erbrechen, Übelkeit und Durchfall. Rainfarn kann in ungünstigen Fällen, Kontaktallergien auslösen. Daher sollten Menschen, wie zum Beispiel Gärtner ein wenig vorsichtig sein. Bitte beachtet, dass diese Vorstellung den Gang zu einem Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzt. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!

Rainfarn in der Natur

Vorkommen

Wegränder, Flussufer, Ödland, Schuttplätze

Blütezeit

Juli bis September

Verwechslung mit anderen Pflanzen

Es können Verwechslungen mit der Frauenminze vorkommen. Als Jungpflanze, wenn noch keine Blüten vorhanden sind, kann man die Blätter mit den Blättern der Schafgarbe verwechseln.

Rote Liste & Insektenwelt

Der Rainfarn steht nicht unter Naturschutz. Die Raupen des Rainfarn-Mönchs und Smaragdspanners sind auf ihn als Futterpflanze angewiesen. Aber auch noch viel andere Raupen. Er stellt eine sehr wichtige Futterpflanze in der Natur da. Auch zwei Käfer leben auf dem Rainfarn. Eine sehr wichtige Wildpflanze.

Rainfarn in der Kultur

Anbau im Naturgarten und Balkon

Der Rainfarn ist eine Wildpflanze, die problemlos im eigenen Naturgarten angebaut werden kann. Er gehört zu den Korbblütlern und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 150 cm. Diese Pflanze entwickelt einen sehr starken Geruch, den manche Menschen als unangenehm empfinden und andere wiederum mögen. Besonders dekorativ in Naturgärten, wächst der Rainfarn in Begleitung der Schafgarbe und des Beifuss. Dieses Wildkraut gehört zu den Kompasspflanzen. Er neigt seine Blüten und Blätter immer in Richtung Süden. In diesem Jahr habe ich ihm, in meinem Naturgarten, ein Zuhause gegeben. Er wächst nun in einem Rundbeet zusammen mit Wermut, Schafgarbe, FetthenneMal schauen wie er sich macht.

Der Rainfarn dient auch als Futterpflanze, an der sich viele Raupen ernähren. Im Naturgarten ist er ein vorzügliches Mittel gegen Mehltau. Ameisen haben eine regelrechte Abneigung gegen ihn. Im Garten hilft er gegen Obstmaden und Kohlfliegen. Auch gegen den Kartoffelkäfer wurde der Rainfarn gezielt und erfolgreich eingesetzt, indem man ihn um die Kartoffelfelder pflanzte.

Zeigerpflanze

Rainfarn zeigt stickstoffhaltigen Boden an.

Sammelzeit

Juli bis September (oberirdisches Kraut)

Ernte & Trocknung

Bei trockenem Wetter wird die Pflanze während der Blüte geschnitten; gebündelt und zum Trocknen kopfüber aufgehangen. Der Ort sollte luftig und schattig sein. Rainfarn trocknet sehr schnell und behält seine schöne gelbe Farbe dabei.

Geschmack & Geruch

Würzig, bitter & intensiv

Verwendung in der…

…Küche

In England hat es lange Tradition einen Rainfarnkuchen zu essen. Er ist dort eine Kultspeise. Tansy Cake ist sein Name. Fleisch kann mit seinen Blättern eingewickelt werden. Sie schützen es vor Madenbefall.

Haushalt

Rainfarnsträusse können vor die Fenster gehängt werden, so das die Insekten, wie Fliegen, Mücken, etc. nicht zum Fenster hineinwollen. Es wurden auch ganze Böden mit dieser Pflanze ausgestreut. Dafür wurde sie vorher zerkleinert.

Diese Pflanze wird viel als Kräuterstrauss- oder Kissen verwendet.

Als Färberpflanze wird er auch gerne genommen. Man erreicht mit den Blütenköpfchen ein Dunkelgelb.

Tierhaltung

Rainfarn wurde früher in Hühnerställen aufgehangen. Auch wurde die Einstreu mit getrockneten kleingeschnitten Rainfarn vermischt. So kommen keine Insekten, wie Fliegen in den Stall.

Unter Katzen- oder Hundekörbchen und Decken kann das getrocknete Kraut gelegt werden, aber so dass das Haustier nicht an die Pflanze kommt. Er vertreibt Flöhe und Milben, so das die Schlafplätze floh- und milbenfrei sind und die Tiere ruhig schlafen können. Bitte beachtet, das sie nur vertrieben werden.

In der Imkerei wird diese Pflanze getrocknet, als Rauchmittel verwendet.

 

Rainfarn
Rainfarn | ©CG

Räuchern mit Rainfarn

Eine Rainfarn-Räucherung hilft uns Energievampire auf Abstand zu halten. Eine Räucherung auch lockert ein aggressives und streitbelastendes Umfeld auf. Dieses Räucherwerk kann bei einer intensiven Verwendung psychoaktive und damit berauschende Wirkung entfalten. Daher sei es ratsam mit geöffneten Fenstern oder in der Natur mit dem Rainfarn zu räuchern. Auch bei einem schwachen Geist und „Jasagern“ wird der Rainfarn verräuchert. Manchmal ist es schwer, der Wahrheit ins Gesicht zusehen. Eine Rainfarn-Räucherung hilft unseren Geist dabei, diese Wahrheit anzuerkennen und zu akzeptieren, um im Gleichgewicht mit ihr zu leben.

Vielerorts wurde mit dem Rainfarn geräuchert, um eine Raumdesinfizierung zu erhalten, auch sollte der Rauch bei Gewitter vor Blitzeinschlägen bewahren.

Magische Eigenschaften

Abwehrend, antidämonisch

Magische Sammelzeit

Im Spätsommer bei Vollmond.

Element

Sein Element ist das Wasser.

Volksglauben

Um ein längeres Lebensalter zu erreichen, wurde der Rainfarn bei sich getragen. Kleinen Kindern legte man ihn unter ihre Kopfkissen, so waren sie vor den nächtlichen Attacken der Geister geschützt. Die Kinder wurden auch in den Rauch des Rainfarns gehalten, um vor böse Gespenster und inneren Schaden geschützt zu sein.

Einen Rainfarn-Strauss im Haus aufgehängt, schützt vor Blitzeinschlag, dem Teufel und bösen Menschen. Ställe wurden mit Rainfarnsträussen geschmückt, um Verzauberungen und Viehseuchen fernzuhalten. Reisende pflückten vor ihren Aufbruch, Rainfarn, um sicher wieder Nachhause zukommen.

Der Rainfarn spielte in England bei Osterbräuchen eine grosse Rolle. So wurde der Rainfarnkuchen und das Rainfarnbrot gebacken, dass die Abwehrkräfte für das kommende Jahr stärken sollte. Er galt als reinigendes Kraut nach dem Ende der Fastenzeit.

Im August gibt es die Tradition des Kräuterbündel binden. So ein Kräuterbündel besteht aus 9 – 99 Wildkräuter, wo auch der Rainfarn drin vorkommt. Dieser Kräuterstrauss wird das ganze Jahr über zum Würzen von Speisen, gegen Krankheiten, Gewitter und Schutz vor Verhexung für Mensch und Tier genommen.

 


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