Die Gemeine Birke | Sie ist der Inbegriff des Frühlings und ein magischer Baum

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Die Gemeine Birke | ©CG

Die Gemeine Birke gehört zu den ältesten Bäumen in Europa und hatte schon immer hohes Ansehen. Sie ist der Inbegriff des Frühlings und dem Erwachen von Mutter Natur. Die Birke spielte bei den Slawen, Kelten und bei den Germanen eine grosse Rolle. Sie war ein Zauberbaum für die Völker. Keltische Männer brachten ihrer Auserwählten Birkenzweige zum Haus. Für die Slawen war die Birke das Allheilmittel und ein Lichtbaum des 24. Juni. Der Birkenporling ist auf dem Birkenstamm Zuhause und der Birkenpilz wächst immer in unmittelbarer Nähe von Birken und auch der Zunderschwamm, der für das Feuermachen gut geeignet ist.

Botanischer Name

Betula pendula. Betula leitet sich aus dem Lateinischen von batuare ab und heisst übersetzt schlagen. Es soll eine alte Tradition des Schlagens mit der Lebensrute sein. Ihr Name „Birke“ kommt aus der germanischen Sprache für Bhereg und heisst übersetzt glänzend oder auch weiss.

Volkstümliche Namen

Weissbirke, Maibaum, Warzenbirke, Besenbaum, Frühlingsbaum

Hauptanwendung

Frühjahrskur, Rheuma und Gicht

Volksheilkunde

Blutreinigung, Arthritis, Gicht, Hautausschlägen, Fussschweiss, Stoffwechselerkrankungen, Wunden, Hautparasiten, Akne, Pickel, Harnwegserkrankungen, Rheuma, Haarausfall, Abszesse, Harnsteine, Kopfhautschuppen, Zahnfleischentzündungen, Husten, Frühjahrsmüdigkeit, Fieber, Krampfadern, Atemwegsentzündungen

Eigenschaften

Harntreibend, schweisstreibend, blutreinigend, wundheilend, verdauungsfördernd, desinfizierend, haarwuchsfördernd, hautstraffend, durchblutungsfördernd, stoffwechselfördernd, appetitanregend, zusammenziehend, abführend, entzündungshemmend, schmerzlindernd, fiebersenkend

Inhaltsstoffe

Ätherische Öle, Harz, Saponine, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Mineralstoffe, Vitamin C

Verwendete Pflanzenteile

Knospen, Rinde, Blätter, Saft

Darreichungsform

Haarwuchsmittel, Tee, Saft, Birkenteer, Umschläge, Bäder, Waschungen, Birkenkohle, Tinktur, Öl

Tee-Zubereitung

  • 2 Teelöffel getrocknete Birkenblätter
  • 1 Tasse Wasser (ca. 250 ml)

Das kochende Wasser über die Blätter giessen und ca. für 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abfiltern. Nach Bedarf mit Honig süssen. Der heisse Tee ist wirkungsvoller, als der kalte Auszug. Bei Hautproblemen können bis zu drei Tassen täglich davon getrunken werden. Dieser Birkenblätter-Tee kann auch als Waschung bei Hautproblemen verwendet werden.

Birken-Tinktur

Für eine Birken-Tinktur nehmt ihr ca. 10 g Birkenknospen und übergiesst sie mit 50 ml 40% Alkohol (Wodka). Das Glas wird verschlossen und für drei Wochen stehengelassen. Ab und zu schütteln. Danach abfiltern und in dunkle Tropferfläschchen umfüllen.

Diese Tinktur entfaltet ihre Eigenschaften bei hartnäckigem Husten und bei kleinen Wunden. Bei der Wundbehandlung vermischt ihr diese Tinktur 1:10 mit Wasser und betupft die betroffenen Stellen.

Birkenblätter-Bad

Dafür nehmt ihr drei Handvoll getrocknete oder sechs Handvoll frische Birkenblätter und kocht sie mit zwei Liter Wasser auf. Diese Abkochung schüttet ihr in euer Badewasser. Für ca. 10 Minuten darin baden. Dieses Bad lindert die Beschwerden bei Schuppenflechte und Ekzemen. Diese Abkochung kann auch als Waschung bei Krätze, Milchschorf und Kopfgrind verwendet werden.

Nebenwirkungen

Man darf die Birke, egal in welcher Form, nicht bei Herz- und Nierenschwäche zu sich nehmen! Birkenpollen lösen Heuschnupfen aus. Bitte beachtet, dass diese Vorstellung den Gang zu einem Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzt. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!

Kräutersteckbrief Birke
Steckbrief Birke | ©CG

Die Gemeine Birke in der Natur

Vorkommen

Waldränder, Mooren, Heidewiesen, Gärten, Wälder

Blütezeit

Ihre Blütezeit ist von April bis Mai

Verwechslung mit anderen Pflanzen

Mit der Moorbirke. Ihre jungen Äste sind behaart, was die Gemeine Birke nicht hat. Die Verwendung ist gleich. Es kommen auch Verwechslungen mit der Silberpappel vor.

Rote Liste & Insektenwelt

Die Birke steht auf keiner Roten Liste von den einzelnen Bundesländer. Es sollen weit über 100 verschiedene Insekten sein, die sich auf die Birke spezialisiert haben, darunter sind Käfer und Schmetterlinge. Auch die Birkenwanze und die Birkenblattwespe sind auf die Birke angewiesen.

Die Gemeine Birke in der Kultur

Anbau im Garten und Balkon

Die Birke ist ein winterharter Baum. Er verträgt die volle Sonne, aber auch den Halbschatten. Die Vermehrung erfolgt im Frühling oder im Sommer durch reife Samen. Die Samen keimen sehr schnell und reichhaltig. Junge Birkenbäumchen können auch auf den Balkon in einem grossen Kübel gehalten werden. Die Blumenerde sollte dann mit viel Sand angereichert werden. Sie benötigt sehr viel Wasser für ihr Wachstum. In einem Kübel wird die Birke zwar nicht so gross, aber sie immer wieder ein Hingucker wegen ihrem weissen Stamm, der aber von Jahr zu Jahr eher vergraut. Ansonsten ist sie ein problemloser Baum.

Zeigerpflanze & Phänologischer Kalender

Die Birke gehört zusammen mit der Kiefer zu den Pionierbäumen; das heisst, das sie meist auf Freiflächen zuerst wachsen, um den Boden für die darauffolgenden Bäume aufzubereiten. Im phänologischen Kalender zeigt die Blattentfaltung den Erstfrühling an.

Sammelzeit

März (Blattknospen)

März bis April (Saft)

Mai bis September (Blätter)

Die Rinde kann das ganze Jahr über gesammelt werden. Sie sollte aber trocken sein.

Ernte & Trocknung

Für den Birkensaft wird im Frühjahr der Stamm angebohrt. Frischer Birkensaft hält ca. 5 Tage im Kühlschrank. Er sollte immer sofort verwendet und aufgebraucht werden. Die gesammelten Blätter trocknen sich am besten in einem dunklen Raum. Denn dann behalten sie ihre schöne grüne Farbe. Sie werden in Schichten ausgelegt und öfters gewendet. Die Rinde sollte sonnig getrocknet werden.

Geschmack & Geruch

Bitter & aromatisch

Verwendung in der…

…Küche

Die Knospen kann man kross braten und sind wirklich ein Genuss. Aus den Blättern wird meist ein Frühlingssalat zubereitet. Wenn es früher in den nordischen Ländern keinen Wein aus Weintrauben gab, so bereitet man einen Birkenwein oder auch Birkenmet zu. Der Birkensaft ist sehr gesund und wird zur Blutreinigungskur getrunken. Man kann ihn im Frühjahr gewinnen indem man in den Birkenstamm kurz hineinbohrt (nicht zu tief) und die Birke mithilfe von einem Schlauch ihren Birkensaft abzapft. Danach wird das Loch mit einem Holzstück verschlossen.

Haushalt

Ihre Blätter dienten früher als Waschmittel. Aus den Zweigen der Birke wurden Besen hergestellt. Sie halten sehr lange. Ich habe hier drei Birkenbesen und die schon 30 Jahre alt sind. Birkenholz ist ein beliebtes Kaminholz, weil es sehr helle Flammen erzeugt. Aus der Birkenrinde können viele Sachen hergestellt werden, wie zum Beispiel Papier, Birkenkerzen, Wassereimer, Birkenteer, Vorratsdosen, Ummantelungen und Trinkgefässe. Birkenteer wird aus der äusseren Rinde hergestellt. Sogar kleine Dächer können mit ihr gedeckt werden. Der innere Rindenteil kann zum Gerben von Leder verwendet werden.

 

birken steckbrief
Birken Steckbrief

Die Gemeine Birke im Volksglauben

Räuchern mit der Birke

Mit einer Birkenrinden-Räucherung erlangt man Schutz. Sie wirkt entkrampfend und man lässt sich schneller aufs Neue und Unbekannte ein.

Magische Eigenschaften

Austreibend, beschützend, reinigend

Magische Sammelzeit

Die Birkenblätter werden in der Nacht zum 1. Mai gesammelt. Sie ist ein Baum der Walpurgisnacht.

Element

Ihr Element ist das Wasser

Volksglauben

Mit den bekannten Birkenbesen wurden Geister vertrieben, indem mit dem Besen die Räume fegte. Birkenreisig wird auch im Stall und im Haus aufgehängt, um Dämonen und Geister fernzuhalten. Meine Birkenbesen hängen an manchen Innentüren im Haus. Eine Birke am Haus gepflanzt schützt vor Hexerei und Krankheit. Unsere Vorfahren räucherten zu Pfingsten die Ställe und Haus aus. Dafür wurden ganze Zweige verwendet. Auch als Gewitterschutz nahm man ihre Zweige. In manchen Gegenden wurden rote Bänder um die Birken gebunden, so sollte es den bösen Blick abwenden. Früher wurden Kinderbettchen aus Birkenholz gefertigt; zum Schutz der Säuglinge und Kinder. Auch in den bekannten Ogham-Stäbchen hat sie ihren festen Platz.

Oghamstäbchen Birke
Oghamstäbchen Birke | ©CG

Die Lebensrute von der Birke bewahrte vor Krankheit und Verhexung. Dafür band man frische dünne Birkenäste mit Laub zusammen. Die Menschen wurden damit geschlagen.

So wie wir heutzutage den Maibaum pflanzen und umtanzen, wurde die Birke früher der Göttin Frigga gewidmet. Unter diesem Baum nahm man Platz und gedachte an dieser Göttin und unter der Birke feierten die Menschen von damals das Frühlingserwachen.


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