Teil V der Pflanzenmagie: Die Heckenrose

hundsrose im aberglauben

Diese Pflanze hat viele Namen: Hagdorn, Schlafdorn, Heckenrose, Hundsrose oder ganz einfach Hagebutte. Weil stachelige und dornige Pflanzen, im Zauberglauben, jeden bösen Zauber abwehren, wurde diese Pflanze reichlich um Haus und Hof gepflanzt. Wie auch Weissdorn, Brombeere und die Schlehe. Daher auch der volkstümliche Name Hag – oder Hagedorn. Hag kommt von Zaun oder Gehege. Noch heute sieht man bei alten Häusern diese Dornenhecken. Bei uns sind auch reichliche Dornbüsche, die sehr alt sind. Es ist so dicht und fest, dass man niemals durchkommt. Der Volksglaube sagt, umso tiefer und dichter, umso einen gesünderen und tieferen Schlaf haben die Hausbesitzer. Offenbar geht darauf der Glaube des Schlafapfels zurück, dass die undurchdringliche Heckenrose, Haus und Hof Tag und Nacht schütze und so ein Zeichen für den ruhigen Schlaf geworden ist. Der Schlafapfel ist ein Auswuchs durch den Stich der Rosengallwespe. Wer sich mehr mit dem Glauben des Schlafapfels einlesen möchte, dem kann ich meinen anderen Artikel darüber empfehlen. Auch die roten Hagebutten, die Früchte der Rosen, beflügelte die Phantasie der Menschen schon immer, gerade weil sie bis tief in den Winter am Strauch hängen bleiben, auch wenn schon alles Laub abgeworfen ist.

rosengalle
Schlafapfel /@celticgarden

Bei den Zigeunern spielte die Heckenrose eine grosse Rolle, zum Beispiel sprachen sie ihre Zauberformeln in die Heckenrose. Eine Flasche mit besprochenen Wasser wurde verschlossen, mit einem Korken aus dem Holz der Heckenrose. Neun Stacheln und 9 Steine schützen vor übler Nachrede; auch ganze Kränze aus den Ruten der Hundsrose wurden an die Haustür gehängt, um die Hausbesitzer vor den Truden zu schützen. Gegen Hexen wurden Hagebutten unter die Türschwelle vergraben; so konnten sie das Haus nicht betreten. Auch vor Blitz und Donner schützen sie das Haus. Unter der Hundsrose leben die Gespenster und Hexen konnten sich in Hagebuttensträucher verwandeln.

hagebutten
Hagebutten im Spätherbst /@celticgarden

Tieren gab man von dem Hagebuttenpulver, umso, höchstmöglichen Schutz für die Tiere zu erhalten. Eine Heckenrosenrute über den Eingang des Hühnerstalls befestigt, bewahren die Hühner davor gestohlen zu werden. Kühen strich man mit diesen Ruten über den Rücken, um das sie nicht von der Hexe verzaubert werden und keine oder schlechte Milch geben. Mit einer Rute, aus der drei Zweige herauswachsen, wurden Gegenstände im Viehstall aufgefunden, die Schadzauber anrichten. In der damaligen Landwirtschaft glaubte man, wenn die Heckenrosen reichlich blühen, fällt die Weinlese üppig aus und wenn die Hagebutten reichlich erscheinen, dass es dann ein strenger Winter wird.

Bei den Germanen durfte das Holz der Heckenrose bei keiner Totenzeremonie, wie die Verbrennung, fehlen. Daher stand die Heckenrose in Verbindung mit dem Tod und wurde reichlich bei Hünengräber und Opferplätzen vorgefunden. Darum durfte keinem Kranken Rosen mitgebracht werden, denn das würde seinen Tod voraussagen.

Nachstellung einer Leichenverbrennung der Germanen im Schloss Gottorf Schleswig /@celticgarden
Nachstellung einer Leichenverbrennung der Germanen im Schloss Gottorf Schleswig /@celticgarden

Ein grosser Aberglaube war, um die Jahreswende, der Verzehr von 1 oder 3 rohe Hagebutten auf nüchternen Magen. Er bewahrte im Folgejahr vor Magenleiden, Zahnweh, Gicht und Halsweh. Auch gab man diese Hagebutten seinen Kindern und Freunden weiter, ohne ein Wort zu sprechen. Es wurde auch durch die Heckenbüsche gekrochen, zusammen mit Heilsprüchen, um vor gewissen Krankheiten geschützt zu sein oder manche Krankheiten an den Stacheln abzustreifen. Von Gicht befreit zu sein, liess man in eine hohle Hagebutte einen Blutstropfen hineinträufeln, verschloss die Hagebutte und steckte sie in ein Loch eines Baumes. So übernahm der Baum die Krankheit. Bei Lungenleiden wurde den Männern eine rosablühende Hundsrose verabreicht, Frauen bekamen eine weissblühende Hundsrose. Auch Warzen sollten verschwinden, wenn man sie mit den Blättern bestreicht. In der Wintersonnenwende wurden Hagebutten zu Pulver verarbeitet und gegen den „Stein“ eingenommen.


Wenn euch meine Arbeit gefällt, würde ich mich um einen „Energieausgleich“ sehr freuen.

Celticgarden unterstützen: