Der Heilziest | Eine alte Heil- und Zauberpflanze

Heilziest Monographie
Heilziest | ©katuschka

Der Heilziest gehört zu den vergessenen Heilpflanzen. In der Antike bis zum Mittelalter war er eine weitverbreitete und sehr viel verwendete Heil- und Zauberpflanze. Daher gehört er zu den Beschreikräutern. Der Heilziest war, wie der Ehrenpreis und das Eisenkraut, ein Allheilmittel und es wurde über ihn sehr viel geschrieben. Heute ist diese Pflanze leider in Vergessenheit geraten und wird kaum noch verwendet.

Den Heilziestblättern sagt man eine berauschende Eigenschaft, durch ihren balsamischen Geruch, nach. Auch gehört dieses Heilkrautf zu den ältesten Wundheilpflanzen. Der aus den frischen Blättern gepresste Saft wurde von den damaligen Wundärzten als Reinigungsmittel verschiedener Wunden verwendet. Die frischen Blätter wurden auch als Pflaster bei kleineren Wunden aufgelegt. Die getrockneten Blätter und die Wurzel nahm man als Niesmittel.

 

 

Steckbrief Heilziest
Steckbrief Heilziest

Botanischer Name

Stachys officinales. Stachys deutet auf seine Blüte hin und bedeutet Ähre. Officinales das diese Pflanze früher für Apotheken gesammelt und dort verarbeitet wurde.

Volkstümliche Namen

Betonie, echter Ziest, Flohblume, Zehrkraut

Hauptanwendung

Asthma, Husten und Durchfall

Volksheilkunde

Schwächezustand, Angstzustände, Kopfschmerzen, Wechseljahresbeschwerden, Nervosität, Bluthochdruck, Atemwegserkrankungen, Verdauungsprobleme, Nebenhöhlenentzündung, Wunden, Geschwüren, Entzündungen, Halsschmerzen, Zahnfleischentzündung, Erkältung, Asthma, Sodbrennen, Durchfall, Raucherentwöhnung

Eigenschaften

Zusammenziehend, beruhigend, schmerzstillend, entzündungshemmend, wundheilend, verdauungsfördernd, durchblutungsfördernd, krampflösend, schleimlösend, blutdrucksenkend, brechreizend (kleine Dosis), abführend (grosse Dosis)

Inhaltsstoffe

Gerbstoffe, Betonicin, Stachydrin, Bitterstoffe

Verwendete Pflanzenteile

Verwendet wird die ganze Pflanze

Darreichungsform

Tinkturen, Tee, Umschläge, Sirup, Kräuterpulver, Heilwein, Brechmittel (Wurzel), Naturpflaster, Gurgelwasser

Vorkommen

Moor- und Magerwiesen, lichte Wälder

Blütezeit

Juni bis September

Verwechslung mit anderen Pflanzen

Der Heilziest kann mit dem Sumpfziest oder auch dem Waldziest verwechselt werden. Eventuell noch mit dem Blutweiderich.

 

 

Rote Liste & Insektenwelt

Der Heilziest steht nicht auf der Roten Liste von ganz Deutschland. Er gehört zu den Bienenpflanzen und wird reichlich von ihnen angeflogen. Auch wird diese Pflanze von Hummeln, Schmetterlingen und Schwebfliegen angeflogen. Besonders von dem Dickkopffalter.

Anbau im Naturgarten und Balkon

Der Heilziest ist ein winterhartes Wildkraut. Er liebt die Sonne, aber verträgt auch gut den Halbschatten und lässt sich gerne auf fruchtbaren Boden nieder. Die Vermehrung erfolgt im Herbst durch Aussaat oder durch Teilung im Frühjahr. Die Samen keimen nicht so leicht und es ist bei einer Aussaat daher anzuraten, dass man die Samen in einem Töpfchen vorziehen lässt, damit man sie besser kontrollieren kann. Seine Wuchshöhe kann bei optimalen Standort an die 60 cm werden. Der Heilziest fühlt sich auch in der Topfkultur wohl, wenn etwas breitere Töpfe genommen werden. Wenn die verblühten Blütenstände immer entfernt werden, hat man Freude an neuen Blüten bis zum Frostbeginn.

Zeigerpflanze

Der Heilziest zeigt magere und wechselfeuchte Böden an.

