Der Gemeine Lein | Ein König der Heilkräuter

Gemeiner Lein
Gemeiner Lein | ©wikimediaImages

Lein ist eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Er kann bis in die Zeit die Babylonier zurückverfolgt werden. Er soll schon in der mittleren Bronzezeit reichlich Verwendung gefunden haben; als Öllieferant und zur Fasergewinnung. In Erwähnung kam er auch schon bei Hippokrates gegen Unterleibsschmerzen, Durchfälle und Husten. In späteren Zeiten wurde der Leinsamenschleim bei Reizhusten viel verwendet. Es wird unter Öl-Lein und Flachs-Lein unterschieden. Aus den blauen Blüten entstehen kugelförmige Samenkapseln, die jeweils 10 eiförmige, platte Samen erhalten. Leinöl hat wunderbare Eigenschaften. So soll es bei leichten Depressionen, Bluthochdruck und schützend vor einem Herzinfarkt Wirkung zeigen. Auch gegen gewisse Krebsarten, wie zum Beispiel Prostata- oder Brustkrebs soll es wirken. Wer unter Krampfadern leidet, sollte sich Wickel aus Leinöl machen. Äußerlich kann ein Leinsamensäckchen gegen Zahnschmerzen und Nieren- und Blasenbeschwerden heiß aufgelegt werden.

 

 

 

leinsamen
Leinsamen Steckbrief

Botanischer Name

Linum usitatissimum. Das Beiwort „usitatissimum“ bedeutet „viel verwendet“.

Volkstümliche Namen

Leinsamen, Flachs, Saat-Flachs, Öl-Lein. Sein Name Lein kommt ursprünglich aus der keltischen Sprache für Lin, das Faden heisst.

Hauptanwendung

Verstopfung

Volksheilkunde

Gastritis, Rachenentzündung, Bronchialbeschwerden, Husten, Halsschmerzen, Ekzeme, Menstruationsbeschwerden, Rippenfellentzündung, Halsschmerzen, Verbrennungen, Furunkeln, Geschwüre, Abszesse, Prellungen, Koliken, Muskelschmerzen, Verstopfung, Darmparasiten

Eigenschaften

Abführend, schleimlösend, hustenlösend, schmerzlindernd, entzündungshemmend

Inhaltsstoffe

Öl, Schleimstoffe, Eiweisse, Glykoside, Enzyme, Wasser

Verwendung

Abführmittel, Heilpflanze, Nutzpflanze

Verwendete Pflanzenteile

Reife Samen, Blätter, Stängel

Darreichungsform

Öle, Umschläge, Gurgelwasser, Einläufe

Vorkommen

Wiesen, Wegrand, kultiviert in Gärten, Feldern

Blütezeit

Juni bis August

Verwechslung mit anderen Pflanzen

Verwechslungen können mit dem Purgier-Lein vorkommen, wobei diese Pflanze eine weisse Blüte hat. Bei ungeübten Kräutersammlern könnte eventuell noch eine Verwechslung mit der Wegwarte vorkommen.

 

 

 

 

Rote Liste & Insektenwelt

Nicht geschützt. Der gemeine Lein wird von zahlreichen Insekten angeflogen.

Anbau im Naturgarten und Balkon

Der Lein ist eine Kulturpflanze, die einen gut durchwässerten, sandigen Boden mag. Sie bevorzugt einen sonnigen Standort. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat im Frühjahr. Der Lein ist empfindlich gegen Umtopfen, wenn man ihn in Töpfen vorzieht. Ansonsten eine problemlose Pflanze. Seine Wuchshöhe kann bis zu 50 cm betragen. Seine Blütezeit ist leider nicht so lange und reicht von Juni – Juli. Er sät sich gerne von selber aus. Diese Pflanze eignet sich sehr gut als Gründüngung und zur Unkrautunterdrückung.

Phänologischer Kalender

Im phänologischen Kalender hat er keinen Stellenwert. Seine Blüten öffnen sich zum Frühsommer bis Hochsommer.

Gärtnern mit dem Mond

Der Lein sollte bei Vollmond gepflanzt werden.

