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Ringelblume Monographie

Die Ringelblume | Anbau und Verwendung im Naturgarten

    Die Ringelblume gehört zu den beliebtesten Heilkräuter. Sie stammt wohl ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Die Ringelblume soll eine ähnliche Wirkung wie die Arnika besitzen, wobei sie aber keine Hautreizungen verursacht. Um die Nachbeburt zu fördern, machten Frauen früher ein Sitzbad in warmen und dampfenden Ringelblumenwasser. Ringelblumenessig nahm man gegen Fieber, indem kleine Leinentüchlein damit getränkt wurden und sie auf den Puls der Hände und Füsse gelegt wurden. Diese Pflanze wurde im 19. Jahrhundert gegen Krebsgeschwüre wohl oft verwendet. Bei Blütenessenzen vermittelt und stärkt sie das Selbstbewusstsein.

    Botanischer Name

    Calendula officinalis. Calendula heisst ungefähr wie „kleiner Kalender“Officinalis heisst, dass sie früher für Apotheken gesammelt und dort verarbeitet wurde.

    Volkstümliche Namen

    Ringelrose, Studentenblume, Totenblume, Ringnelke, Goldblume

    Hauptanwendung

    Wunden und Hals- und Rachenentzündung

    Volksheilkunde

    Menstruationsbeschwerden, Hepatitis, Ekzemen, Herpes, Bindehautentzündung, Fusspilz, Krampfadern, Zahnfleischentzündung, Hautprobleme, Wunden, Mund- und Rachenentzündungen, Kopfgrind,  Leber- und Gallenbeschwerden, Fieber, Krämpfe, Blutergüssen, Quetschungen, Hautkrebs, Frostbeulen, Hautpilz, Brustdrüsenentzündung, Hämorrhoiden, Sonnenbrand, Scheidenpilz, wunde Brustwarzen

    Eigenschaften

    Entzündungshemmend, blutstillend, wundheilend, antibakteriell, anregend, verdauungsanregend, krampflösend, schweisstreibend, erweichend, menstruationsfördernd, gegen Pilze wirkend

    Inhaltsstoffe

    Ätherische Öle, Bitterstoffe, Saponine, Cumarine, Glykoside, Flavonoide

    Verwendete Pflanzenteile

    Blütenzungen, Blätter, Blütenkörbchen

    Darreichungsform

    Tee, Waschungen, Umschläge, Öl, Salben, Gurgelwasser, Bäder, Tinktur, Scheidenspülung

     

    Steckbrief Ringelblume

    Steckbrief Ringelblume

    Vorkommen

    Gärten, Friedhöfe, selten verwildert

    Blütezeit

    Juni bis September. Teilweise bis zum ersten Frost.

    Rote Liste & Insekten

    Nicht geschützt. Die Ringelblume gehört zu den Bienenpflanzen und wird auch von Hummeln, Schweb- und Florfliegen und Schmetterlingen angeflogen, die auf ihr, ihren Nektar und Pollen holen. Larven der Flor- und Schwebfliegen futtern reichlich Blattläuse.

    Verwechslung mit anderen Pflanzen

    Verwechslungen können mit der kleineren Acker-Ringelblume vorkommen. Ihr Wuchs und ihre Blüten sind wesentlich kleiner und ihre Blütenfarben sind gelb. Die Ackerringelblume sollte nicht gepflückt werden, weil sie als stark gefährdet einstuft wurde und daher auf der Roten Liste steht.

     

    Anbau im Naturgarten und Balkon

    Die Ringelblume liebt die volle Sonne. Die Vermehrung erfolgt im Frühling oder im Herbst durch Aussaat. Ringelblumen sind einjährige Pflanzen, die aber bei reichlicher Samenbildung jedes Jahr wieder blühen und immer mehr werden. Wie man öfters in Balkonkästen sieht, fühlt sich die Ringelblume in einer Topfkultur sehr wohl. Man sollte sie an verschiedenen Stellen pflanzen, weil die Flor- und Schwebfliegen ihre Larven dort absetzen und diese reichlich Blattläuse vertilgen. Bei der Anpflanzung solltet ihr unbedingt darauf achten, dass ihr ungefüllte Ringelblumen nehmt. Denn nur sie sind Bienenpflanzen. Ringelblumen können auch als Beetumrandung gesetzt werden. Sieht super aus um Beete, in denen Gewürzkräuter wachsen. In Zauberkräuterbeeten steht sie für den Neuanfang. Wer Potpourri gerne mag, sollte sich ein Beet dieser Pflanzen anlegen, denn auch da hat die Ringelblume Bestand. Ringelblumenjauche stärkt den Pflanzenwuchs.

    Zeigerpflanze & Mischkultur

    Ringelblumen werden bei Kartoffeln und Kohlarten mit beigepflanzt. Sie vertreiben Drahtwürmer und Nematoden und fördern die Gesundheit der Erde und den Ertrag. Ansonsten hat sie einen positiven Effekt bei Erbsen, Rauke, Salaten, Gurken, Haferwurz und Paprika.

    Sammelzeit

    Juni bis September (Blütenkörbchen und Blätter)

    Ernte & Trocknung

    Geerntet werden die Blüten bei trockenen und sonnigen Wetter. Gesammelt werden nur die orangen Ringelblumen nach der völligen Öffnung der Blütenstände. Die Blütenköpfchen und Blätter werden an einem luftigen Ort in Schichten getrocknet. Je nach Gebrauch können die getrockneten Blütenkörbchen gezupft werden.