Sammelzeit

April (Wurzel bevor die Blattrosette aus der Erde kommt)

Mai/Juni (junge Blattrosette, die gerade aus der Erde gestossen ist)

Juli/August (Blüten)

Ernte & Trocknung

Geerntet werden die Blätter bei trockenen Wetter. Auch der morgendliche Tau sollte schon von den Blättern verschwunden sein, weil sie sonst dazu neigen bräunlich zu werden. Die Trocknung sollte schattig, aber am besten in Zugluft sein. Die Blätter dürfen sich beim Trocknen nicht berühren, weil sie sehr schimmelanfällig sind. Die Blüten schneidet man am besten mit einem Stück Stängel und hängt sie gebündelt kopfüber auf.

Geschmack & Geruch

Bitter/scharf & balsamisch

Verwendung in der Küche/Haushalt/Pflege/Tierhaltung

Die Blätter können im Frühjahr abgekocht in Gemüsegerichten gegessen werden. Wegen dem kräftigen Geschmack der Blätter, werden sie oft in Hausteemischungen verwendet.

Der Heilziest gehört auch zu den Färbepflanzen und ergibt ein schönes dunkles Gelb.

Gegen übermässiges Schwitzen kann aus den Blättern ein Absud zubereitet werden. Damit wäscht man die schwitzenden Stellen. Auch Haare können einem Farbton heller werden, wenn frische Heilziestblätter zu einer Art Spülung verarbeitet werden. Mit einem Teeaufguss kann die Gesichtshaut gewaschen werden; es soll hautstraffend wirken.

Den Heilziest kann man gut als Tabakersatz verwenden und wird viel in Kräutertabakmischungen verwendet. Auch in Schnupftabaken wird er gerne beigemischt.

Schafe und Rinder gab man bei Husten getrocknete Heilziestblätter; vermischt mit Salz.

 

 

 

 

 

Rezepte mit dem Erdrauch

Tee-Zubereitung

  • 2 TL getrockneter Heilziest
  • 1 Tasse Wasser (ca. 250 ml)

Das kochende Wasser über das Kraut giessen und ca. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abfiltern. Vielleicht ein wenig mit Honig oder Stevia süssen. Gegen Sodbrennen und Schwächezuständen können 2 bis 3 Tassen täglich davon getrunken werden. Mit diesem Tee können auch Verstauchungen eingerieben werden. Bei Husten und Atemwegsentzündungen kann mit diesem Tee gegurgelt werden.

Volksheilkundliche Räucherung

In der Volksheilkunde wurde für eine vermehrte Speichelabsonderung der Rauch inhaliert. Dafür wurde das getrocknete Kraut (Blüten und Blätter) verwendet.

Nebenwirkungen

Überdosierung führt zu Erbrechen und Durchfall. Schwangere dürfen den Heilziest nicht einnehmen. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!

 

 

Heilziest
Heilziest | ©CG

Räuchern mit dem Heilziest

Eine Heilziest-Räucherung heilt unsere kranke und verletzte Seele. Sie bewahrt uns vor weiteren Enttäuschungen und reinigt unsere Seele. Der Heilziest wird auch in Schutzräucherungen beigemischt.

Magische Eigenschaften

Stärkend, reinigend, schützend, liebend

Magische Sammelzeit

Im Mai oder Oktober bei Vollmond wird die Wurzel ausgegraben.

Element

Sein Element ist das Feuer

Volksglaube

Den Heilziest legte man unters Kopfkissen, so soll er vor Albträumen bewahren. Da er zu den Beschreikräutern gehört, wird seine Wurzel um den Hals getragen, um vor dem Beschreien geschützt zusein. Der Heilziest war eines der beliebtesten Beschreikräuter, in dessen Abkochung
beschriene, verhexte und verzauberte Kinder und Haustiere gebadet wurden. Mit dem Badewasser wurde dann der
böse Zauber weggeschüttet. Zur Sommensonnenwende wird der getrocknete Heilziest ins Feuer geworfen und dann hindurchgesprungen, um jegliche Krankheiten abzustreifen und fürs kommende Jahr durch neue Krankheiten geschützt zusein. Auch werden getrocknete Blüten auf die Fensterbank oder auf die Türschwelle gestreut, damit das Übel draussen bleibt und nicht ins Haus eindringen kann.

 

 


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