Sammelzeit

August bis Oktober (Samen)

April bis Juni (Stängel, Blätter)

Ernte & Trocknung

Die Leinsamen sollten bei höchstens 40° getrocknet werden. Die Blüten werden ganz früh morgens gesammelt, weil sie meistens schon am Nachmittag verblüht sind. Bei den Blüten muss sehr schnell gehandelt werden, weil sie genau wie Mohnblüten ganz schnell vergehen.

Geschmack & Geruch

Geruchlos

Verwendung in der Küche/Haushalt/Kosmetik/Tierhaltung

Aus den Fasern des Leins kann man Leinenstoff  herstellen. Aus den Samen wird Öl gepresst. Die Samen werden in Brot mit verbacken (Leinsamenbrot). Auch in Müsli findet er Verwendung. Die Leinsamen-Sprossen gehören zur basischen Ernährung. Die Stängel und Blätter können Salaten beigemischt werden. Aus den Fasern können Baustoffe und Textilien hergestellt werden. Gerade die Textilien sind sehr gut für Allergiker geeignet.

Der Leinsamen dient auch als Vogelfutter.

 

 

Samenstände vom gemeinen Lein
Leinsamen | ©Manfred Richter

Rezepte mit Lein

Tee-Zubereitung

  • 2 TL unzerkleinerte Leinsamen
  • 1 Tasse Wasser (250 ml)

Man übergiesst die Leinsamen mit kaltem Wasser und lässt es für 20 Minuten ziehen. Gelegentlich umrühren und dann abfiltern. Dieser Tee wird bei Verstopfung leicht erwärmt getrunken.

Anti-Hustenmittel

Dafür nehmt ihr zerstossene Leinsamen, etwas Pfeffer und Honig und mischt diese Zutaten zusammen. Bei Bedarf teelöffelweise einnehmen. Dieses Rezept stammt aus dem Mittelalter.

Leinsamenumschlag gegen Sonnenbrand

  • 2-3 Esslöffel unzerkleinerte Leinsamen
  • 500 ml Wasser

Der Leinsamen wird mit dem Wasser übergossen und leicht erhitzt. Dann für 3-5 Minuten köcheln lassen. Nun wird alles abgefiltert und ein Leinentuch mit diesem Gemisch getränkt. Das nasse Tuch wird auf den Sonnenbrand grossflächig aufgelegt. Es sollte öfters gewechselt werden. Dieser Leinsamenumschlag kann auch bei Verbrennungen und Ausschlägen verwendet werden.

Nebenwirkungen

Nur reife Samen verwenden. Unreife Samen enthalten giftige cyanogene Glykoside. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!

 

 

Räuchern mit Lein

Eine Leinsamen-Räucherung wird verräuchert , um eine übersinnliche Entwicklung zu erlangen. Die Blüten finden in Räuchermischung Verwendung.

Magische Eigenschaften

Gebend, schützend, einhüllend, heilend

Magische Sammelzeit

Bei Vollmond und bei Sonnenuntergang

Element

Sein Element ist das Feuer

Verwendung im Volksglauben

Wer seinen zukünftigen Partner im Traum sehen möchte, sollte sich Leinsamen unters Kopfkissen legen.

Wer seine Schönheit bewahren will, sollte am Abend in einem Feld voller Lein tanzen.

Um sein Geld zu vermehren, wird auf einem Hausaltar ein Topf gestellt, indem Münzen und ein paar Leinsamen liegen. Es sollte jeden Tag erneuert werden.

Um im Schlaf geschützt zu sein, stellt ihr einen kleinen Topf mit Lein- und Senfsamen gemischt ans Bett. Auf der anderen Seite sollte ein Topf mit Wasser stehen.

Mischt man roten Pfeffer mit Leinsamen und versteckt sie im Zuhause, so ist man vor negativen Energien sicher, da die Samen den Eintritt ins Haus verwehren.

Die blauen Blüten werden in einem kleinen Leinenbeutel bei sich getragen, um Schutz vor Zauberei zu erlangen.

 

 


Wenn dir mein Artikel gefallen hat und du mein Projekt Celticgarden unterstützen möchtest, würde ich mich um einen “Energieausgleich” sehr freuen. Ich bedanke mich im voraus!

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