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Die Goldwurz des Nordens: Was ist Rosenwurz?
Rosenwurz, botanisch bekannt als Rhodiola rosea, ist eine faszinierende Pflanze, die vor allem in kalten, gebirgigen Regionen der nördlichen Halbkugel wächst, wie etwa in der Arktis, in Sibirien, Skandinavien oder den Alpen.
Besonders auffällig ist der Duft seiner Wurzeln, der an Rosen erinnert, daher der Name Rosenwurz. Die Wurzel ist der Teil dieser Pflanze, der am häufigsten genutzt wird, vor allem in der Kräuterkunde. Er gehört zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) und ist eine mehrjährige, sukkulente Pflanze, die sich durch ihre Anpassungsfähigkeit an extreme Umweltbedingungen auszeichnet. Ich empfinde den Rosenwurz als besonders wertvoll.
Die Kraft des Überlebens
Rosenwurz wird seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen, etwa in der russischen, skandinavischen und chinesischen Kräuterkunde, sehr geschätzt. Er gilt als Adaptogen, was bedeutet, dass sie dem Körper helfen kann, sich besser an Stress anzupassen und die Widerstandsfähigkeit zu stärken.
In Norwegen pflanzte man den Rosenwurz als „Taklauk“ auf Dächer ähnlich wie bei uns den Hauswurz. Da der Rosenwurz in rauen Regionen wie der Arktis, Sibirien oder den Alpen wächst, wurde ihr oft eine besondere Kraft zugeschrieben.
In der traditionellen Kräuterkunde wird es häufig bei Erschöpfung, Angstzuständen oder zur Steigerung der Konzentration eingesetzt. Studien deuten darauf hin, dass Extrakte der Pflanze positive Effekte auf die geistige Leistungsfähigkeit, die Stimmung und die Stressresistenz haben könnten.

Magie der Wikinger & Schamanen: Rosenwurz im Brauchtum
Stärke für Krieger und Reisende
In der Geschichte wird erzählt, dass die skandinavischen Völker, wie die „Wikinger“, Rosenwurz nutzten, um ihre Ausdauer und Kraft vor Schlachten zu steigern. Auch bei den Skythen stand der Rosenwurz für Langlebigkeit und Vitalität.
In nordischen und slawischen Kulturen galt Rosenwurz als Pflanze der Krieger und Reisenden. Es hieß, dass Wikinger sie kauten oder als Amulett trugen, um körperliche Stärke, Mut und Ausdauer auf langen Reisen oder in Schlachten zu gewinnen. Der Glaube war, dass die Pflanze die Essenz des Überlebens in sich trug, weil sie selbst unter extremen Bedingungen gedeiht.
Schutz vor Geistern und Unglück
Manche Legenden besagen, dass Rosenwurz denjenigen, die sie bei sich trugen, Schutz vor Erschöpfung und bösen Geistern bot.
In Sibirien und Teilen Skandinaviens wurde Rosenwurz als Schutzpflanze angesehen. Getrocknete Wurzeln wurden über Türen gehängt oder in kleine Beutel genäht und als Talisman getragen, um böse Geister, Krankheiten oder Unglück fernzuhalten. Der rosenartige Duft sollte dabei reinigende Kräfte haben. Es gibt auch Erzählungen, dass die Pflanze in Ritualen verwendet wurde, um die Verbindung zu Schutzgeistern oder Ahnen zu stärken.
Liebeszauber und Träume
In einigen Regionen wurde Rosenwurz mit Liebe und Fruchtbarkeit assoziiert, vermutlich wegen ihres Namens und Dufts, der an Rosen erinnert – ein klassisches Symbol der Liebe. Junge Frauen sollen die Wurzel unter ihr Kopfkissen gelegt haben, um Träume von ihrem zukünftigen Partner zu empfangen oder um deren Zuneigung zu sichern. In anderen Überlieferungen wurde sie in Tränken verwendet, die Fruchtbarkeit fördern sollten, da sie als „Lebenskraftspenderin“ galt.

Die Brücke der Schamanen
Schamanen in sibirischen Kulturen nutzten Rosenwurz in zeremoniellen Kontexten. Sie glaubten, dass die Pflanze eine Brücke zwischen der physischen und der spirituellen Welt schlägt. Ihr wurde nachgesagt, dass sie die geistige Klarheit fördert und Visionen während Trancezuständen verstärkt. Der Glaube, dass Rosenwurz Langlebigkeit schenkt, war ebenfalls verbreitet.
Kulturelle Unterschiede im Glauben
- Nordische Mythologie: Hier wurde sie oft mit dem Überleben in der Wildnis und der Gunst der Götter (z. B. Donar) verknüpft.
- Sibirischer Schamanismus: Sie war eine Pflanze der Geister, die den Kontakt zu höheren Mächten erleichterte.
- Alpenregionen: Hier war sie weniger mystisch, sondern eher ein praktisches Heilmittel, das jedoch mit Berggeistern in Verbindung gebracht wurde.
Obwohl Rosenwurz im Brauchtum hier bei uns nicht so prominent ist, wie etwa die Alraune oder der Holunder, zeigt ihre Geschichte, wie eng Natur, Mythos und Alltag in früheren Zeiten verbunden waren. Ihre Robustheit und der rosenartige Duft haben sie zu einem Symbol für Widerstandskraft und Schutz gemacht.
Die Arktische Wurzel anwenden
Volkstümliche Namen
- Goldwurz
- Arktische Wurzel
Rosenwurz als Räucherwerk
Mit den Rosenwurzwurzeln kann geräuchert werden. Dafür werden die Wurzeln zerkleinert und getrocknet. Die Pflanzenseele vermittelt uns Ausdauer und Hartnäckigkeit und lässt unsere Seele gesunden; besonders bei stressreichen Tagen oder Lebenssituationen.
Rezept: Belebender Rosenwurz-Tee
- Die getrocknete oder frische Wurzel (ca. 1–2 Teelöffel pro Tasse) klein schneiden oder zerkleinern.
- Mit kochendem Wasser übergießen und 10–15 Minuten ziehen lassen.
- Nach Belieben mit Honig oder Zitrone verfeinern.
Der Tee wirkt belebend und kann bei Stress oder Müdigkeit helfen. Man kann ihn kombinieren mit anderen Kräutern wie Minze oder Kamille, um den Geschmack abzurunden.