    Geschmack & Geruch

    Bitter, herb & aromatisch

    Verwendung in der Küche/Haushalt/Kosmetik/Tierhaltung

    Die Ringelblume ist essbar. Ihre Blüten sind ein guter Safran-Ersatz und können frisch in Misch-Salaten mit hinzu gemischt werden . In früheren Zeiten färbte man Butter und Käse mit ihnen. In Hausteemischungen sind sie fast immer mit drin. Sogar die Blätter sind essbar und können genauso verarbeitet werden, wie die Blüten.

    Die Ringelblumenblütenblätter wurden gerne als Färbemittel für Textilien und Lebensmittel genommen.

     

    Ringelblume

    Ringelblume | ©CG

    Rezepte mit der Ringelblume

    Tee-Zubereitung

    • 2 TL getrocknete Ringelblumenblüten
    • 1 Tasse Wasser (ca. 150 ml)

    Das kochende Wasser über die Blüten giessen und ca. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abfiltern und nach Bedarf mit etwas Honig süssen. Dieser Tee kann gegen Magenbeschwerden getrunken werden. Zur Regulierung der Periode, soll ca. 1 Woche vorher, mit dem Trinken des Ringelblumentees begonnen werden. Täglich 3 Tassen können davon getrunken werden. Auch als Gurgelwasser kann dieser Tee, dann ungesüsst, gegen Entzündungen im Hals- und Rachenraum gegurgelt oder gespült werden.

    Ringelblumentee ist für uns sehr bekömmlich und kann daher jeden Tag getrunken werden. Vorbeugend gegen einer Arterienverkalkung werden 2 Tassen Ringelblumentee täglich getrunken.

    Ringelblumensalbe

    Ringelblumensalbe sollte immer nach einem Originalrezept mit Schweinefett hergestellt werden, weil unsere Haut das Schweinefett besser, als alles andere, aufnimmt und weil der berühmte Ringelblumenduft so besser durchkommt. Alte Bauernrezepte und Rezepte aus der Volksheilkunde zeigen, das die Menschen von früher, fast nur mit Schweinefett ihre Salben hergestellt haben. Diese Salbe kann auch gegen leichten Sonnenbrand verwendet werden.

    Um so eine Salbe herzustellen benötigt ihr 125 g Schweinefett, dass ihr erhitzt bis es flüssig ist. In das flüssige Schweinefett fügt ihr 1 Handvoll zerkleinerte Blüten, Blätter, Blütenkörbchen und Stängel hinzu. Alles verrühren und ganz kurz aufschäumen lassen. Nun wird der Topf vom Herd genommen, zugedeckt und über Nacht stehen gelassen. Nächsten Morgen noch einmal erhitzen und abfiltern. Den Rest von den Ringelblumen kräftig ausdrücken und in sterilisierte Töpfchen umfüllen. Diese Salbe sollte kühl und trocken gelagert werden und ist bis zu 3 Monaten haltbar.

    Ringelblumen-Tinktur

    Diese Tinktur kann bei Ein- und Durchschlafbeschwerden und auch bei leichten Kopfschmerzen eingenommen werden. Für diese Tinktur benötigt ihr soviele Blütenblätter und zerkleinerte Blütenkörbchen, wie zur Hälfte euer Glas befüllt werden kann. Dann übergiesst ihr sie mit 40 % Alkohol, wie zum Beispiel Wodka oder Korn. Alles wird gut verschlossen und durchgeschüttelt. Nun stellt ihr euer Glas an einem nicht zu hellen Ort und lasst es 10-14 Tage durchziehen. Es muss täglich geschüttelt und auf mögliche Schimmelbildung kontrolliert werden. Danach filtert ihr alles ab und füllt es in kleine Tropferfläschchen. 20-30 Tropfen täglich können eingenommen werden.

    Ringelblumen-Essig

    Für die Herstellung füllt ihr getrocknete Ringelblumenblüten bis zur Hälftes eures Glases voll. Dann schüttet ihr Weinessig zuviel hinzu, dass die Blüten reichlich bedeckt sind. Lieber etwas mehr als zuwenig. Mit einem Stück Gaze oder Leinen abdecken. Warm und sonnig für 10 Tage durchziehen lassen. Wie oben beschrieben, wurde dieser Ringelblumen~Essig gegen Fieber verwendet.

    Nebenwirkungen

    Bitte beachtet, dass diese Vorstellung den Gang zu einem Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzt. Bitte auch meinen Hinweis vor einer möglichen Anwendung lesen!

     

    Ringelblume

    Die gelbe Ringelblume gehörte früher zu den Totenpflanzen | ©CG

    Räuchern mit der Ringelblume

    Eine Ringelblumen-Räucherung unterstützt uns bei der Liebe und war schon seit dem Mittelalter bei Liebes-Räucherungen sehr beliebt. Die Liebenden wurden mit ihr beräuchert, damit die Liebe Fortbestand hatte. Die Räucherung wurde aber auch bei einer Zusammenführung zweier Menschen verwendet.

    Magische Eigenschaften

    Liebend, abwehrend, zusammenführend, übersinnliches, wahrträumend

    Magische Sammelzeit

    Bei zunehmenden Mond vor der Sommersonnenwende

    Element

    Ihr Element ist das Feuer

    Volksglauben

    Die Ringelblume ist die Pflanze, der man die Blütenblätter abzupft und fragt: Liebt sie/er mich oder liebt sie/er mich nicht.

    Die gelbe Ringelblume wurde früher auf Friedhöfen gepflanzt. Gerade Kindersärge wurden mit ihr geschmückt. In den Kräuterbüschel hat sie ihren festen Bestandteil.

    Die Ringelblume gehört zu den Wetterpflanzen. Wenn morgens die Blüten sich öffnen, steht ein schöner Tag bevor, bleiben die Blüten geschlossen, soll es regnen. Männer trugen die Wurzel der Ringelblume bei sich, um interessant bei Frauen zu werden. Unters Bett gestreut lässt die Ringelblume, Träume wahr werden.

     


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